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Richard Paul Lohse

ausgestellte Werke:

 
 

3 x 3 Farbgleichungen

3 Siebdrucke mit Analysen des Künstlers und einem Text von R.H. Fuchs
Nr. 9 von 50 nummerierten und signierten Exemplaren
Editions Média, Neuchâtel 1980

 

 

 

Ohne Titel

Siebdruck
o.D.
Nr. 41 von 150 signierten und nummerierten Exemplaren

Grundlagen der seriellen Ordnungen sind die Mengengleichheit der Farben, wachsende Farbordnungen und Kombinatorik.
Das Thema bestimmt die Anzahl der Farben innerhalb der Reihen, die Anzahl der Farbreihen ergibt Begrenzung und Dimension.
Alle Farben sind mit der gleichen Quantität in jeder Reihe, jede Farbreihe mit der gleichen Quantität an der Gesamtfläche beteiligt.
Innerhalb des Koordinationssystems sind alle Farben in der Weise fixiert, dass sie nur einmal an dem durch die thematische Konzeption bestimmten Kreuzungsort auftreten. Jede Farbe repräsentiert ein selbständiges Individuum.
Das Bildfeld wird Strukturfeld, die Summe der Farben eine Farbreihe. Die kontinuierliche Farbreihe als Element der Farbordnung bildet horizontal und vertikal ein in sich geschlossenes, erweiterbares Kreislaufsystem. Das Prinzip der Farbreihe enthält kongruent Beginn und Beendigung der Bildaktion, die operative Identität aller Farbteile.
Das Resultat der kombinatorischen Methode ist die gesetzliche Flexibilität, die flexible Gesetzlichkeit der Farbmenge, und damit die Möglichkeit zu grossen Farbordnungen. In jeder Dimension bleibt das Gesetz konstant. Das dialektische Gesetz bestimmt, dass die Veränderung einer Farbe innerhalb einer Farbreihe zur Veränderung aller Farbreihen, zur Veränderung der Gesamtstruktur führt.
Die Mengengleichheit der Farbe repräsentiert ein demokratisches Prinzip, die gleichwertige Präsenz aller Farben, Identität von Quantität und Qualität.
Richard Paul Lohse

Zur Biografie:
Geboren 1902 Zürich, dort gestorben 1988. Maler, Grafiker. 1918-22 Kunstgewerbeschule Zürich. Dem schloss sich 1923 ein Aufenthalt in Paris an. 1937 wurde er Mitbegründer der Künstlergruppe „Allianz“.
Seit 1942 befasste sich Lohse in seinen streng geometrischen Bildern mit modularen und seriellen Anordnungen von Farben in vertikal-horizontalen Gliederungen („15 Systematische Farbreihen mit vertikaler Verdichtung“, 1950-67). Grundlage seiner Werke sind harmonikale Farbtheorien wie mathematische Progressionen und Teilungen, die den äußerst präzise ausgeführten Werken die Wirkung von farbigen Fugen verleihen („Rhythmische Progression“, 1952-59). Er gehört mit Max Bill zu den wichtigsten Vertretern der Schweizer Konkreten. 1968 war er vertreten aufi der 4. documenta, 1982 auf der 7. documenta in Kassel. 1972 repräsentierte er die Schweiz bei der 36. Biennale in Venedig. Gründung der Richard Paul Lohse-Stiftung Zürich.

Zur Bibliografie:

  • Modulare und Serielle Ordnungen, Köln/Paris 1973, Modulare und Serielle Ordnungen 1983-84, Zürich 1984
  • Zeichnungen, Dessins 1935-1985, Baden 1986

    Eigene Schriften:

  • Almanach neuer Kunst in der Schweiz, zusammen mit Leo Leuppi, Zürich 1940
  • Katalog Allianz Kunsthaus. Die Entwicklung der Gestaltungsgrundlagen der konkreten Kunst, Zürich 1947
  • Die Tat 176. Vom Element zur Serie, Zürich 1969
  • Pier and Ocean: The Fundamentals of Thematic Serial Order, Katalog London/Otterlo 1980
 
           
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