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Jahresprogramm 2010 – Vorschau

> Ausstellung
GLÜCK happens
3. Juni - 25. Juli 2010, Eröffnung 2. Juni 2010, 19 Uhr

> Ausstellung
Dellbrügge & de Moll: Guerre en forme
6. August - 26. September 2010

> Ausstellung
Thomas Stimm: Terra
8. Oktober - 28. November 2010

 

 

Zur Ausstellung GLÜCK happens:

Die erste Ausstellung, mit der das renovierte Palais Stutterheim eröffnet wird, wird zum Thema “Glück“ sein. Die Konzeption der Ausstellung sieht vor, auf zwei Stockwerken die verschiedenen Inhalte und Ausdrucksformen von “Glück“ vorzustellen, mit all seinen Facetten und Brechungen.
Die obere Ebene zeigt mit den Inhalten
1. Glück als Versprechen
2. Glück als Sinn des Lebens (Leben als persönliches Glücksprojekt / als Privatsache)
3. Glück als kurzer Höhepunkt (als Insel / als Augenblick) allgemeingültige Aspekte dieses Themas.

Diese werden auf der unteren Ebene negativ gespiegelt. Hier geht es um:
1. Glück als zerbrechliches Gut
2. Glück als launische Hure (Shakespeare; unverhofft, ephemer, ambivalent, trügerisch, un-gerecht, erst retrospektiv erfassbar)
3. Glück als Sex, Droge, Rausch, Ekstase (Glück als Erfindung des Teufels: Flaubert)
Es gibt also eine Dramaturgie in der Ausstellung, die von allgemein anerkannten Antworten zu schwierigen Fragen führt. Der Ausstellungs-besucher ist gefordert, die verschiedenen Aspekte von Glück immer wieder neu zu überdenken – und individuell Stellung zu beziehen.

Die Künstler
Lars Arrhenius, Birgit Brenner, Mona Hatoum, Runa Islam, Christian Jankowski, Katharina Karrenberg, Peter Land, Aleksandra Mir, Karina Nimmerfall, Peter Piller, Tobias Rehberger, Luzia Simons, Erwin Wurm, Paola Yacoub.

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Zur Ausstellung Dellbrügge & de Moll: Guerre en forme

Räumliche Strukturen sind Teil gesellschaftlicher Strukturen und ermöglichen Handeln ebenso, wie sie es einschränken. Bauen, Errichten, Vermessen und Markieren sind Aushandlungsprozesse. Die Erlanger Ausstellung Guerre en Forme widmet sich der Konstitution von Räumen und deren Verhandelbarkeit; der herrschenden Ordnung als vorläufigem Ergebnis von Auseinandersetzungen zwischen Kontrahenten.
Die brutalste Form von Auseinandersetzung um Raum und Ressourcen ist der Krieg. In der Folge des Dreißigjährigen Kriegs, dessen Chaos konfessioneller Konflikte die Bevölkerung ausblutete, entstand der Kabinettskrieg oder Guerre en Forme. Im Kontrast zum Kampf zwischen Feinden bis zur gegenseitigen Vernichtung basiert der Guerre en Forme auf der Kontroverse zwischen zwei sich anerkennenden Souveränitäten. Es ist ein Krieg nach Regeln, in klaren Formen, in abgegrenzten Gebieten und daher bis zu einem gewissen Grad eingehegt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verödete Erlangen. Einen neuen Impuls gab erst die Gründung der Neustadt 1686, die mit dem zeittypischen Guerre en Forme die abgezirkelte Geometrie und die Überzeugung der Planbarkeit von Prozessen gemein hatte.
Das ist die kontextbezogene Folie der Ausstellung, vor der aus Dellbrügge & de Moll Paradigmenwechsel von öffentlichem Raum, sowie Möglichkeiten der Aneignung und Nutzung urbaner Territorien betrachten. Die titelgebende zentrale Arbeit bezieht sich auf den Grundriss der Planstadt Erlangen. Sie nutzt ihn als Feld für choreographische Notationen und zirkelt ein mögliches Spielfeld für Auseinandersetzungen ab. Die Künstler entwickeln Planspiele zum Städtebau, Szenarien zur Besetzung von Orten, Strategien der (Um-)Ettikettierung und Umnutzung von Raum und diskutieren die Rollen von Bewohnern und Publikum als Akteuren der polis.

Die Künstler
Christiane Dellbrügge (*1961 in Moline, Illinois, USA) und Ralf de Moll (*1961 in Saarlouis) zu arbeiten.

Ausstellungen (Auswahl)
2009 Berlinische Galerie, 2009 Copan, São Paulo, 2009 Kunstmuseum Bonn, 2009 Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle, 2007 Künstlerhaus Bethanien, 2006 K 21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 2005 Neues Museum Weimar, 2003 ZKM Karlsruhe, 2001 Haus am Waldsee, Berlin

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Zur Ausstellung Thomas Stimm: Terra

„Die ersten Mondfahrer meinten, unser Planet wirke aus dem Orbit gesehen sehr zerbrechlich. Der Eroberungsdrang der Menschen hat vielleicht den Mond dazu gewonnen, aber hat uns auch das Gefühl der Unendlichkeit unseres Lebensraumes verlieren lassen. Wir haben gewissermaßen das Paradies verlassen und sind durch unsere blauen Himmel nach relativ wenigen Kilometern in einer enormen Finsternis gelandet, was uns mit neuen Größenordnungen konfrontiert hat. Der Blick zurück auf unseren Planeten wird ein anderer. (...) Der Blick aus dem Orbit vergemeinsamt unsere Interessen als Menschheit in einer neuen Weise und gibt uns zuletzt unsere oberste Gemeinsamkeit mit dem Bild unseres Planeten. Es ist ein Emblem, das uns trotz aller Vielfalt und Verschiedenheit eint. Es ist das Emblem eines möglichen planetaren Bewusstseins welches uns einmal wie selbstverständlich einen gemeinsamen Namen für unseren Planeten wird finden lassen. Von der Sonne aus gesehen sind wir alle gleich. Wir sind dann im interplanetaren Austausch vielleicht bekannt als Terranier. So wie wir uns heute zum Beispiel als Europäer verstehen.“ (Thomas Stimm)
Übermannshohe Blumenobjekte kennzeichnen das Werk des Wiener Bildhauers Thomas Stimm. Die künstlerische Veränderung der Größenverhältnisse von Mensch und Natur beschäftigt ihn seit vielen Jahren. Im Zentrum steht ein umfangreiches Projekt, das nun in der Städtischen Galerie Erlangen erstmals in einer umfassenden Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt wird: Terra.

Der Künstler
Thomas Stimm, geboren 1948 in Wien
lebt und arbeitet in Wien

Ausstellungen (Auswahl)
Ausstellungen (Auswahl)
2009 Skulpturenpark Köln, 2009 Museum Stift Admont, 2008 MumoK Museum moderner Kunst, Wien, 2007 Artist in Residence, Istanbul, 2007 Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, 2006 ikob, Museum für zeitgenössische Kunst Eupen, Belgien, 2004 Kunstverein Köln,2003 Rupertinum Salzburg, 2002 Museum Ludwig, Köln, 2001 Museum der Moderne Salzburg

Stand: 28.10.2009
Änderungen vorbehalten!

 
   
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