|
|
Long Journey
2 Serigrafien
1979
signiertes und nummeriertes Exemplar Nr. VIII von XV
Edition Hoffmann, Friedberg 1987
SPACEFORM SPACEFORMS
SPACE FORM SPACE FORM SPACE FORM
SPACEFORM A SPACE A FORM A SPACEFORM
SPACE FORMS SPACE SPACE FORMS FORM
FORM FORMS SPACE FORM FORMS FORM
SPACEFORMS
CONSTELLATIONS
UP DOWN UP DOWN UP DOWN
UP OVER DOWN
UP OVER DOWN AND BACK
OVER DOWN BACK AND UP
UP DOWN UP DOWN
OVER BACK DOWN AND UP
GOING UP
GOING OUT
GOING FORCES
FORCES WITHIN FORCES FORCES
THE SPACE WITHIN FORCES
THE SPACE WITHOUT FORCES
THE FORMS WITHIN FORCES
THE FORMS WITHOUT FORMS PATTERNS
PATTERNS OF FORM PATTERNS OF SPACE
SHIFTING PATTERNS SHIFTING PATTERNS OF
COMPLEXITY
PATTERN OF COMPLEXITY IN ORDER
CONSTELLATIONS FORM SPACE
Leon Polk Smith, 1965
Zur Biografie:
Geboren 1906 in Chickasho, im Indianerterritorium, 1997 gestorben in New
York City. 1925–31 arbeitete er auf Baustellen im Südwesten
der USA. 1931–1938 Lehrer und Beginn eines Kunststudiums. 1939-40
Reisen nach Europa und Mexiko. 1939-42 Professor am College of Education,
Universität Georgia. 1943 entstanden erste abstrakte Bilder. 1952-57
Professor für Kunstgeschichte am Mills College of Education, New
York. 1968-74 entstanden die „Constellations“, 1976–78
eine Serie von 25 rundförmigen Gemälden in Anlehnung an streng
konstruktivistische Kompositionsprinzipien, 1979-81 „Form Space
Series“ (2teilige Gemälde, die unterschiedlich gehängt
werden können), 1983-87 entstanden großformatige, oft monochrom
gehaltene Arbeiten.
Leon Polk Smith war der herausragende Vertreter der Konkreten Kunst Amerikas.
Seine Arbeiten bauen sich zumeist aus wenigen, klar definierten und präzise
gestalteten Einzelelementen auf, denen eine einfache geometrische Bildsprache
zugrunde liegt. Dieses Formenvokabular prägt sein Werk seit der Mitte
der 40er Jahre, als er sich, nach einer am Gegenständlichen orientierten
frühen Schaffensphase, den Gestaltungsprinzipien des Neoplastizismus
zuwandte. In den Bildern aus jener Zeit, mit denen er - wie er selbst
sagte - „Mondrian erneuern wollte", dominieren kleinteilige,
horizontal und vertikal ausgerichtete Flächenformen, zudem tritt
erstmals (ganz im Gegensatz zu Mondrian!) die Diagonale indirekt als gestalterisches
Element in Erscheinung. Bevorzugt verwendet der Künstler reine Farben,
eine Vorliebe, die er aus seiner Herkunft, seiner indianischen Abstammung
erklärt: „Ich bin im Südwesten aufgewachsen, wo die Farben
der Natur rein und üppig waren ..."
Einen wichtigen Einschnitt im Œuvre Leon Polk Smiths markiert dann
das Jahr 1954, als die komplexen konstruktivistischen Rasterformen der
frühen Schaffensperiode zugunsten sich wechselseitig bedingender
großflächiger Farb- und Formkonstellationen zurücktreten.
Höchst eigenständige Bildfindungen stellen seine „Tondi"
dar, zu denen er sich - die Geschichte wird immer wieder gern erzählt
- durch einen Katalog für Sportartikel anregen ließ. Darin
waren die Umrisslinien von Bällen abgebildet, deren Körperhaftigkeit
durch den Verlauf der Nähte auf ihrer Oberfläche sichtbar wurde.
Diese Verbindung von Körperlichkeit und Flächigkeit faszinierte
den Künstler; und er begann seine Serie von Rundbildern, die durch
eine oder auch mehrere Linien unterteilt sind, wobei die Grenzen zweier
aneinanderstoßender Flächenformen als Trennungslinien erscheinen.
Seit dem Ende der 50er Jahre entstanden die „Shaped canvas"-Bilder.
Hier erhielten die Farbflächen eine autonome Gestalt und sprengten
damit das herkömmliche Bildformat. Dieses Gestaltungsprinzip regte
den Künstler im Laufe der 60er Jahre zu seiner Werkreihe der Constellations
an, Gruppen von runden, ovalen, quadratischen oder rechteckigen Bildtafeln
mit abgerundeten Ecken, die von gemalten, über alle Tafeln sich erstreckenden
Farbflächen überlagert werden. In den Constellations erreicht
Leon Polk Smiths Auseinandersetzung mit der flächenräumlichen
Bildgestaltung ihren formalen Höhepunkt: Die Konfigurationen nehmen
immer größere Dimensionen an, die Farbpalette wird immer reichhaltiger,
das Kolorit nimmt an Intensität zu.
In den 80er Jahren setzt dann eine gegenläufige Tendenz ein. Es entstehen
von nun an oftmals sehr großformatige Kompositionen, die sich durch
radikale Einfachheit, Klarheit und Strenge, insgesamt durch einen unverkennbaren
Minimalismus auszeichnen. Der Künstler reduziert die Farbpalette,
mitunter bis hin zu monochromen Arbeiten, zugleich vereinfacht er sein
Formenrepertoire. Diese Tendenz charakterisiert das Spätwerk bis
zu seinem Tod im Jahre 1996.
Die drei Serigraphie-Mappen, die im Jahre 1987 von der Edition Hoffmann
in Friedberg herausgegeben wurden, stehen in relativ engem Kontext zum
malerischen Werk von Leon Polk Smith. Dies trifft insbesondere auf die
aus zehn Blättern bestehende Mappe Werkübersicht 1947-84 zu;
hier rekapituliert der Künstler zehn seiner Gemälde und Collagen
aus den unterschiedlichen Werkphasen der vorangegangenen vier Jahrzehnte,
beispielsweise in der in strengem Schwarzweiß gehaltenen Serigraphie,
die das Gemälde Black-White repeat von 1952 wieder aufnimmt. Indem
er die zehn Arbeiten im einheitlichen Blattformat zu einer Art Serie zusammenfügt,
gibt er damit zugleich einen Einblick in die Entwicklung seines Schaffens
sowie einen Überblick über die sein Gesamtwerk konstituierenden
Gestaltungsprinzipien. In der Mappe Quadrat im Kreis, die aus sieben Blättern
gleichen Formats besteht, variiert er ein Bildthema vom Ende der 40er
Jahre sowie aus der Mitte der 70er Jahre: den Dialog von Rechteck und
Kreisform, das Zusammenspiel der Rundform des Bildträgers (Tondo)
mit den darin einbeschriebenen vertikalen und horizontalen Lineaturen
und Flächenformationen. Als eine Art druckgrafische Reprise gleichnamiger
Collagen versteht sich die Arbeit Long Journey, die sich aus zwei „Modulen"
im komplementären Farbwechsel zusammensetzt und somit den im gemalten
„Original" formulierten Gedanken von im Farbraum sich erstreckender
Weite und Unendlichkeit wiedererweckt. Von 1991 stammt die Arbeit Flying
Carpet / Magic Carpet, die, aus sechs vertikal ausgerichteten Bildfeldern
zusammengefügt und beidseitig bedruckt, in der Art eines Paravents
im Raum aufgestellt wird.
Leon Polk Smiths Bilder handeln stets von sich selbst; er vertritt in
ihnen keine Philosophie und Weltanschauung, es geht ihm nach eigenen Worten
weder um Mythen noch um Politik oder Religion. Er versteht seine Bilder
als visuelle, nonverbale Kommunikationsmittel, die von großer Offenheit
geprägt sind und dem Betrachter ein weites Assoziationsfeld zwischen
emotionaler Aneignung und rationaler Denkweise offerieren.
Zur Bibliografie (ab 1980):
- Lawrence Alloway, Leon Polk Smith. Large Abstract
painting, 1969-81, in: Arts Magazine, vol. 56, no. 4, New York 1981
- Michael Komanecky u. a., The Folding Image: screens
by western artists of the 19. and 20. Centuries, Katalog Yale University
Gallery New Haven, Connecticut 1984
- Lucius Grisebach, Raum in der Fläche modellieren,
in: Leon Polk Smith Collagen 1981-1983, Katalog Nationalgalerie, Staatliche
Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1984
- Leon Polk Smith, Statement, in: Katalog Amarillo
Art Center, Amarillo 1985
- Leon Polk Smith, Statement, in: Katalog The Art
Museum Association, San Francisco 1986 Paul Eubel, Bilder für den
Himmel, Katalog Goethe-Institut, Osaka 1987
- Carter Ratcliff, Leon Polk Smith, 5 Decades of
Geometric Inventions, New York 1988
- Richard W Gassen, Das Gleichgewicht von Farbe,
Form und Raum. Künstlerische Gestaltungsprinzipien im Œuvre
Leon Polk Smiths 1936-1988, Katalog Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
1989
|
|