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Camille Graeser

ausgestellte Werke:

 

 
 

Bewegung um ein Excentrum

Variation zu gleichnamigen Ölbild, 1958/59
Serigrafie auf Polystyrolplatte
Nr. 84 von 100 nummerierten und signierten Exemplaren
Druck und Verlag: Edition Hoffmann, Friedberg 1971

 

 








 

Dislokation 1972

1972
auf Polystyrolplatte
Nr. 13 von 100 nummerierten und signierten Ex.
Druck und Verlag: Ed. Hoffmann, Friedberg 1972

konkret
heisst verzicht auf darstellung einer optischen gegenstandswelt in der kunst.
konkret
heisst eine neue, klare bildwelt gestalten.
konkret
heisst bauen, konstruieren und entwickeln von rhythmen auf geometrischer grundlage
konkret
ist streng logisches schaffen und gestalten von kunstwerken, die eigengesetzlichkeit haben.
konkret
ist das spiel mit mass und wert von farbe, form und linie.
konkret
ist ausschaltung alles unbewussten
konkret
ist der sichtbar gestaltete malerische klang ähnlich der musik.
konkret
heisst reinheit, gesetz und ordnung.
camille graeser, in: abstrakt + konkret, 1944

Zur Biografie:
Geboren 1892 Carouge (Kanton Genf), gestorben 1980 Zürich. Maler, Grafiker, Designer, Innenarchitekt. 1913-15 Studium der Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Mitglied des Deutschen Werkbundes. Kontakte zum „Sturm“. 1964 Erste Retrospektive im Kunsthaus Zürich. 1977 Teilnahme an der documenta 7. In den 20er Jahren war Graeser vorwiegend als Innenarchitekt und Industriedesigner in Stuttgart tätig, dabei auch an der Planung der Weißenhofsiedlung unter Mies van der Rohe beteiligt. Gestaltet in dessen Wohnblock in der Weissenhof-Siedlung in Stuttgart eine Musterwohnung für die Ausstellung „Die Wohnung 1927“. 1933 nach Machtergreifung denunziert. Nach 1933 wandte sich Graeser in Zürich der Geometrischen Abstraktion zu. Er schuf großformatige, streng systematische abstrakte Bilder aus wenigen, aber variantenreich durchgespielten geometrischen Elementen, Grundflächen und grellen, plakativen Farbwerten (Translokation, 1969) und nahm so formale Entwicklungen der Minimal Art vorweg. 1981 Gründung der Camille-Graeser-Stiftung Zürich.

Als Camille Graeser 1933 in die Schweiz zurückkehrte, gab er in Stuttgart eine gesicherte Existenz auf und wagte einen vollkommenen Neubeginn in Zürich. Sein eigenständiges Werk beginnt 1938 mit der Mitgliedschaft in der Künstlervereinigung „Allianz“. Zuerst setzte er die geometrische Figur vor einen Bildgrund, fand aber bald zur totalen Bildflächengestaltung, die keine Trennung von Bild und Grund mehr kennt. Die Entwicklung verläuft sehr konsequent über verschiedene Themen, wie zum Beispiel „Relationen“, „Dislokationen“, „Bewegte Elemente“. Es ist Graeser gelungen, ohne theoretischen Überbau, ein malerisches Werk zu schaffen, das aber auch dem Theoretiker der Konkreten Kunst reichlich neuen Stoff bietet und für den Betrachter durch Harmonie von Formen und Farben viel Befriedigung bereitet. Vor allem ist die Bearbeitung der Farbmaterie, die über mehrere Schichten reicht, bedeutend. Sein Werk ist besonders geeignet, musikalische Inspiration zu wecken.
Eugen Gomringer

Zur Bibliografie (ab 1979):

  • Herbert Distel: Das Schubladenmuseum im Kunsthaus Zürich, Vorwort Peter Killer, Bern 1978
  • Erika Billeter und Manfred Foth, Hans Curjel, Eugen Gomringer, Willy Rotzler, Zur Ausstellung Camille Graeser, in: Camille Graeser, Katalog Kunsthaus Zürich, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 1979
  • Eugen Gomringer, Zur Sache der Konkreten. Manifeste, Aufsätze, Reden zur Ästhetik der konkreten Poesie und Kunst, 1954-1979
  • Karin von Maur, Kunst des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1979
  • Willy Rotzler, Camille Graeser. Lebensweg und Lebenswerk, Zürich 1979
  • Dieter Schwarz, Camille Graeser. Zeichnungen, Vorwort Rudolf Koella, Zürich 1986
  • Stefan Paradowski, Camille Graeser. Druckgraphik und Multiples, Vorwort Willy Rotzler, Zürich 1990
 
           
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