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Klophaus - 24 Std. ...
Links zu den
ausgestellten Werken:
Carlo Alfano
Georg Baselitz
Harry Bertoia
J.
Beuys - Minneapolis
J. Beuys
- Telephon E–S
J. Beuys
- Erdtelephon
Karl Bohrmann
Emil Cimiotti
Martin Disler
Ulrich Erben
Rupprecht Geiger
Jochen Gerz
Raimund Girke
Karl Otto Götz
Gotthard Graubner
Keith Haring
H. Hartung
- o.T.
H. Hartung
- Métamorphose
Erich Hauser
Georg Herold
Per Kirkeby
Fritz Klemm
Ute Klophaus
Jirí Kolár
Joseph Kosuth
Helmut Lederer
Markus
Lüpertz
Mario Merz
A.R. Penck
Hans Platschek
Lothar Quinte
Arnulf
Rainer
Josua Reichert
Dieter Roth
Bernard
Schultze
Emil
Schumacher
Walter
Stöhrer
Walter
Tafelmaier
Antoni
Tàpies
Fred Thieler
Richard
Tuttle
Cy Twombly
Hans Uhlmann
Timm
Ulrichs
Emilio Vedova
Franz
Erhard Walther
Fritz Winter

Karl Otto Götz

Hans Hartung
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„Kunst
zeigt, was man nicht sieht“
Vom Informel bis heute - Künstlerpositionen aus fünf
Jahrzehnten
Internationale druckgrafische Mappenwerke und Serien
Die Städtische Sammlung Erlangen - Überblicke
III
8. Oktober – 20. November 2005
Ausstellungseröffnung: Freitag, 7. Oktober 2005, 19.30 Uhr
Begrüßung: Dr. Siegfried Balleis, Oberbürgermeister der
Stadt Erlangen
Einführung: Lisa Puyplat, Leiterin der Städtischen Galerie Erlange
Zur Ausstellung
Unter dem Titel „Vom Informel bis heute – Künstlerpositionen
aus fünf Jahrzehnten“ werden die Auswahlpräsentationen
aus der Städtischen Sammlung Erlangen in diesem Jahr nun zum dritten
Mal in Folge fortgesetzt.
„Internationale Kunst in ihren wesentlichen Strömungen ab 1945“
ist seit 1976 Konzept der Sammlung, als Karl Manfred Fischer, Kurator
dieser Ausstellungsreihe, die Leitung der Städtischen Sammlung übernahm.
Schwerpunkt sind seitdem druckgrafische Mappenwerke, Serien und Einzelwerke,
sowie Künstlerbücher und Multiples von Konkreter Kunst bis zu
Informel, Pop Art, Tachismus, Fluxus, Konzept- und Medienkunst.
Die Ausstellungsreihe steht unter dem dialektisch zu verstehenden Motto
„Kunst zeigt, was man nicht sieht“. In der ersten Präsentation
war dieser Satz auf ein für das Plakat verwendetes Foto des englischen
Fotokünstlers John Hilliard bezogen, in dessen Inszenierung die Betrachter
im Bild auf eine Leinwand blicken, von der man nur die Rückansicht
sieht. Das Plakat der letzten Präsentation verband damit ein Bild
der Performance- und Video-Künstlerin Vanessa Beecroft. Es zeigte
ein ungleiches Paar – eine Kopf stehende nackte Frau und einen bekleideten
Mann – vor dem Hintergrund ungleicher sozialer Bedingungen in ebenso
plakativer wie symbolischer Weise.
Das diesjährige Plakat zeigt ein Foto, auf dem Joseph Beuys mit geschlossenen
Augen auf einer Fettecke ruht, während seiner legendären 24-Stunden-Aktion
von 1965, aufgenommen von der Fotografin Ute Klophaus. Der meditativen
Innenschau des Künstlers steht der Betrachter gegenüber. Zwei
Aspekte des Ausdrucks und des (Nicht-) Sehens treffen aufeinander.
Exemplarisch für das Motto könnte jedoch auch ein Satz von Karl
Bohrmann sein, einer unter den hier Präsentierten, der mit seiner
leisen Kunst die Spanne zwischen Informel und skripturaler Malerei abdeckt:
„Das ist eine wichtige Erfahrung, dass ich mich durch das Zeichnen
von dem ursprünglichen Sehen entfernt habe, dass ich das Zeichnen
zeichne und nicht das Gegenüber, auch nicht die Empfindung davon.“
Aber auch in diesem Zusammenhang lässt sich einmal mehr Gerhard Richter
zitieren, der wie kein anderer Gegenwartskünstler intensiv die heutige
Kunst auch schreibend reflektiert hat, und der in „Überblicke
II“ zu sehen war: „Abstrakte Bilder sind fiktive Modelle,
weil sie eine Wirklichkeit veranschaulichen, die wir weder sehen noch
beschreiben können, auf deren Existenz wir aber schließen können.“
Die dritte Sammlungs-Präsentation „Vom Informel bis heute –
Künstlerpositionen aus fünf Jahrzehnten“ präsentiert
nach der Konkreten und analytischen Kunst 2003, nach den Arbeiten im konzeptuellen
Dialog zwischen Malerei und Fotografie 2004, nun Arbeiten zwischen Informeller
Kunst, Tachismus, Abstraktem Expressionismus, gestischer Malerei, arte
povera und Postminimalismus. Sie machen künstlerische Entwicklungen
und exemplarische Standorte aus fünf Jahrzehnten, auch in ihren Vernetzungen
und Überschneidungen, deutlich.
Die Künstler sind: Carlo Alfano, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Karl
Bohrmann, Martin Disler,
Ulrich Erben, Rupprecht Geiger, Jochen Gerz, Raimund Girke, Karl Otto
Götz, Gotthard Graubner, Keith Haring, Hans Hartung, Erich Hauser,
Georg Herold, Per Kirkeby, Fritz Klemm, Ute Klophaus, Jiri Kolàr,
Joseph Kosuth, Markus Lüpertz, Mario Merz, A. R. Penck, Hans Platschek,
Lothar Quinte, Arnulf Rainer, Josua Reichert, Dieter Roth, Bernard Schultze,
Emil Schumacher, Walter Stöhrer, Walter Tafelmaier, Antoni Tàpies,
Fred Thieler, Richard Tuttle, Cy Twombly, Timm Ulrichs, Emilio Vedova,
Franz Erhard Walther, Fritz Winter.
Ergänzend werden Plastiken und Objekte von Harry Bertoia, Emil Cimiotti,
Erich Hauser, Joseph Beuys, Helmut Lederer und Hans Uhlmann sowie Künstlerfilme
aus dem Bestand der Sammlung gezeigt.
Die hier vertretenen Künstler- Positionen sind einerseits beispielhaft
für internationale Kunstrichtungen in diesen Jahrzehnten, mehr noch
aber steht die jeweilige künstlerische Arbeit im Dialog mit diesen
Tendenzen im Mittelpunkt.
Mehr als in den vorangegangenen beiden Auswahl-Präsentationen der
Städtischen Sammlung ist hier die Zeitgeschichte nach 1945 präsent,
da manche der künstlerischen Richtungen auch Reflex auf die erlebten
Erschütterungen waren.
Informel und Tachismus waren jene Kunst-Richtungen, die sich nach der
historischen Zäsur des Zweiten Weltkrieges auch als Antwort auf den
Faschismus in Europa als erste in den westlichen Ländern formierten.
Sie implizierten „Freiheit“ von jeglichen Gestaltungseinengungen
und wurden als Fanal gegen die Zumutungen des Verordneten, insbesondere
der Nazi- und der Kommunistischen Ideologie gesehen.
Ein weiteres Mal in der Zeitspanne der vergangenen fünf Jahrzehnte
begriffen sich die Künstler auch politisch, als sie im Gefolge der
Fluxus-Bewegung dann in den sechziger Jahren den gesellschaftlichen Resonanzboden
fanden. Wie kaum jemals zuvor wurde jetzt versucht, die künstlerischen
Grenzen zu sprengen und über die Sparten hinweg den Zugriff auf das
Leben zu behaupten. Damit wurden die Kunst und ihre Protagonisten für
einige Jahre Schreck und Zumutung für den Bürger und seine Sicherheiten.
Mit der Behauptung und Dominanz der kapitalistischen Welt der westlichen
Industrieländer gegenüber der sozialistisch-kommunistischen
Weltordnung folgte parallel zur Hoch-Zeit der Börsen in den achtziger
und neunziger Jahren mit ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz eine Blütezeit
der Kunst. Es ist bezeichnend, dass seither alljährlich die Zeitschrift
„Capital“ ihren Kunstkompass als eine Art Kunst-Börsennotierung
veröffentlicht. Festgeschrieben wurden dabei die Ismen und Einordnungen,
die den Sammlern den Weg durch den Kunstdschungel erleichtern sollten.
Dass die Kunst gesellschaftsfähig wurde, zeigt sich nicht zuletzt
auch daran, dass die Protagonisten aus Politik und Wirtschaft sich heute
nicht mehr vor Bücherregalen oder alten Stichen ablichten lassen,
sondern vor Bildern der Avantgarde.
Die verschiedenen Ismen, die eine Zeit lang hilfreich waren, sind in ihrer
unterscheidenden Gültigkeit nurmehr begrenzt von Nutzen. In der Zeit
des Pluralismus stehen Richtungen und Tendenzen, Medien und Sparten gleichrangig
nebeneinander oder vermischen sich in einem künstlerischen Werk.
Auch rückblickend ist deshalb die Zuordnung eines Künstlers
zu einer Richtung nicht mehr so einfach wie sie einst schien. Die Grenzen
zwischen Tachismus und Informel verschwimmen. Der Abstrakte Expressionismus
von Cy Twombly mündet in Skripturaler Kunst,
Per Kirkeby kann in seiner Malerei neoexpressionistisch sein, in seiner
Skulptur minimalistisch, Walter Stöhrer wandte sich ausdrücklich
gegen den „Hirnkleister des deutschen Informel“ und bezeichnete
seine Kunst als „Interpsychischen Realismus“. Künstler
wie Dieter Roth, Gotthard Graubner oder Arnulf Rainer widersetzen sich
im Grunde jeder Einordnung.
Die Präsentation der Ausstellung folgt deshalb bewusst weder einem
chronologischen noch
einem „thesenartigen“ Leitfaden. Die jeweiligen Focussierungen
lassen die Ränder offen und die Werke im Austausch untereinander
für sich sprechen. Auf diese Weise ist beispielsweise zu erfahren,
wie nahe das figurative Zeichnen eines Karl Bohrmann in ihren Anfängen
der informellen Abstraktion eines Emil Schumacher war, oder wie sich eine
Linie zieht vom neofigurativen Walther Stöhrer zum früh verstorbenen
Jungen Wilden Martin Disler. Man erfährt, wie die Amerikaner Richard
Tuttle und Cy Twombly sich von Europas Geistesgeschichte angezogen fühlen
und wie Schrift und Zeichen bei dem Deutschen Josua Reichert oder dem
amerikanischen Graffiti-Künstler Keith Haring zu Mitteln der Kommunikation
werden.
Das nachfolgende Gerüst der Stilrichtungen kann deshalb nur als Hilfskonstrukt
gesehen werden. So werden viele Künstler mehrfach erwähnt, weil
sie sich im Laufe ihres Lebens verschiedenen Richtungen zuordnen lassen.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Künstlern und Werken
sind im Ergänzungsheft enthalten.
Zu den Stilrichtungen der Ausstellung
Abstrakte Kunst
Kunstrichtung seit etwa 1910, die vom gegenständlichen Darstellen
und der Abbildung der Natur absieht (=gegenstandslose/ungegenständliche
Malerei).
Abstrakter Expressionismus
Kunststil ab 1945 in Amerika und Europa als Sammelbegriff für die
verschiedenen Richtungen der nicht-gegenständlichen Malerei. Es handelte
sich zunächst um eine große Gruppe von Malern innerhalb der
Künstlervereinigung École de Paris, die sich auf eigene Gefühle
und inneren Antrieb verließen, ohne jede Beschränkung in Bezug
auf Malweise, Technik und Materialien. Es ging um die freie Improvisation,
spontane Gestik, uneingeschränkte Farb- und Materialwahl. Beispiele
sind die „lyrische Abstraktion“, die „chromatische Abstraktion“,
die „absolute Malerei“, die „konkrete Malerei“,
das „Informel“, die „Art brut“, der „Tachismus“,
das „Action Painting“ und das „Drip Painting“,
die „Colour Field Paintings“ und das „Matter Painting“.
Künstler der Ausstellung: Rupprecht Geiger, Karl Otto Götz,
Hans Hartung, Erich Hauser, Hans Platschek, Emil Schumacher, Bernard Schultze,
Walter Stöhrer, Antoni Tàpies, Fred Thieler, Cy Twombly, Hans
Uhlmann, Emilio Vedova, Fritz Winter
Farbfeldmalerei / Colour Field Painting, fundamentale,
analytische Malerei
Richtung des Abstrakten Expressionismus, bei der die Farbe in großen
Feldern aufgetragen wird. Es gibt keine Bildmotive, die eine Verbindung
vom Maler zum Betrachter herstellen. Die Bilder scheinen emotionslos gemalt
zu sein. Es sind meist große einfarbig gemalte Flächen, deren
Ränder sich auflösen und ohne strenge Begrenzung in das nächste
Farbfeld übergehen.
Künstler der Ausstellung: Gotthard Graubner, Rupprecht Geiger, Ulrich
Erben, Lothar Quinte
Informelle Kunst / Informel
Um 1945 in Paris formierte Kunstrichtung (informel=nicht bildlich, auf
Formen verzichtend) als Gegenpol zur geometrischen Abstraktion. Es handelt
sich hier um eine Malerei, die keine Kompositionsregeln und keine organisierte
Formstruktur kennt und sich durch den freien und spontanen Ausdruck auszeichnet,
sie ist ein Bereich des großen Sammelbegriffs Abstrakter Expressionismus.
Künstler der Ausstellung: Karl Bohrmann, Hans Hartung, Karl Otto
Götz, Hans Platschek, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Fred Thieler,
Fritz Winter, Raimund Girke
Lyrische Abstraktion / gestische Malerei
Informelle Bildsprache, die den freien Duktus bremst.
Künstler der Ausstellung: Karl Otto Götz, Emilio Vedova, Fritz
Winter
Tachismus
Strömung der abstrakten Malerei ab 1945. Die Bilder entstehen spontan
und ohne festgelegte Komposition, das Bild wird beim Malen zur Aktionsfläche
und durch Pinselschwünge, Linien, Punkte, Spritzer und Flecken (la
tache=Fleck, tachisme=Fleckwerk) gestaltet. Empfindungen und das Unbewusste
werden spontan und unter Vermeidung jeder rationalen Kontrolle durch Auftrag
von Farbflecken dargestellt.
Künstler der Ausstellung: Emil Schumacher, Antoni Tàpies,
Hans Hartung, Karl Bohrmann, Erich Hauser, Emilio Vedova, Harry Bertoia,
Emil Cimiotti
Junge / Neue Wilde / Neue Heftige Malerei
Malerei ab 1978 in Deutschland als Gegenbewegung zur Avantgarde, Minimal
Art und Concept Art (der Name entstand in Anlehnung an die Fauves Anfang
des 20. Jh.). Sie ist geprägt durch rasche, breite Pinselstriche,
sehr farbkräftige und expressive Bilder, die spontan gemalt, lebensbejahend,
unbekümmert und von großer stilistischer Vielfalt sind. Es
sind Werke, die das Lebensgefühl der jungen Generation wiedergeben.
Künstler der Ausstellung: Martin Disler, Markus Lüpertz, Walter
Stöhrer
Figurative Kunst
Neue figurative Malerei
Die Kunstströmung beginnt um 1970 in Deutschland. Sie wird auch als
Neo-Expressionismus bezeichnet und breitet sich auch in Europa und Amerika
aus. Anfangs fanden sich Künstler-Gruppen zusammen, die jedoch bald
zerfielen. Die Themen der Künstler konzentrieren sich u. a. auf die
Auseinandersetzung mit dem Faschismus und mit der Gedankenwelt des Krieges,
auf politische Ereignisse der Gegenwart und die Darstellung des menschlichen
Körpers.
Künstler der Ausstellung: Georg Baselitz, Markus Lüpertz, A.R.
Penck, Arnulf Rainer, Georg Herold
Neo-Expressionismus
Mittelweg zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Richtung der
zeitgenössischen Malerei und Plastik, deren kraftvoll gestaltete
Handschrift und malerische Vitalität auf den deutschen Expressionismus
zurückweisen. Charakteristisch ist eine freie Figuration, die häufig
mit chiffrenhaften Gestalten arbeitet. Begrifflich sind die Grenzen zwischen
Neo-Expressionismus und Neuen
Wilden fließend.
Künstler der Ausstellung: Georg Baselitz, Per Kirkeby, Markus Lüpertz,
A. R. Penck
Konzeptuelle Kunst
Konzeptkunst
Kunstrichtung in Amerika ab 1965. Die Künstler erarbeiten nicht mehr
das fertige Kunstwerk, sondern nur noch einen Entwurf (lat. „Entwurf,
Plan für ein Vorhaben“). Im Englischen heißt diese Richtung
Concept Art. Das Kunstwerk ist für den Künstler nicht mehr so
sehr das geschaffene Bild, sondern der gedankliche Prozess, der vor der
Ausführung liegt.
Künstler der Ausstellung: Jochen Gerz, Joseph Kosuth, Franz Erhard
Walther, Joseph Beuys, Mario Merz
Minimal Art
Kunstrichtung, die sich seit den 60er Jahren in Amerika ausbreitet. Der
Inhalt des Bildes wird auf eine geringe (minimale) Form vereinfacht, häufig
füllt nur ein einziges malerisches Element das gesamte Bild aus,
indem es dauernd wiederholt wird. Die Künstler entwickelten ihre
elementare Formensprache in Reaktion auf den Abstrakten Expressionismus
und die Pop Art.
Künstler der Ausstellung: Ulrich Erben, Rupprecht Geiger, Fritz Klemm,
Raimund Girke, Andreas Brandt
Parallel-Aktionen
Gleichsetzen von Leben und Kunst.
Künstler der Ausstellung: Joseph Beuys, Dieter Roth
Postminimalismus
Arbeiten mit minimalem malerischem Aufwand. Trivialgegenstände zu
Assemblagen mit minimalen Eingriffen.
Künstler der Ausstellung: Richard Tuttle
Prozessdemonstration
Künstler der Ausstellung: Jochen Gerz, Franz Erhard Walther
Prozesskunst
Verwendung von Materialien, die einerseits einen Verfallsprozess sichtbar
machen und in denen andererseits der Entstehungsprozess gegenüber
dem Endprodukt betont ist. Ursprünge im Fluxus und Happening.
Künstler der Ausstellung: Joseph Beuys, Jochen Gerz, Dieter Roth
Material-Kunst
Kunst aus verschiedenen Materialien, zumeist des Alltags,
wie Blech, Sand, Stoffe etc., auch als Collagen.
arte povera
Bezeichnung für eine künstlerische Ausdrucksform, die geprägt
ist durch eine bewusste Armut der Darstellung und Materialien (ital. „arme
Kunst“). Variante der Objektkunst und der Materialkunst. Es handelt
sich um eine Bewegung von bildenden Künstlern aus Rom und Norditalien
aus der zweiten Hälfte der 1960er und 70er, die mit nicht traditioneller
und politisch belasteter Kunst experimentierten und so meist räumliche
Installationen aus „armen“, d. h. gewöhnlichen und alltäglichen
Materialien (Erde, Glassplitter, Holz, Bindfaden u. ä.) schufen.
Künstler der Ausstellung: Joseph Beuys, Jochen Gerz, Mario Merz
Objekt-Kunst
Kunstform, bei der ein gewöhnlicher Gebrauchsgegenstand des täglichen
Lebens von einem Künstler zu einem Kunstwerk erklärt wird. Es
handelt sich um dreidimensionale Bildwerke, entstanden im Fluxus, oft
aus nicht kunstwürdigen Materialien. Weitere Bezeichnungen sind Objets
trouvés oder Ready-made.
Künstler der Ausstellung: Joseph Beuys, Dieter Roth, Walter Tafelmaier,
Gotthard Graubner, Richard Tuttle
Skripturale, Zeichen-Kunst
Lyrische Abstraktion / gestische Malerei
Informelle Bildsprache, die den freien Duktus bremst.
Künstler der Ausstellung: Karl Otto Götz, Emilio Vedova, Fritz
Winter, Cy Twombly, Karl Bohrmann
Graffitikunst
Kunstrichtung ab1968 in Amerika, später auch in Europa (ital. „Eingekratztes“).
So werden die seit der Antike eingekratzten Inschriften auf Mauern bezeichnet.
In den 80er Jahren kommt Graffiti in die Museen. Davon hatte sich Keith
Haring, einer ihrer Protagonisten, als ausgebildeter Künstler eigentlich
abgewandt. Er wollte mit dieser
Sprache der Alltagskommunikation bewusste Botschaften setzen.
Künstler der Ausstellung: Keith Haring
Schriftkunst / konkrete Poesie, visuelle Poesie
Künstler der Ausstellung: Jirí Kolár, Josua Reichert,
Timm Ulrichs, A.R. Penck, Carlo Alfano
Multimediale Kunst
Aktionskunst / Medien-Kunst
Kunstereignisse, welche vom Künstler in der Öffentlichkeit veranstaltet
und meist improvisiert werden und deren Ergebnisse nicht vorhersehbar
sind. Das eigentliche Kunstwerk ist die Aktion selbst, diese Form vermischt
Elemente der Malerei, Bildhauerei, des Theaters, der Musik und des Tanzes.
Andere Begriffe dafür sind Happening (=Ereignis), Fluxus, Performance
oder Art Event. Zur Dokumentation der Aktion werden Medien wie die Fotografie
und das Video benutzt. Manchmal lässt sich zwischen Aktions-Dokumentationen
und eigenständigen Video-Arbeiten nicht trennen. Die Video-Kunst
wird ausgehend von den 80er Jahren zu einer bedeutenden Gattung der Gegenwartskunst.
Künstler der Ausstellung: Joseph Beuys.
Fluxus
Kunstrichtung ab 1962 in Europa und Amerika, daraus resultierend das Happening.
Die Künstler wollen mit einer Aktion, die aus Elementen der Malerei,
der Bildhauerei, des Theaters, der Musik und des Tanzes besteht, das Publikum
für sich, ihre Ideen und ihre Kunst interessieren, die Kunst mit
dem Leben gleichsetzen.
Künstler der Ausstellung: Joseph Beuys, Dieter Roth, Ute Klophaus
Herausgeber: Städtische Galerie Erlangen
Leitung: Lisa Puyplat
Kurator der Ausstellung: Karl Manfred Fischer
Redaktion/Texte: Lisa Puyplat
Ausstellungsorganisation: Gerhard C. Tillmann
Technik: Ian Genocchi
Mitarbeit: Ilse Wittmann, Eva Sattlegger
Praktikantinnen: Tina Kaiser, Katrin Schmidt
Verwendete Literatur u. a.:
- Der Brockhaus – Moderne Kunst. Vom Impressionismus bis zur Gegenwart,
Mannheim 2003
- Herbert Read (Hrsg.): DuMonts Künstlerlexikon, Köln 1997
- Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst
- Prestel Lexikon – Kunst und Künstler im 20. Jahrhundert,
München 1999
- Ingo F. Walther: Kunst des 20. Jahrhunderts, Köln 2005
- Klaus Richter: Prestel Taschenlexikon – Kunst der Moderne vom
Impressionismus bis heute, München 2000
- Pfäfflin, W.; Maurice, K. (Hg.): Josua Reichert. Werkverzeichnis
1959-1995, Ostfildern 1997
- Ricard, Johanna: Jirí Kolár, Zirndorf 1979
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