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Emil Cimiotti
Gruppe
1958
Bronze
Galerie Günther Franke, München
Größe: 32,5 x 38,5 x 20 cm
Erworben 1964
Biografie
Geboren 1927 in Göttingen. Lebt in Wolfenbüttel und Hedwigsburg.
Bereits 1945 machte er erste Versuche in der Bildhauerei und im Zeichnen,
bevor er von 1946 bis 1948 eine Steinmetzlehre machte. 1949–53 studierte
er Bildhauerei bei Karl Hils und Otto Baum in Stuttgart, bei Karl Hartung
in Berlin und bei Ossip Zadkine in Paris. Ab 1955 entstanden erste Bronzeplastiken.
1959 bekam er das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. 1963 wurde er Professor
an der Kunsthochschule in Braunschweig. 1984 erhielt er den Preis für
Kultur des Bundeslandes Niedersachsen.
Cimiottis frühe, unter dem Einfluss Zadkines stehende Skulpturen
sind gekennzeichnet durch wuchernde, organisch anmutende Formen, die sowohl
Figuratives wie Vegetatives anklingen lassen. In den 60er Jahren Wechsel
zu kompakten Formen und Einzelfigurationen. Neben Baum-, Wolken- und Blumenmotiven
beschäftigen den Künstler nun auch mythologische Themen. In
den 70er Jahren entstehen Arbeiten, die vegetative und abstrakte Elemente
mit dem Motiv des Totenschädels verbinden. Parallel dazu gestaltet
Cimiotti realistische Stilleben mit Knochen, Dosen u. a., eingebettet
in Blätterwerk, das von der Natur abgegossen wurde. In den 80er Jahren
schuf er große Brunnen- und Freiplastiken. In Arbeiten der 90er
Jahre kommt der farbigen Gestaltung wieder große Bedeutung zu.
Möglicherweise wurde er – wie viele andere junge Künstler
auch – von dem 1947 erschienenen Buch „Das Unbekannte in der
Kunst" des 1889 geborenen Willi Baumeister beeinflusst und angeregt,
der darin gefordert hatte, dass der Künstler den Schaffungsprozess
beginnen sollte, ohne von einer festgeformten Vorstellung auszugehen,
das nur dann Kunst entstehen könne, wenn der Künstler das „Unbekannte"
zur Grundlage seiner Arbeit mache. Zwar tragen Cimiottis Werke sprechende
Titel, wodurch der Bildhauer seinen Werken eine verhältnismäßig
klare Bedeutung zuweist, doch sagt er auch, dass er nicht von vorgefassten
Themen ausgehe. Daraus folgt, dass der Titel erst während der Formung
entsteht, der Künstler also erst ab einem bestimmten Zeitpunkt die
zu modellierende Masse mit seinen Händen sozusagen zum Titel hinführt.
Bibliografie / Ausstellungen (Auswahl)
Cimiotti, E.: Werkverzeichnis der Plastiken 1955–1977, 1978
Roters, E.: Emil Cimiotti, Niedersächsische Künstler der Gegenwart,
Bd. 36, Neue Folge, Hannover 1989
Ziesche, A.: Die Wandlungsfähigkeit der Substanz, in: Künstler,
Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 17, München 1992
Cimiotti, E.: Struktur – Natur, DASA Galerie, Dortmund 2003
Einzelausstellungen
Kölnischer Kunstverein 1960
Kunsthalle Mannheim 1977
Kunstverein Braunschweig 1987
Retrospektive, Kunsthalle Dominikanerkirche, Kulturgeschichtliches Museum,
Osnabrück 1992
Bronzen aus den Jahren 1960 bis heute – Arbeiten aus Stahl und Eisen,
Galerie Artforum, Hannover 1999
Retrospektive, Städtische Galerie Wolfsburg 2005
Gruppenausstellungen
Junge Künstler, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1955
Biennale Venedig 1958/60
Documenta 2/3, Kassel 1959/64
Junge Generation, Akademie der Künste, Berlin 1966
Kunst in der Bundesrepublik Deutschland, Kunstmuseum, Bonn 1974
1945–1985 Kunst in der BRD, Nationalgalerie Berlin 1985
Das Deutsche Informel – Plastiken, Galerie Rothe, Frankfurt 1999
Stand: 6.10.2005
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