| 
Kolja Mensing

Florian Thalhofer
|
|
[13terStock]
Geschichten aus dem Hochhaus
Ein interaktiver Heimatfilm
von Florian Thalhofer und Kolja Mensing
26.–28. August 2005
Fr, 26.8., 11–20 Uhr, Sa, 27.8., 10–23 Uhr, So, 28.8., 10–17
Uhr, media.art.zentrum, Helmstraße 1
Sa, 27.8., 20–23 Uhr: Präsentation mit Florian Thalhofer und
Kolja Mensing
Kurzinfo
Im media.art.zentrum ist während des Poetenfestes ein interaktiver
Roman zu erleben, in der das erzählerische Nacheinander in Nebeneinander
verwandelt.
Veränderung beginnt am Rand. Als die Bundesrepublik in den 70er-Jahren
ihren Weg in die Moderne sucht, verlassen die Architekten und Planer die
Zentren der großen Städte. Vor den Toren Frankfurts entsteht
die Nordweststadt, im Schatten der Berliner Mauer die Gropiusstadt. In
dieser Zeit wird im Norden von Bremen die Grohner Düne gebaut. 527
Wohneinheiten, Platz für mehr als 1500 Menschen. Aus dem 13. Stock
kann man weit in die Zukunft sehen.
Später gerät die Grohner Düne in Verruf. Drogen, Kriminalität,
und Gettobildung: Hier wohnen nur noch die, die keine Wahl haben. Zuletzt
wird immer wieder von Abriss gesprochen. Doch die Düne bleibt. Man
versucht zu reparieren, was zu reparieren ist. Die Erfolge der Bausanierung
und des „social engineering“ werden durch eine 24-Stunden-Videoüberwachung
und einen privaten Wachschutz abgesichert. Veränderung beginnt am
Rand.
Florian Thalhofer und Kolja Mensing haben einen ungewöhnlichen Dokumentarfilm
gedreht. [13terStock] erzählt von hohen Häusern und kleinen
Welten, von Schöner Wohnen und Sicher Leben, von Angst, Architektur
und Abenteuer. Vor allem geht es um die „Heimat im Hochhaus“
– und anderswo.
Herr Berisha berichtet, wie seine Familie aus dem Kosovo vertrieben wurde,
Herr Özgüvenç, der einen Gebrauchtwarenladen in der Siedlung
betreibt und vor dreißig Jahren als türkischer Gastarbeiter
eingewandert ist, findet, dass Deutschland endlich die Grenzen schließen
muss, und Frank sucht auf dem Hof der Siedlung nach den Bruchstücken
seiner Kindheit.
In der Wirklichkeit passieren Geschichten nicht nacheinander, sondern
gleichzeitig. [13terStock] setzt darum auf eine interaktive und non-lineare
Erzählweise. Mit der Maus klickt der Betrachter sich seinen eigenen
Weg durch den Film.
Florian Thalhofer
Florian Thalhofer, geboren 1972, ist Dokumentarfilmer und hat
„das Korsakow-System“ entwickelt, mit dem sich non-lineare,
interaktive Erzählungen realisieren lassen. Für seine Arbeiten
ist er unter anderem mit dem literatur.digital award 2002, dem digital
sparks 2002 und dem Werkleitz Award 2001 ausgezeichnet worden. (www.thalhofer.com)
Er studierte Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste,
Berlin. Studienaufenthalte an der Bellas Artes, Barcelona und der UCLA
in Los Angeles. Diplom 2000. 2003 Meisterschüler bei Prof. Joachim
Sauter. 2001–2004 Dozent am Institut für Experimentelle Mediengestaltung
der Universität der Künste Berlin, Berlin, in der Klasse 'Interaktive
Narration'. Erfinder des [korsakow systems], einer Software zur Erstellung
interaktiv narrativer Projekte. Gründungsmitglied und Dozent am Korsakow-Institut,
Amsterdam. Bildredakteur bei der Deutschen Welle TV.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Interaktive Arbeiten
— [kleine welt], CD-Rom, 1997, Mediamatic, Amsterdam 1999; spex,
Köln 2001.
— [Get Rich With Art], CD-Rom/Brettspiel, 1999 in Zusammenarbeit
mit Anja Lutz und Jim Avignon, veröffentlicht von shift! Magazin.
— [Korsakow Syndrom], ein nonlinearer Dokumentarfilm zum Thema Alkohol,
2000.
— [LoveStoryProject], interaktive dokumentarische Rauminstallation,
2002, in Zusammenarbeit mit Mahmoud Hamdy
— [7sons], interaktive dokumentarische Rauminstallation, Website,
CD-Rom, 2003, in Zusammenarbeit mit Mahmoud Hamdy
— [13terStock], interaktive dokumentarische Rauminstallation, Website,
DVD-Rom, in Zusammenarbeit mit Kolja Mensing, Verbrecher-Verlag, Berlin
2005
Ausstellungen und Festivalbeteiligungen (Auswahl):
— 2005
European Media Art Festival, Osnabrück
Seoul Net Festival in Südorea
— 2004
Berlinale, Berlin
World Wide Video Festival, Amsterdam
Netherlands Film Festival, Amsterdam
— 2003
Festival International Nouveau Cinema Nouveaux Medias Montreal
Medienbiennale Chile
— 2002
Transmediale, Berlin
Goethe-Institut, Kairo
— 2001
Transmediale, Berlin
Documentary and Video Festival, Kassel
Kolja Mensing
Kolja Mensing, geboren 1973, schreibt unter anderem für
die taz und die FAZ und hat das Buch „Wie komme ich hier raus? Aufwachsen
in der Provinz“ (Kiepenheuer & Witsch) veröffentlicht.
(www.koljamensing.de)
Veröffentlichungen (Auswahl):
— „Wie komme ich hier raus? Aufwachsen
in der Provinz“. Roman. Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln
2002
— „Ein alter Freund“. Kurzgeschichte. In: Nadine Barth
u. Stephanie Kriesel (Hg.): „Letzte Worte. Die besten Einsendungen
zum Agatha-Christie-Krimipreis“. Scherz Verlag, Frankfurt 2003.
— „Der Literaturwettbewerb. Frequently Asked Questions“.
In: Kursbuch Nr. 153 (September 2003)
— „Mathematik“. Kurzgeschichte. In: Jim Avignon (Hg.):
„Welt und Wissen“. Anthologie. Verbrecher Verlag, Berlin 2003
— „notebook. Notizen aus der Produktion“ In: „p#2.
I House You“ Katalog zur Ausstellung "I House You" im
Netzmuseum für Sprache. Berlin 2005
— "Staub". Kurzgeschichte. In: Susanne Halbleib u. George
Lindt (Hg.): „Lieblingslieder. Songs und Stories“. Buch und
CD. Krüger Verlag, Frankfurt am Main 2005.
— „13terStock. Geschichten aus dem Hochhaus“. DVD. Verbrecher
Verlag, Berlin 2005.
www.13terStock.de
|
|