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Walter Dexel

ausgestelltes Werk:

Dexel Mappe 1

6 Serigrafien von Walter Dexel 1926-1930
Nr. 16 von 100 nummerierten und signierten Exemplaren
Druck: Adolf Pilz, Braunschweig
Editions Panderma Carl Laszlo Basel 1968

1 Figuration weiß auf Schwarz 1926
2 Komposition mit gelber Halbscheibe 1926
3 Senkrecht-waagrecht weiß auf Schwarz 1929
4 Komposition mit zwei roten Scheiben 1929
5 zwei rote Scheiben – angeschnitten 1930
6 Figuration mit rotem Haken 1930

Mappentext:
Keiner soll Prophet in seiner Heimat sein können - doch werden eines Tages Herbin in Frankreich, Kassàk und Moholy-Nagy in Ungarn, Lissitzky und Malewitsch in Rußland - sogar Freud in Österreich und DEXEL in Deutschland in ihrer vollen Bedeutung anerkannt werden müssen. Die Klarheit, Kraft, Intensität - man kann ruhig hier von Vollkommenheit sprechen - seiner statischen Konstruktionen prädestinieren DEXEL zum wichtigsten Vertreter der konkreten Kunst in Deutschland. Diese führende Rolle kommt ihm zu, dank der hohen, ausgeglichenen Qualität, die sein Gesamtwerk charakterisiert, der Eindeutigkeit seines Lebenswerks, das mit seiner geraden Linie ihn mit Mondrian und van Doesburg vergleichbar macht und natürlich auch auf Grund der mangelnden Konkurrenz, da die konstruktive Kunst in Deutschland - mit ihrem Anspruch auf Klarheit, Rationalität, Transparenz, Direktheit und Modernität - stets als Stiefkind behandelt wurde. Umso bedauernswerter wäre ein Zustand, der es mit sich brächte, daß das Vorhandene das Schicksal des Fehlenden teilen müßte. Ein zeitlicher Vergleich von Werken von DEXEL mit einigen Spitzenleistungen der Epoche scheint mir von großem Interesse für eine historische Zuordnung.
Carl Laszlo 1968

Ein Bild ist eine Ordnung von Farbflecken, sonst nichts (Fritz Burger)!
Walter Dexel, in: W. Schmied, Malerei nach 19,45 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1974

Zur Biografie:
1890 in München geboren, 1973 gestorben in Braunschweig. Nach dem Studium der Kunstgeschichte 1912 Reise nach Florenz mit Fritz Burger. Erste Bilder entstanden. 1914 Aufenthalt in Paris. Im ersten Weltkrieg, 1916 Abstellung zum Kriegsarchiv in Jena, wo er die Ausstellungsleitung des Kunstvereins Jena übernahm. Von 1916 bis 1928 war er als freier Maler und Gebrauchsgraphiker tätig. In den Jahren von 1919 bis 1925 hatte er engen Kontakt mit dem Bauhaus und mit Theo van Doesburg. 1922 ging er endgültig zur absoluten Bildkonstruktion geometrischer Formen über. In Jena veranstaltete er 1923 eine „Konstruktivisten“-Ausstellung mit deutschen Künstlern. 1927 war er in Lissitzkys „Kabinett der Abstrakten“ in Hannover vertreten. 1926-28 hielt er sich abwechselnd in Jena und Frankfurt am Main auf. 1928 wurde er an die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg berufen, wo er 1935 als „entarteter“ Künstler entlassen wurde. 1936 wurde er an die Staatliche Hochschule für Kunsterziehung in Berlin-Schöneberg berufen. 1942 nahm er die Berufung nach Braunschweig an zum Aufbau der „Historischen Formsammlung“ am Institut für handwerkliche und industrielle Formgebung. 1955 wurde er in den Ruhestand versetzt. Erst 1961 begann er wieder zu malen. 1964 entstanden die Bandwerk- und Hakenbilder.
„Was Walter Dexel in den Jahren seiner Lehrtätigkeit in Magdeburg zwischen 1928 und 1935 begründete, war eine strenge Grundschule der visuellen Kommunikation. Sicherlich war Dexel damals umgeben von ähnlich gerichteten Kräften, aber die Konsequenz, die er als Lehrer für die Ausbildung zog, ist dazu angetan, die Augen auch für diesen Lebensabschnitt Dexels zu öffnen, und zweifellos sollten die Nachfahren der strengen Gebrauchsgrafik, die eventuell glauben, den Schritt von der willkürlichen, individuellen zur objektiven visuellen Gestaltung allein und erstmalig getan zu haben, die Arbeiten, die in Dexels Unterricht zu jener Zeit entstanden, nicht länger unberücksichtigt lassen. Dexel war ein Künstlertyp, der eine gesellschaftlich orientierte Kunstpraxis anstrebte.“
Eugen Gomringer

Zur Bibliografie (ab 1970):
W. Vitt (Hrsg.), Walter Dexel – Werkverzeichnis der Druckgrafik von 1915-1971. Mit einer Einführung in das Werk von Walter Vitt, Köln 1971
W. Hofmann, Der Maler Walter Dexel, Kunst und Umwelt, Hrsg. Eugen Gomringer, Band 4, Starnberg 1972
W. Vitt (Hrsg.), Walter Dexel. Der Bauhausstil – ein Mythos. Texte 1921 bis 1965, Starnberg 1976
Katalog Kunstverein Salzgitter, Salzgitter 1979, Texte Ekkehardt Lohoff und Walter Vitt sowie Fortsetzung und Abschluss des Werkverzeichnisses der Druckgrafik Dexels, bearbeitet von Walter Vitt
W. Vitt (Hrsg.), Walter Dexel – Köpfe 1930 bis 1933, Starnberg 1977
W. Vitt (Hrsg.), Hommage à Dexel. Schrift zum 90. Geburtstag des Künstlers, Starnberg 1980. Texte Thomas Dexel, Eugen Gomringer, Ernst-Gerhard Güse u.a.
Katalog Galerie Stolz „Schöne Tage im Hause Dexel...“ – Das Gästebuch. Walter Dexel zum 100. Geburtstag, Köln 1990
Bild Zeichen Raum, Katalog Kunsthalle Bremen/Berlin 1990.

 
           
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