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Leon Polk Smith

ausgestellte Werke:

Werkübersicht 1946-1986

10 Serigrafien, mit einem Faksimilétext von Leon Polk Smith und einem Text von Lucius Grisebach
Nr. 33 von 90 signierten und nummerierten Exemplaren
Edition Hoffmann, Friedberg 1987

 

 
 

Screen C

1991
4-teiliger Paravent
Acryl auf Karton
25 nummerierte und signierte Exemplare
Edition Hoffmann, Friedberg 1991
Leihgabe der Edition & Galerie Hoffmann

 

 
 

Quadrat und Kreis

1949-1976
7 Siebdrucke
épreuve d’artiste Nr. 3, signiert und nummeriert
Edition Hoffmann, Friedberg 1987

 

 








 

Long Journey

2 Serigrafien
1979
signiertes und nummeriertes Exemplar Nr. VIII von XV
Edition Hoffmann, Friedberg 1987

SPACEFORM SPACEFORMS
SPACE FORM SPACE FORM SPACE FORM
SPACEFORM A SPACE A FORM A SPACEFORM
SPACE FORMS SPACE SPACE FORMS FORM
FORM FORMS SPACE FORM FORMS FORM
SPACEFORMS

CONSTELLATIONS
UP DOWN UP DOWN UP DOWN
UP OVER DOWN
UP OVER DOWN AND BACK
OVER DOWN BACK AND UP
UP DOWN UP DOWN
OVER BACK DOWN AND UP
GOING UP
GOING OUT
GOING FORCES
FORCES WITHIN FORCES FORCES
THE SPACE WITHIN FORCES
THE SPACE WITHOUT FORCES
THE FORMS WITHIN FORCES
THE FORMS WITHOUT FORMS PATTERNS
PATTERNS OF FORM PATTERNS OF SPACE
SHIFTING PATTERNS SHIFTING PATTERNS OF
COMPLEXITY
PATTERN OF COMPLEXITY IN ORDER
CONSTELLATIONS FORM SPACE

Leon Polk Smith, 1965

Zur Biografie:
Geboren 1906 in Chickasho, im Indianerterritorium, 1997 gestorben in New York City. 1925–31 arbeitete er auf Baustellen im Südwesten der USA. 1931–1938 Lehrer und Beginn eines Kunststudiums. 1939-40 Reisen nach Europa und Mexiko. 1939-42 Professor am College of Education, Universität Georgia. 1943 entstanden erste abstrakte Bilder. 1952-57 Professor für Kunstgeschichte am Mills College of Education, New York. 1968-74 entstanden die „Constellations“, 1976–78 eine Serie von 25 rundförmigen Gemälden in Anlehnung an streng konstruktivistische Kompositionsprinzipien, 1979-81 „Form Space Series“ (2teilige Gemälde, die unterschiedlich gehängt werden können), 1983-87 entstanden großformatige, oft monochrom gehaltene Arbeiten.
Leon Polk Smith war der herausragende Vertreter der Konkreten Kunst Amerikas. Seine Arbeiten bauen sich zumeist aus wenigen, klar definierten und präzise gestalteten Einzelelementen auf, denen eine einfache geometrische Bildsprache zugrunde liegt. Dieses Formenvokabular prägt sein Werk seit der Mitte der 40er Jahre, als er sich, nach einer am Gegenständlichen orientierten frühen Schaffensphase, den Gestaltungsprinzipien des Neoplastizismus zuwandte. In den Bildern aus jener Zeit, mit denen er - wie er selbst sagte - „Mondrian erneuern wollte", dominieren kleinteilige, horizontal und vertikal ausgerichtete Flächenformen, zudem tritt erstmals (ganz im Gegensatz zu Mondrian!) die Diagonale indirekt als gestalterisches Element in Erscheinung. Bevorzugt verwendet der Künstler reine Farben, eine Vorliebe, die er aus seiner Herkunft, seiner indianischen Abstammung erklärt: „Ich bin im Südwesten aufgewachsen, wo die Farben der Natur rein und üppig waren ..."
Einen wichtigen Einschnitt im Œuvre Leon Polk Smiths markiert dann das Jahr 1954, als die komplexen konstruktivistischen Rasterformen der frühen Schaffensperiode zugunsten sich wechselseitig bedingender großflächiger Farb- und Formkonstellationen zurücktreten. Höchst eigenständige Bildfindungen stellen seine „Tondi" dar, zu denen er sich - die Geschichte wird immer wieder gern erzählt - durch einen Katalog für Sportartikel anregen ließ. Darin waren die Umrisslinien von Bällen abgebildet, deren Körperhaftigkeit durch den Verlauf der Nähte auf ihrer Oberfläche sichtbar wurde. Diese Verbindung von Körperlichkeit und Flächigkeit faszinierte den Künstler; und er begann seine Serie von Rundbildern, die durch eine oder auch mehrere Linien unterteilt sind, wobei die Grenzen zweier aneinanderstoßender Flächenformen als Trennungslinien erscheinen.
Seit dem Ende der 50er Jahre entstanden die „Shaped canvas"-Bilder. Hier erhielten die Farbflächen eine autonome Gestalt und sprengten damit das herkömmliche Bildformat. Dieses Gestaltungsprinzip regte den Künstler im Laufe der 60er Jahre zu seiner Werkreihe der Constellations an, Gruppen von runden, ovalen, quadratischen oder rechteckigen Bildtafeln mit abgerundeten Ecken, die von gemalten, über alle Tafeln sich erstreckenden Farbflächen überlagert werden. In den Constellations erreicht Leon Polk Smiths Auseinandersetzung mit der flächenräumlichen Bildgestaltung ihren formalen Höhepunkt: Die Konfigurationen nehmen immer größere Dimensionen an, die Farbpalette wird immer reichhaltiger, das Kolorit nimmt an Intensität zu.
In den 80er Jahren setzt dann eine gegenläufige Tendenz ein. Es entstehen von nun an oftmals sehr großformatige Kompositionen, die sich durch radikale Einfachheit, Klarheit und Strenge, insgesamt durch einen unverkennbaren Minimalismus auszeichnen. Der Künstler reduziert die Farbpalette, mitunter bis hin zu monochromen Arbeiten, zugleich vereinfacht er sein Formenrepertoire. Diese Tendenz charakterisiert das Spätwerk bis zu seinem Tod im Jahre 1996.
Die drei Serigraphie-Mappen, die im Jahre 1987 von der Edition Hoffmann in Friedberg herausgegeben wurden, stehen in relativ engem Kontext zum malerischen Werk von Leon Polk Smith. Dies trifft insbesondere auf die aus zehn Blättern bestehende Mappe Werkübersicht 1947-84 zu; hier rekapituliert der Künstler zehn seiner Gemälde und Collagen aus den unterschiedlichen Werkphasen der vorangegangenen vier Jahrzehnte, beispielsweise in der in strengem Schwarzweiß gehaltenen Serigraphie, die das Gemälde Black-White repeat von 1952 wieder aufnimmt. Indem er die zehn Arbeiten im einheitlichen Blattformat zu einer Art Serie zusammenfügt, gibt er damit zugleich einen Einblick in die Entwicklung seines Schaffens sowie einen Überblick über die sein Gesamtwerk konstituierenden Gestaltungsprinzipien. In der Mappe Quadrat im Kreis, die aus sieben Blättern gleichen Formats besteht, variiert er ein Bildthema vom Ende der 40er Jahre sowie aus der Mitte der 70er Jahre: den Dialog von Rechteck und Kreisform, das Zusammenspiel der Rundform des Bildträgers (Tondo) mit den darin einbeschriebenen vertikalen und horizontalen Lineaturen und Flächenformationen. Als eine Art druckgrafische Reprise gleichnamiger Collagen versteht sich die Arbeit Long Journey, die sich aus zwei „Modulen" im komplementären Farbwechsel zusammensetzt und somit den im gemalten „Original" formulierten Gedanken von im Farbraum sich erstreckender Weite und Unendlichkeit wiedererweckt. Von 1991 stammt die Arbeit Flying Carpet / Magic Carpet, die, aus sechs vertikal ausgerichteten Bildfeldern zusammengefügt und beidseitig bedruckt, in der Art eines Paravents im Raum aufgestellt wird.
Leon Polk Smiths Bilder handeln stets von sich selbst; er vertritt in ihnen keine Philosophie und Weltanschauung, es geht ihm nach eigenen Worten weder um Mythen noch um Politik oder Religion. Er versteht seine Bilder als visuelle, nonverbale Kommunikationsmittel, die von großer Offenheit geprägt sind und dem Betrachter ein weites Assoziationsfeld zwischen emotionaler Aneignung und rationaler Denkweise offerieren.

Zur Bibliografie (ab 1980):

  • Lawrence Alloway, Leon Polk Smith. Large Abstract painting, 1969-81, in: Arts Magazine, vol. 56, no. 4, New York 1981
  • Michael Komanecky u. a., The Folding Image: screens by western artists of the 19. and 20. Centuries, Katalog Yale University Gallery New Haven, Connecticut 1984
  • Lucius Grisebach, Raum in der Fläche modellieren, in: Leon Polk Smith Collagen 1981-1983, Katalog Nationalgalerie, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1984
  • Leon Polk Smith, Statement, in: Katalog Amarillo Art Center, Amarillo 1985
  • Leon Polk Smith, Statement, in: Katalog The Art Museum Association, San Francisco 1986 Paul Eubel, Bilder für den Himmel, Katalog Goethe-Institut, Osaka 1987
  • Carter Ratcliff, Leon Polk Smith, 5 Decades of Geometric Inventions, New York 1988
  • Richard W Gassen, Das Gleichgewicht von Farbe, Form und Raum. Künstlerische Gestaltungsprinzipien im Œuvre Leon Polk Smiths 1936-1988, Katalog Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 1989
 
           
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