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Eduard Micus
ausgestelltes Werk:
Ohne Titel
1967
Plastik, bemaltes Holz
Meine Bilder, meine Absichten, sind wie alle Absichten mit
Bildern durch Worte nicht zu umschreiben. Beschreibe Linien, die Nuancen
von Weiß... Tastend entstehen sie, und kein Ergebnis ist wie der
erste Gedanke. Wer die erste Seite schreibt, weiß nicht die letzte.
Wer den ersten Schritt tut, kennt nicht den letzten. Ein Strich bedingt
den nächsten und begibt sich in Abhängigkeit bis zum Ende, zum
organischen Gebilde, das keine Fragen mehr zuläßt.
Ich habe die Fläche, den begrenzten Raum, darin die leere Hälfte:
den Halt, das Intakte, unberührt, bereit Gegenüber zu sein der
Heiterkeit, der Trauer, den Ängsten, dem, was ich nicht buchstabieren
kann. Ich fülle das abgesteckte Feld, ohne Absicht, wie mich die
Jahre gefüllt haben.
Eduard Micus
Zur Biografie:
Geboren 1925 in Höxter an der Weser, 2000 gestorben in Jesús,
Ibiza, wo er seit 1972 lebte. In den Jahren 1943/44 kommt er durch Reinhard
Schmidhagen, Marburg, zur Malerei. Und studiert 1948–52 an der Kunstakademie
Stuttgart bei Willi Baumeister. 1952 entstehen die ersten durch eine Linie
geteilten Bilder. 1962 erste „Coudragen“, durch eine Naht
geteilte Bilder. 1982 farbige Papiercollagen auf Stoff, Auflösung
des Tafelbildes. 1989 Holzarbeiten, Materialbilder. 1991 hatte er eine
erste Einzelausstellung in der Galerie Hennemann.
Von 1965 bis 1970 war Eduard Micus Mitglied der Künstlergruppe SYN,
die die Idee einer ganzheitlichen Kunst vertrat. 1952 entstanden seine
ersten, durch eine Linie geteilten Bilder, deren „Kontrastkomposition“
er bis zu seinem Tod als Gestaltungs- und Ordnungsprinzip seiner Bilder
thematisiert. Die „Coudragen“ sind durch eine Mittelnaht geteilte
Leinwände, deren meditative linke Bildhälften den bewegten,
aktiven rechten Seiten gegenüberstehen. Micus’ Bildfindungen
der Zweiteilung und Polarität sind spannungsreiche, sensible Werke.
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