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Biografie
Geboren 1908 in Winterthur, gestorben 1994 in Berlin. Schweizer Bildhauer,
Maler, Architekt, Industriedesigner und Kunsttheoretiker, der entscheidend
von den Bauhaus-Ideen einer Einheit aller Künste und einer Funktions-
und materialgerechten Form geprägt wurde. 1932 Mitglied der Gruppe
Abstraction-Création, 1951-50 Rektor der Hochschule für Gestaltung
in Ulm, deren Gebäude er auch entwarf (1953-55). Er unterstützte
Theo van Doesburgs Theorie der Konkreten Kunst in seiner Malerei und Bildhauerei,
aber auch in kunsttheoretischen Schriften und indem er Ausstellungen wie
„Konkrete Kunst“ (1944 in Basel) organisierte. In „Die
mathematische Denkweise in der Kunst unserer Zeit“ (1949) vertrat
er eine neue, auf mathematischen Konzepten aufbauende Vorstellung künstlerischer
Kreativität. Bill formulierte 1936 im Katalog zur Ausstellung „Zeitprobleme
in der Schweizer Malerei und Plastik“ (Kunsthaus Zürich) die
Prinzipien der konkreten Kunst: „Konkrete Kunst nennen wir jene
Kunstwerke, die aufgrund ihrer ureigenen Mittel und Gesetzmäßigkeiten
– ohne äußerliche Anlehnung an Naturerscheinungen oder
deren Transformierung, also nicht durch Abstraktion – entstanden
sind.“ Ausgehend von einem Grundmotiv, entwickelte Bill eine Vielfalt
von Form- und Farbvarianten auf der Basis einer immer wieder angewendeten
ästhetischen Regel. Aus dieser jeweils neu angelegten Entwicklungsmöglichkeit,
die vor allem auch die Erforschung von Farbsystemen einbezieht (Schachbrettbilder),
erhält die Malerei Bills trotz ihrer formalen Strenge ihre Spannung
und Vielseitigkeit. Auch als Plastiker verfolgte Bill die Elementarisierung
einiger Grundthemen und deren Entwicklungsmöglichkeit. In den sogenannten
Einflächenplastiken ging er von dem in sich zurückkehrenden
Möbiusband aus („Unendliche Schleife“, 1935). In seinen
Farbobjekten versuchte Bill die Gattungsgrenzen zwischen Malerei und Plastik
zu durchbrechen („2 Bildsäulen“, Bauhaus-Archiv, Berlin,
1985). In der Tradition des Konstruktivismus stehend, hat sich Bill auch
intensiv mit Umweltgestaltung beschäftigt. Als Architekt engagierte
er sich besonders für die Planung und Ausführung der Hochschule
für Gestaltung in Ulm (1953-55), der er bis 1957 als Gründungsdirektor
vorstand.
Ausstellungen (Auswahl)
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Bibliografie (seit 1970,
Auswahl):
Max Bense, Argumente für Max Bill, 1958, Max Bill,
1963, Max Bills ästhetische Zustände, 1965, in: Artistik und
Engagement, Köln 1970
Margit Staber, Max Bill, St. Gallen 1971
Nueva Forma, Madrid, September 1973 (Spezialnummer über Max Bill)
Eduard Hüttinger, Max Bill, Zürich 1977 (Monografie)
Werner Spies, Kontinuität. Granit-Monolith von Max Bill, Frankfurt
1986
Jakob Bill, Konkret Schweiz heute, 1986
Max Bill, Retrospektive. Skulpturen Gemälde Graphik 1928-1987, Katalog
Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Zürich/ Stuttgart 1987, Texte Christoph
Vitali, Eduard Hüttinger, Max Bill
Eigene Schriften (Auswahl):
konkrete kunst, in: konkrete kunst, Gesammelte Manifeste, Galerie Press,
Hrsg. Margit Staber,
St. Gallen 1966
quinze variations sur un même thème, 16 Lithografien, Paris
1938
die mathematische denkweise in der kunst unserer zeit, in: werk, Nr. 3,
Winterthur 1949 struktur als kunst? kunst als struktur?, in: G. Kepes,
Structur in art and science, New York 1965
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