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Kreis - Thema

 

 

Bernd Klötzer – Rundform. retrospektiv

Städtische Galerie Erlangen, 2.–31. August 2008

Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 1. August 2008, 19 Uhr
Begrüßung: Lisa Puyplat, Leiterin der Städtischen Galerie Erlangen
Einführung: Dr. Thomas Heyden, Neues Museum Nürnberg
Der Künstler ist anwesend.

Zum Künstler
Der in Nürnberg lebende Bildhauer Bernd Klötzer, Jahrgang 1941, zeigt Arbeiten aus mehreren Jahrzehnten zum Begriff „Rundform“. Die Schau ist mit ihren Plastiken, Objekten, Installationen und Zeichnungen retrospektiv angelegt. Klötzers Arbeit gehört in ihren wesentlichen Elementen zur sogenannten Prozesskunst. Die Sensibilisierung des Betrachters für das Material und seine natürlichen Veränderungsprozesse und Verhaltensweisen bilden den Ausgangspunkt seiner Arbeiten. Die Themen Natur, Zeit und Klima, Veränderung, Konservierung und Zerstörung fanden bei ihm seit jeher unabhängig von künstlerischen Trends und zeitgebundenen umweltpolitischen Stoßrichtungen Ausdruck. Das macht sein Werk, und dies fällt gerade auch durch diese retrospektive Sicht auf, in seiner klaren Sprache und kontinuierlichen Suche nach adäquaten Ausdrucksformen zeitlos. Nach langen Jahren ist dies die erste Ausstellung, die im Großraum wieder einen Blick auf das Gesamtwerk Bernd Klötzers wirft.

Zu den Arbeiten der Ausstellung
Der Kreis gehört zu den geometrischen Grundformen, er kann sowohl Raum einschließen als auch ausgrenzen.
Zu Klötzers Rundformen zählen nicht nur Kreise und Scheiben, sondern auch kreisförmige Durchmesser linear geformter Elemente, z.B. Rundstäbe. Die Rundformen treten flach oder auch plastisch auf, als Zeichnung und auch als Objekt. Bernd Klötzer kombiniert in seinen Plastiken verschiedene Materialien. Er bedient sich ihrer unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften, setzt sich mit ihnen auseinander und transferiert sie zu einer eigenen Bedeutungsebene. Die Werkstoffe unterscheiden sich durch ihr spezifisches Gewicht, ihre Struktur und die Bearbeitungsmöglichkeiten ebenso wie in ihrer Haltbarkeit. Er stellt sie einander in der Widersprüchlichkeit ihrer Eigenschaften gegenüber oder bringt sie miteinander in Gleichgewicht, wie zum Beispiel Eisen, Aluminium und Ton. Klötzers Frage am Anfang seiner Tätigkeit als Plastiker 1976, „Was entsteht, wenn ich gleichstarke, gleichlange Stangen Fe/Al (Eisen/Aluminium), gleichzeitig einem mechanischen Druck aussetze?“ ist zu seinem Leitmotiv geworden. Er formt seine Materialien nicht nur, er fühlt gleichsam mit ihnen. Bernd Klötzer fügt seinen Titeln Handlungsanweisungen bei, die wie ein gleichberechtigter Algorithmus wirken und das „Endprodukt“, die Plastik erklären.
Durch das Zusammenspiel von Form und Materialien gelingt die bewusste Wahrnehmung von Körper-Raum-Beziehungen und natürlichen physikalischen und chemischen Phänomenen. Klötzers Arbeiten sind Kunstwerk und Naturwerk gleichzeitig. „Er räumt gleichsam den Materialien Anteil an der Gestaltung ein: und er greift andererseits gestaltend in die den Materialien eigenen, natürlichen Verhaltensweisen und Vorgänge ein. Es entsteht dabei zugleich eine eigentümliche Balance von fester, gesicherter Zuständigkeit, auf die das Gestalten hindrängt, und von Vorgang, in dem sich die Natürlichkeit der Materialien zu entfalten sucht, eine Balance von Innehalten und Bewegung: Jeder Zustand ist nichts für sich Isoliertes und endgültig Fixiertes, sondern Situation im Rahmen eines unablässigen Vorgangs; jeder Vorgang aber bringt auch stets wieder unablässig Zustandsformen hervor.“ (Jürgen Morschel)
Das Prozesshafte in Klötzers Arbeiten, das Hervorheben von Arbeitstechniken und Materialität, erfährt ihre Ergänzung in den Zeichnungen.
Bernd Klötzers Zeichnungen sind nicht nur als vorausgehende Entwurfsskizzen für seine Plastiken zu sehen, oft entstehen Zeichnungen auch erst nach Fertigstellung der Plastik als eine Art Reflexion des Endproduktes seiner Arbeit.
Die Zeichnungen sind autonom, sie wirken auch erklärend, laden ein die Gedankengänge des Künstlers nachzuvollziehen, geben Denkanstöße. Sie geben Auskunft über die plastischen Prozesse, ihre Abläufe und Möglichkeiten, zeigen Verhältnisse auf. „Art und Fähigkeit des Deutens durch den Betrachter, seine Kenntnisse von Kunstgeschichte und Gegenwartskunst, spielen jedoch, in Verbindung mit Einfühlungsvermögen und Spontaneität, für individuelles Verständnis, Begriffsbildung, kunstphilosophische Aspekte und der eventuellen Festlegung von Wertkriterien eine große Rolle. Die Klarheit und Einschränkung formaler Bestimmungen fördert dabei den komplexen Prozess einer dialektischen, relativierenden Rezeption, die Sinnlichkeit keineswegs ausschließt.“ (Peter Baum)

 

Zu einzelnen Arbeiten

 

 
 

Ohne Titel, 2007, Eisenronde mit Blattgold belegt
Einer flachzylindrischen Eisenronde ist ein Segment entnommen worden, beide stehen lotrecht, entsprechend der sich natürlich ergebenden Balance. Aussenkante und Schnittkante des Segmentstückes beziehen sich auf den vorgegebenen Radius der „Mutter-Ronde“, so dass die Seitenlängen gleich sind. Die Ausgewogenheit und die Beziehung der beiden Stücke zu einander, zeigt sich in der Betonung der Schnittkanten durch Goldauflage. Klötzer stellt dem unedlen Metall Eisen das Edelmetall Gold bei, wodurch beide Materialien eine optische und formale Steigerung erfahren.

 

 
 

Kreisformation, 2003, Eisen-Ring, entsprechende Zeichnung auf Transparentpapier, lose montiert
Ein Ring aus Eisen lehnt an der Wand, überlappt wird er von einem quadratischen Stück Transparentpapier, das einen identischen Kreis gleicher Größe zeigt. Stabilität und Instabilität, Durchlässigkeit und Dichte, Schwere und Leichtigkeit der Materialien werden in ihrer Gegensätzlichkeit gezeigt, Gemeinsamkeit besteht in ihrer Formung als Kreis.

 

 
 

Ohne Titel, 1992, Kreissegmente Eisen-Voll, mit Mennige gestrichen, Eisen-Wanne mit Wasser gefüllt
Eine wassergefüllte quadratische Eisenwanne wird von Kreissegmenten aus Eisen eingefasst, deren Farbe vom Rostschutzmittel Mennige herrührt und deren gebogenen Außenkanten der Installation den Charakter eines Tondo geben. Die Wasserfläche wird sich im Lauf der Zeit durch den entstehenden Rost farblich dem Orange der Kreissegmente annähern. Brechung und Reflexion des Lichtes im Wasser steigern die Wahrnehmbarkeit der Farbigkeit und Strukturen, die sich durch die Korrosion gebildet haben.

 

 
 

Oxydation – Konservierung, 1975, Eisenröhren in Laborgläsern, Wasser/Öl, Aluminium-Wanne
Die Oxydation von Eisen bzw. die Verhinderung dieses Prozesses führen zwei Arbeiten vor Augen. Eisenröhren werden in Laborgläsern platziert, von denen eines mit Wasser gefüllt ist, das andere mit Öl. Während das Öl das Eisen schützt und unverändert lässt, wird das Wasser es in Rost umwandeln und langsam zersetzen. Dieser Auflösungsprozess zeigt sich noch deutlicher, wenn Öl und Wasser im selben Glas scheiden und ein Eisenrundstab die Wasserschicht zunehmend verfärbt.

 

 
 

Quintett, 2001, zwei gebogene Eisen-Rundstäbe mit drei durchgesteckten Eisen-Ronden stabilisiert
Zwei gebogene Eisen-Rundstäbe vereinigen sich zu einer Doppelhelix, die durch drei variabel aufsteckbare Eisen-Ronden stabilisiert werden. Es ergibt sich ein besonderer Rhythmus, der in den Raum eingreift.

 

 
 

Den Druck sichtbar machen, 2006, Eisen-Ring/Eisenscheiben, Büttenpapier, Nägel
Zwei gleichgroße Rundformen unterscheiden sich in ihrer Oberfläche. Bei der einen liegt eine Eisen-Ronde unten, darüber ein Eisen-Ring. Beim Gegenstück liegt der Ring unten und die Ronde oben.
Den unterschiedlichen Druck, den ihr Gewicht, das gleich ist, auszuüben vermag, macht Klötzer durch ihren rostigen Abdruck auf Papier sichtbar, den sie während der Korrosion hinterlassen haben.

 
 

Ohne Titel, 1986, Eisen/Ton
Ein Halbkreis aus Stahlblech wird ergänzt durch einen Halbkreis aus Ton, beide Materialien entsprachen sich ursprünglich in Gewicht und Radius. Durch Trocknen und Brennen des Tones haben sich sowohl Gewicht als auch Volumen verkleinert. Die Brüche, die im Ton entstanden sind, hat der Künstler analog an der Eisenhälfte nachgeschnitten. Hat anfänglich das Gewicht des Materiales Eisen das Gewicht des Materiales Ton bestimmt, bestimmen nun die natürlich entstandenen Segmente des Tonhalbkreises die künstlich gesetzten Entsprechungen im Eisenring.

 

 
 

Ohne Titel, 1976, Aluminium/Eisen-Vierkant, gleichlang und gleichzeitig gebogen, das Schwere auf das Leichte gelegt
„Die beiden ,Stangen’ aus unterschiedlichem Metall werden unter gleichstarkem Druck verbogen und fordern so zum direkten Vergleich der Flexibilität von Aluminium und Eisen. Doch nicht nur die Verschiedenartigkeit, das Ungleichgewicht zweier Materialien ist es, was Klötzer zeigen will; er thematisiert das künstlerische Tun überhaupt, das bei ihm zu keinem fertigen Ergebnis gelangt, sondern zur präzisen Bestimmung der Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen.“ (Dietrich Mahlow)

 

 

 

Poiesis, 1990, Aluminium/Eisen, Rundstangen, gleichmäßig, hintereinander gebogen, das Schwere auf das Leichte gelegt
Zweckgebundenes Handeln wird in der Philosophie mit dem Begriff Poiesis umschrieben, das im Gegensatz zu praktischem und theoretischen Handeln steht. Poietisches Handeln hat den Zweck etwas zu produzieren, einen definierten Endzustand zu erreichen.

 

 
 

Duo, 2001, zwei gleichlange Rundstäbe, der Raumhöhe entsprechend, variabel installierbar ,rot gefärbt
Zwischen Boden und Decke eingespannt, resultiert ein Eisenrundstab in einen konvexen Bogen. Ein weiterer Rundstab gleicher Länge ist an den Enden zu einem Kreis verbunden und dem Bogen in einem fragilen Gleichgewichtsverhältnis beigestellt. Gleichgewichtigkeit meint hier nicht nur die Massenverhältnisse, sondern auch deren Balance.
Die Plastik greift zwar in den Raum aus, erhält aber durch die linear wirkende Anordnung der dünnen roten Stäbe auch den Eindruck von Zweidimensionalität.

 

 
 

Partitur, 2008, Eisen-Vierkant, Rundgummi gleiche Länge, gleiche Materialstärke, Nagel
Auf einem Nagel hoch über dem Boden balancieren zwei rot gestrichene Eisen-Vierkantbögen, die zusammen einen Kreis ergeben würden. Dessen Umfang wiederholt sich in einem Kreis aus schwarzen Rundgummi, der zwischen den Verschränkungen locker herabhängt. Die Kreise definieren sich über gleiche Radien, reagieren aber durch die Unterschiedlichkeit der Materialien in ihrer Erscheinungsform – starr und flexibel, rot und schwarz.

 

 
 

Partitur, 1994, Eisen-Rund, Rundgummi entsprechen sich, gleiche Länge, gleiche Materialstärke, Nagel
„... so sind, bei den ,entsprechenden’ Wandarbeiten, die vorgegebenen Eisenstangen ergänzt mit entsprechenden Längen, gleichstarken Gummiteilen; wobei der Montage eine, für skulpturale Lösungen, besondere Wichtigkeit zukommt – der Nagel ist nicht nur Haltepunkt, sondern Funktionsträger! Die Wandarbeiten nenne ich „Partituren“, um auf den Zeichencharakter hinzuweisen – und meine Vorliebe zur Musik und die Musiker-Freunde!“ (Bernd Klötzer)
Immer wieder hat Bernd Klötzer seine Performances symbiotisch durch Jazzmusik ergänzt. Mit dem Saxophonisten Peter Brötzmann verbindet ihn nicht nur lange Freundschaft, sondern auch die Arbeit an gemeinsamen Projekten.

 

 
 

Fuge I, 2001, Wandmalerei, Runddraht
Ein Stück an die Wand montierter gebogener Runddraht korrespondiert mit der linearen Biegung einer weißen Aussparung in einem schwarzen Farbfeld. Die beiden Elemente markieren ausschnitthaft den Durchmesser eines imaginären Kreises.

 

 
 

Veränderung der Lage eines Körpers – meines Körpergewichts, 1980 (Gemälde)
Entstanden ist die Arbeit im Rahmen einer Performance, bei der Klötzer u.a. ein Rundeisen, dessen Gewicht seinem eigenen Körpergewicht entsprach, über Papier bewegte, das mit Farbe begossen war.
„... Entscheidend wichtig ist bei allen diesen Arbeiten die Auseinandersetzung mit der Schwerkraft. Künstler und geformtes Eisen, Subjekt und Objekt bewegen sich hinsichtlich des Gewichts auf einer gemeinsamen Ebene und obwohl der trägen Masse ein Energiepotential gegenübersteht, kommt es im Verlauf des Arbeitsprozesses immer wieder vor, dass dem lebendigen Körper die Bewegung von der toten Materie aufgezwungen wird. Aktion und Reaktion sind kaum exakt zu trennen. Plastik erweitert sich in diesen Werken Klötzers zu einer Arbeitsform, die sich durch die wechselseitige Bedingung von Gestalter, Gestaltendem und Gestaltetem definiert. Was sich herauskristallisiert, lässt kaum noch Schlüsse im Hinblick auf die Frage zu, was aus objektiven Gegebenheiten, willkürlichen Festlegungen und Zufällen hervorgeht. So formal orientiert die Arbeiten auf den ersten Blick zu sein scheinen, sie bringen in das Konzept konkreter Kunst Momente, die sich aller Bestimmbarkeit widersetzen. Die Tragfähigkeit der sich daraus ergebenden Konsequenzen gilt es zu überprüfen und Klötzers Versuche sind innerhalb dieses Problemfeldes zu situieren. ... Insgesamt vermitteln die gezeigten Stücke eine weitgehend verschüttete Wahrnehmungsweise, die auch den Körper des Sehenden in die Überlegung miteinbezieht. ... ,Veränderung der Lage eines Körpers – meines Körpergewichts (Papier)’ bringt die physischen und geistigen Bedingungen des Sehens ins Bewusstsein und weist Zufall und Intention, Gegebenes und Entstehendes als dessen Koordinaten aus.“ (Armin Zweite)
1984 hat Bernd Klötzer, zusammen mit Peter Brötzmann, im Rahmen der Ausstellung „Korrespondenzen“ in der Städtischen Galerie Erlangen u.a. diese Performance wiederholt.

 

 
 

Alpha, 1998, gebogener Runddraht, Wandzeichnung, Nägel
Zum Kreis gebogen, dient ein Runddraht als Schablone für die Wandzeichnung: zwei Halbkreise, deren Mittelpunkte gegeneinander verschoben sind. Deren Distanz wird markiert durch zwei Nägel, zwischen die nun der Metallreifen geklemmt wird und zur Ellipse mutiert. Man fühlt sich an eine geometrische Konstruktion erinnert, in der die Ellipse als Verallgemeinerung des Kreises gilt.

 

 

 

Ohne Titel (Oxydation), 1975, Umfang mit Terotex gestrichen, mit Mullbinde umwickelt, Oxydation, aufgeschnitten (Fotodokumentation)
Konservierung und Zerstörung machen „Veränderung“ spürbar. Den natürlichen Prozess des Rostens – Oxydation von Eisen, macht Bernd Klötzer sichtbar, indem er einen Eisenring innen und außen durch Terotex von Sauerstoff und Wasser isoliert und so konserviert, die Flächen oben und unten aber ungeschützt lässt. Anschließend umwickelte er den Ring mit Mullbinden und setzt ihn der Witterung aus. Die Rostkorrosion setzt ein und hinterlässt ihre Spuren wie ein Zeichen auf dem Stoff, der nach einer bestimmten Zeit aufgeschnitten worden ist. Die geschützten Stellen des Eisenringes waren von der Verwandlung in Rost ausgespart. Klötzer erweitert die traditionelle Vorstellung von Ästhetik, indem er Rost zum „bildwürdigen“ Material erklärt.
„So kommt an den Eingriffen ein eigentümlicher Doppelcharakter zum Vorschein: Sie sind sowohl gestalterische Maßnahmen als auch Sicherungsmaßnahmen. Das Lackieren differenziert den Eisenring, bedeutet Gestaltung – und ist zugleich Schutzmaßnahme gegen den natürlichen Zersetzungsprozess; das Umwickeln ist gestalterische Verwandlung des Eisenrings, und bringt zugleich den Gedanken an schützende Hülle und geschützten Kern ins Spiel. Das Aufschneiden und Aufklappen des Tuches ist wiederum ebenso eine formgebende wie eine sicherstellende Maßnahme – das Befreiens des Kerns, des Eisenrings von der Verhüllung und zugleich das Sichern des verfärbten Tuches vor weiterer Verfärbung, sichern in seinem augenblicklichen Zustand.“ (Jürgen Morschel)

 

 
 

Isolation – Verbindung, 1984/1992, Kupfer, Gummi, Lehm
Wie Elektroden stecken zwei Halbkreise aus Kupferrundstab versetzt in einem Block aus Lehm, von der Erde isoliert durch eine Gummiplatte.
Joachim Burmeister sieht in dieser Arbeit die Verkörperung von Einsamkeit: „Klötzer demonstriert an seinem fast physikalischen Modell pur, wie Einsamkeit funktioniert: einen Kreis wollen wir mit dem Nächsten bilden, mit dem Partner, der Partnerin. Aber wir sind verschobene starre Halbkreise! Spiegelbild sind wir dieser ,Einsamkeitsmaschine’, genau so müsste Klötzers Kunststück heißen!“

 

 
   

Zur Biografie
1941 geboren in Nürnberg
1957-60 Lehre im grafischen Gewerbe
1963-64 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1967 Lehramtsprüfung für Kunst- und Werkerziehung
1975 Villa Roman-Preis
1976 Arbeitsstipendium des BDI
1981 Förderpreis der Stadt Nürnberg
seit 1981 sporadische Zusammenarbeit mit Peter Brötzmann
seit 1987 freischaffend in Nürnberg
1989 Philip-Morris-Arbeitsstipendium, Werkstatt Berlin
1990 Kunstpreis der Fürther Wirtschaft


Herausgeber: Städtische Galerie Erlangen
Leiterin: Lisa Puyplat
Text: Christa Hoffmann

 

 

 

 

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