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Lucien Clergue

Nus de la Mer – Camargue

1956
drei Schwarz-Weiß-Fotografien, Barytpapier
signiert
erworben 2008

Berühmt wurde Lucien Clergues durch seine Aktaufnahmen des weiblichen Körpers „Ihre Schockwirkung legt den mächtigen Einfluss des subjektiven Sehens offen, Clergues Nacktaufnahmen sind ein optisches, künstlerisches Instrument, das die beim Betrachter vorhandenen Gefühle und Leidenschaften ans Licht bringt... Picasso vergleicht die Nus de la mer mit Renoir, Manet und sogar mit Velásquez und Goya. Aufruhr rufen die Fotografien hervor als Objekte der Verlangens, der Künstlichkeit, des Todes und als überaus malerische Aktmodelle.“(Eva-Monika Turck)
Clergue interpretiert in Nahsicht den nackten weiblichen Körper wie eine Skulptur, indem er ihn durch expressionistisch wirkende Licht-Schatten-Kontraste gleichsam modelliert und ihn strukturell mit seiner Umgebung verschmelzen lässt bzw. in Zusammenhang bringt. Die Körperhaltung ist inszeniert, der Blickwinkel ungewöhnlich, das Gesicht bleibt verborgen, der Körper wird zum Torso.
Seit 1956 entstanden verschiedene Serien von Aktfotos, aufgenommen am Strand, im Wald, in der Stadt. Die erste Serie, „Nus de la mer“ (Akte im Meer) von 1956, am Strand der Camargue entstanden, thematisiert die „Geburt der Venus“. Jean Cocteau hatte 1957 das Buch mit Liebesgedichten von Paul Eluard herausgegeben, „Corps mémorable“ (Denkwürdiger Körper), denen je eine dieser Nacktaufnahmen gegenübergestellt ist, als Allegorie auf die Geburt der Schönheit aus der Vereinigung von Seele und Materie. Die Umschlagsseite ist von Picasso entworfen worden.
Später entstanden die Reihen der „Akte im Wald“ (1970) und der „Akte in der Stadt“ (1975), von
Clergue zusammen mit der „Geburt der Venus“ als mythologische Trilogie verstanden.

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