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Christo

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

Künstlerzitat
Beim Gestalten neuer Grenzen, neuer Gebilde, neuer Trennungen und Teilungen bewirke ich, dass sich die Leute wieder auf ihre Bewegungen im Raum einstellen.
Christo 1988

Biografie Christo und Jeanne-Claude
Christo, geboren 1935 in Gabrovo/Bulgarien, Jeanne-Claude, geboren 1935 in Casablanca/Marokko. Leben in New York. Objektkünstler, Zeichner.
Christo Javacheff: 1953-56 Malerei, Bildhauerei und Bühnenbildgestaltung an der Akademie in Sofia; 1956 Kunstakademie Wien. Übersiedelt 1958 nach Paris und 1964 nach New York. 1960 Geburt des Sohnes Cyril. Seit 1961 mit Jeanne-Claude (geborene de Guillebon) verheiratet, die meist die Organisation seiner Projekte übernimmt. Bereits die frühen, in Paris entstandenen Arbeiten zeigen sein künstlerisches Grundprinzip: Dinge werden mit Stoff oder durchsichtigem Kunststoff und Schnüren verpackt. Christo übernahm dabei eine Idee von Man Ray aus dem New Yorker Dadaismus, die er jedoch bald in völlig neue Dimensionen überführte. Das Projekt für ein verhülltes öffentliches Gebäude (1961) steht am Anfang einer Reihe ausgeführter Entwürfe, die vor allem durch ihre gigantischen Ausmaße und die Zähigkeit verblüffen, mit denen Christo diese Projekte durchsetzte. Diese Verhüllungsaktionen bekommen mit der Zeit den Charakter von riesigen, genau geplanten und präzise durchgeführten Happenings, so z.B. 1966 die Verhüllung des Fußbodens des Walker Art Center, Minneapolis (42 390 Cubic Feet Package) und 1968 die Verhüllung des Kunstmuseums Bern. Neben den Verhüllungen arbeitet Christo auch mit direkten Eingriffen in die Landschaft und den öffentlichen Raum. Höhepunkte sind Wrapped Coast – One Million Square Feet in Little Bay/Australien 1969 und der 1972 realisierte orangefarbene Valley Curtain in Rifle/Colorado, sowie 1976 Running Fence, ein Zaun, der sich 39,5 km lang durch Kalifornien zog, und 1983 Surrounded Islands, elf mit pinkfarbener Folie umgebene Inseln vor Miami/Florida, und Umbrellas in Japan (blau) und USA (gelb), beide 1991 verwirklicht. Oder Wrapped Trees (1998/99) für das Museum Beyeler, Basel-Reihen. Neben den Fotos bleiben von den Aktionen die großformatigen Zeichnungen und Collagen, die Fotos, Stoffmuster und Landkartenausschnitte kombinieren. Die Vorbereitungszeit, die Christo mit intensiven Studien vor Ort sowie zahlreichen Konstruktionszeichnungen und nicht zuletzt mit der Suche nach Sponsoren ausfüllt, ist eigener Bestandteil der Arbeit. Die Verhüllung des Reichstags in Berlin zog sich so von 1971 bis zur Verwirklichung im Jahre 1995 hin. Die Aktion selbst wurde von Christo und Jeanne-Claude medienwirksam inszeniert und von der Planung bis zur Fertigstellung und zum Wiederabbau dokumentarisch festgehalten.

Ausstellungen (Auswahl)
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Bibliografie (Auswahl)
Heinrich, N., Le Pont Neuf de Christo. Ouvrage d'Art et Œuvre d'Art, ou comment se faire une opinion, Paris 1987
Schellmann, J. und Benecke, J. (Hrsg.), Christo: Prints and Objects, 1963–1987, München und New York 1988
Kellein, T., Sputnik-Schock und Mondlandung. Künstlerische Großprojekte von Yves Klein zu Christo, Stuttgart 1989
Christo: The Pont Neuf Wrapped, Paris 1975–85, New York, Paris und Köln Vaizey, M., Christo, Recklinghausen 1990
Kipphoff, P., Exkursionen in das Land der Wahrnehmungen oder Die Ewigkeit des Augenblicks, in: Künstler, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 20, München 1992

Stand: 5.10.2004