Städtische Galerie Erlangen, Freitag,
17. Juli 2009, 19 Uhr
Figurenpark und Flächenland. Dualismen in der frühen deutschen
Nachkriegskunst
Vortrag von Dr. Peter Joch, Direktor der Kunsthalle Darmstadt
Heinrich Kirchner, 1902 in Erlangen geboren und 1984 in
Traunstein gestorben, wurde durch die wechselvolle Geschichte Deutschlands
im 20. Jahrhundert geprägt. Dies macht die Retrospektive „Lebenszeichen.
Heinrich Kirchner – Plastiken“ deutlich, die noch bis zum
2. August in der Städtischen Galerie Erlangen zu sehen ist.
Der Kunsthistoriker Dr. Peter Joch, Direktor der Kunsthalle Darmstadt,
zeichnet am Freitag, 17. Juli, 19 Uhr, in seinem Vortrag „Figurenpark
und Flächenland. Dualismen in der frühen deutschen Nachkriegskunst“
ein Bild von der Situation der Kunst in der neu gegründeten Bundesrepublik
und illustriert diese anhand der deutschen Beiträge für die
Biennale in Venedig zwischen 1948 und 1962.
Nachdem die Entwicklung der modernen Kunst abrupt durch die Zensur der
Nationalsozialisten gestoppt worden war, musste sich die traumatisierte
Kunstszene nach dem Untergang des Dritten Reiches 1945 neu formieren.
Die Künstlerschaft der jungen Bundesrepublik strebte den Anschluss
an die internationalen Entwicklungen an und wollte gleichzeitig der nationalsozialistischen
Propaganda-Kunst eine deutliche Abfuhr erteilen.
Ein Nebeneinander von Abstraktion und Figuration, ausgehend vom Expressionismus,
wurde bestimmend für die Kunst bis in die frühen 60er Jahre
des 20. Jahrhunderts. Die 1960er Jahre gelten als Jahre des Aufbruchs.
Mit der Konkreten Kunst und nicht zuletzt der Künstlergruppe Zero
gelang den deutschen Künstlern der Anschluss an die internationale
Szene. Heinrich Kirchner zählte von nun an, wie viele seiner Künstlerkollegen,
zur „verlorenen Generation“.
Peter Joch wurde 1962 geboren, studierte in Berlin, Rom, Aachen, promovierte
über Nicolas Poussin, arbeitete u.a. für das Ludwig Forum Aachen
und die Ludwig Stiftung und ist seit 2001 Direktor der Kunsthalle Darmstadt.
Eintritt: 5,- / erm. 3,- Euro
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