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Ohne Titel
Siebdruck
o.D.
Nr. 41 von 150 signierten und nummerierten Exemplaren
Grundlagen der seriellen Ordnungen sind die Mengengleichheit
der Farben, wachsende Farbordnungen und Kombinatorik.
Das Thema bestimmt die Anzahl der Farben innerhalb der Reihen, die Anzahl
der Farbreihen ergibt Begrenzung und Dimension.
Alle Farben sind mit der gleichen Quantität in jeder Reihe, jede
Farbreihe mit der gleichen Quantität an der Gesamtfläche beteiligt.
Innerhalb des Koordinationssystems sind alle Farben in der Weise fixiert,
dass sie nur einmal an dem durch die thematische Konzeption bestimmten
Kreuzungsort auftreten. Jede Farbe repräsentiert ein selbständiges
Individuum.
Das Bildfeld wird Strukturfeld, die Summe der Farben eine Farbreihe. Die
kontinuierliche Farbreihe als Element der Farbordnung bildet horizontal
und vertikal ein in sich geschlossenes, erweiterbares Kreislaufsystem.
Das Prinzip der Farbreihe enthält kongruent Beginn und Beendigung
der Bildaktion, die operative Identität aller Farbteile.
Das Resultat der kombinatorischen Methode ist die gesetzliche Flexibilität,
die flexible Gesetzlichkeit der Farbmenge, und damit die Möglichkeit
zu grossen Farbordnungen. In jeder Dimension bleibt das Gesetz konstant.
Das dialektische Gesetz bestimmt, dass die Veränderung einer Farbe
innerhalb einer Farbreihe zur Veränderung aller Farbreihen, zur Veränderung
der Gesamtstruktur führt.
Die Mengengleichheit der Farbe repräsentiert ein demokratisches Prinzip,
die gleichwertige Präsenz aller Farben, Identität von Quantität
und Qualität.
Richard Paul Lohse
Zur Biografie:
Geboren 1902 Zürich, dort gestorben 1988. Maler, Grafiker. 1918-22
Kunstgewerbeschule Zürich. Dem schloss sich 1923 ein Aufenthalt in
Paris an. 1937 wurde er Mitbegründer der Künstlergruppe „Allianz“.
Seit 1942 befasste sich Lohse in seinen streng geometrischen Bildern mit
modularen und seriellen Anordnungen von Farben in vertikal-horizontalen
Gliederungen („15 Systematische Farbreihen mit vertikaler Verdichtung“,
1950-67). Grundlage seiner Werke sind harmonikale Farbtheorien wie mathematische
Progressionen und Teilungen, die den äußerst präzise ausgeführten
Werken die Wirkung von farbigen Fugen verleihen („Rhythmische Progression“,
1952-59). Er gehört mit Max Bill zu den wichtigsten Vertretern der
Schweizer Konkreten. 1968 war er vertreten aufi der 4. documenta, 1982
auf der 7. documenta in Kassel. 1972 repräsentierte er die Schweiz
bei der 36. Biennale in Venedig. Gründung der Richard Paul Lohse-Stiftung
Zürich.
Zur Bibliografie:
- Modulare und Serielle Ordnungen, Köln/Paris
1973, Modulare und Serielle Ordnungen 1983-84, Zürich 1984
- Zeichnungen, Dessins 1935-1985, Baden 1986
Eigene Schriften:
- Almanach neuer Kunst in der Schweiz, zusammen
mit Leo Leuppi, Zürich 1940
- Katalog Allianz Kunsthaus. Die Entwicklung der
Gestaltungsgrundlagen der konkreten Kunst, Zürich 1947
- Die Tat 176. Vom Element zur Serie, Zürich
1969
- Pier and Ocean: The Fundamentals of Thematic Serial
Order, Katalog London/Otterlo 1980
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