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Anna und Bernhard Johannes Blume

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

Künstlerzitate

Text und Bilder sind das Ergebnis eines Teamworks. Dass ich die Bilder kommentiere und mein Mann Bernhard diesmal ruhig bleibt, ist lediglich bedingt durch das Verfahren jeder Kunst – als Matrix, Matrize oder meinetwegen Matratze der Empfindungen zugleich auch Vater des Gedankens, der Ideen, Bilder sein zu können, d. h. Frau und Mann in eins – Objekt und Subjekt, blind – doch zugleich sehend sein zu können...
Anna Blume

Distanz und Verlust sind ... anscheinend konstitutive Bedingungen von Kultur. Unsere natur-distanzierende Praxis wird ja von Begriffen und Vorstellungen, Bildern und Zeichen kontrolliert und reguliert. Bilder und Begriffe und insofern Werte und Tabus etc. dienen der Naturausbeutung und Triebkontrolle...
Bernhard Johannes Blume

Biografie Anna und Bernhard Johannes Blume
Geboren 1937 in Bork (Anna Blume), geboren 1937 in Dortmund (Bernhard Johannes Blume).
Leben in Köln. Fotokünstler. Nach Handwerkslehre bzw. Ausbildung zum Dekorationsmaler und Grafiker studieren beide von 1960 bis 1965 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Ab 1964 sind Anna Blume als Kunstlehrerin an Gymnasien und Bernhard Johannes Blume nach einem Philosophiestudium als Lehrer in Köln tätig. 1966 Heirat. Seit 1987 Professor für Freie und Angewandte Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (B.J.B.). Nach eigenständigen Arbeiten ab den 80er Jahren künstlerische Gemeinschaftsarbeit an großformatigen Fotosequenzen. In Fotoperformances wie Wahnzimmer (1984) oder Küchenkoller (1985) thematisieren die Blumes in hypothetisch konstruierten Ereignissen den individuellen Konflikt mit den gesellschaftlichen Umgangsformen durch Verzicht auf sonst selbstverständliche Verhaltensregeln. In ihren Gemeinschaftsarbeiten unterlaufen sie mit Ironie und Humor das Medium Fotografie in seinem Anspruch, Wirklichkeit zu reproduzieren. Sie erzählen in verzerrten Inszenierungen magisch-skurrile Geschichten von eigenartig befremdlichen Erfahrungen mit der scheinbar so normalen Dingwelt. Die Gegenstände erhalten ein bedrohlich-magisches Eigenleben. Diesen Vorgang animistischer Beseelung alltäglicher Gegenstände bezeichnen die Künstler als „Ideo-Plastik“. Auch spätere Werke, wie Transzendentaler Konstruktivismus (1994), simulieren die Bedrohung des Subjekts durch das Objekt. Der dämonische, übernatürliche Eindruck des „Aufstandes der Dinge“ wird durch Bewegungsverwischungen und Verdrehungen der Kamera bei Langzeitbelichtungen, Unschärfen und perspektivischen Verzerrungen erreicht. Parallel zu den Fotoserien werden die dabei verwendeten Möbelstücke auch als Objekte ausgestellt.

Ausstellungen (Auswahl)

Bibliografie (Auswahl)
Texte/Publikationen von Bernhard Johannes Blume:
Anweisungen zum seligen Leben, Gedichte zu Rekonstruktionen orthopädischer Apparate, Ed. Gal. Jöllenbeck, Köln 1970
Ideoplastie, Ed. Gal. Jöllenbeck, Köln 1971
Ich sehe die Gegenstände immer vor mir, Hatje Verlag, Köln 1973
Die vierte Dimension, Düsseldorf 1974
Schizo, Verlag W. König, Köln 1981
Heilsgebilde, Balloni Verlag, Köln 1983
Hellsehen als Schwarzsehen, Hg. Städt. Gal. im Lenbachhaus u. Akademie der Bildenden Künste, München 1986
heilig, heilig, heilig, Hg. Städt. Gal. im Lenbachhaus u. Akademie der Bildenden Künste, München
o. J.
natürlich, quasiphilosophisch-ideoplastischer Diavortrag, Ed. D. Keller Gal., München

Texte/Publikationen von Anna Blume:
Trautes Heim, Texte zu den gemeinsamen Fotoaktionen mit B.J.B., Rückseite des Plakates PORTIKUS, Frankfurt 1987
Küchenkoller, Text zu den gemeinsamen Fotoaktionen mit B.J.B., Hochschule für Bildende Künste, Hamburg 1988

Texte/Publikationen über Bernhard Johannes und Anna Blume:
Georg Jappe, behind the eyes, Kat. Mus. of Modern Art, San Francisco 1986
Blume, Bernhard Johannes, Fotoarbeiten 1970-1984, mit Beiträgen von Klaus Honnef, Gail B. Kirkpatrick, Günter Schulte, Städtische Galerie Erlangen, Ausstellung vom 25.03.-23.04.1989, Hrsg.: Rheinlandverlag GmbH und Verlag der Buchhandlung König
Köln und Städt. Galerie Erlangen

Stand: 5.10.2004