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Eberhard Fiebig

ausgestelltes Werk:

Term

Brünierte Eisenskulptur
Hergestellt 1980 von Eberhard Fiebig
10 nummerierte und signierte Exemplare
Edition Hoffmann, Friedberg

Nur Skulptur ist Skulptur!
Alles Andere ist alles Andere!
Eberhard Fiebig

Zur Biografie:
Geboren 1930 in Bad Harzburg; nach dem Krieg als Bauer, Holzfäller und fliegender Händler tätig. 1949 Arbeit als Chemielaborant in Wiesbaden-Biebrich. 1960 Aufgabe der Arbeit als Chemielaborant, von nun an ausschließlich künstlerische Tätigkeit, aber auch Tätigkeit als Publizist, Fotograf, Maler und Grafiker. 1963 Umzug nach Frankfurt; Studium der Soziologie und Philosophie bei Adorno, Horkheimer und Liebrucks. 1967 in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum Darmstadt erste Versuche der Transformation ebener Figuren; Umzug nach Koblenz.1973 Planung und Durchführung der Ausstellungen „Zauber des Papiers“ und „Naivität der Maschine“. 1974 Professur für Metallbildhauerei an der Universität Kassel. 1977 zeigt während der documenta im Auepark die Fotoausstellung „99 Jahre Stacheldraht – ein Beitrag der Bürger zur Kultur“. 1986 mit Dorothea Wickel und Paul Bliese Gründung von „art engineering“; erneute Aufnahme der Versuche, rechnergestützt zu konstruieren; auf diesem Gebiet Kooperationsvertrag mit Siemens; nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl Gründung der Anti-KKW-Initiative „auch du“. 1990 für Siemens Entwurf, Konstruktion und Fertigung der acht Meter hohen kinematischen Skulptur „Hermäonv“, gezeigt auf der CeBIT in Hannover. Lebt in Hannoversch Münden.
Schon 1962 entwickelt Fiebig ein besonderes Interesse an geometrischen Formen. Angeregt durch den amerikanischen Architekten Buckminster Fuller entwirft Fiebig "Tensegrity"-Konstruktionen und so genannte pneumatische Skulpturen. Diese Arbeiten verraten Eigenständigkeit. Der Durchbruch aber gelingt Fiebig 1964. Mit der Faltung rechteckiger Stahlbleche erzielt er die Transformation ebener Figuren. Zwar hatten sich Bauhaus-Künstler schon in den 20er Jahren und Hermann Glöckner in den 30er Jahren in Faltungen aus Stahlblech versucht, aber die Systematisierung dieses Prinzips zu räumlichen Systemen ist erst Fiebig zu verdanken. Er hat eine Vielzahl von Transformationsmodellen entwickelt, und er hat den bildnerischen Vorgang transparent und nachvollziehbar gemacht. Mit den Faltungen hat Fiebig seinen Weg als Bildhauer gefunden. Und er hat sein Material entdeckt: den Stahl. In der Folge entstehen auch Werke aus gekrümmten Blechen, die Fiebig "Perforationen" nennt. 1984 entdeckt Fiebig den Peiner – so das Fachwort für den aus einem Stück gewalzten Stahlträger – und erkennt "augenblicklich die Möglichkeiten der Entwicklung signifikanter Skulpturen, deren Charakteristik präzis und unverkennbar mit diesem Profil verbunden sind". In der Akzeptanz des funktional-industriell geformten Materials findet Fiebig ein neues ästhetisches Bezugssystem. Seine Grundformen sind Knoten, Tore, Säulen, die er immer wieder neu und nachvollziehbar variiert.

Zur Bibliografie:
Claus Pese, Mehr als nur Kunst. Das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum, Ostfildern-Ruit 1998 (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd. 2), S. 127–130.

 
           
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