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Chuck Close
Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen
Biografie
Geboren 1940 in Monroe/Washington. Lebt in New York. Maler, Grafiker,
Fotograf. 1958–62 Malerei an der University of Washington, Seattle.
1962–64 Yale University, School of Art and Architecture, New Haven/Connecticut.
1964/65 Fulbright-Stipendium an der Akademie der Bildenden Künste,
Wien. Lehrtätigkeit u.a. 1965–67 University of Massachusetts/Amherst,
1967–71 School of Visual Arts, New York und 1970–73 New York
University. Seit 1992 Mitglied der American Academy. Zahlreiche Auszeichnungen,
u.a. 1993 Ehrendoktor des Skidmore College, Saragota Springs/New York.
Während der Studienzeit Malerei im Stil des Abstrakten Expressionismus,
in den 60er Jahren Auseinander-setzung mit Pop Art und Minimal Art. Nach
Experimenten mit eingeklebten Fotos entsteht Big Nude (1967/68), ein überdimensionales
Aktbild, nach einem Schwarzweiß-Foto in Grauwerte umgesetzt. Close
entwickelte einen Porträtstil, der mit geradezu klinischer Akribie
feinste Details (wie Poren, Falten, Barthaare) des überdimensional
vergrößerten Gesichtes in überscharfer Deutlichkeit auf
riesigen Leinwandflächen registriert. Das zentrale Thema ist jedoch
nicht die dargestellte Person, sondern der Prozess der Umsetzung in Malerei,
der durch seine Rastertechnik in jedem Segment des Bildes deutlich abzulesen
ist. Ab 1970 nimmt Close auch die Farbe wieder auf und bearbeitet seine
Porträts mit Acryl und Airbrush, indem die jeweiligen Farbauszüge
der Fotovorlage in lasierenden Schichten übereinander gespritzt bzw.
gemalt werden. In den 80er Jahren entstehen sogenannte Fingerpaintings,
bei denen die Farbe durch eine Rundmaske mit dem Finger aufgetragen wird.
Parallel zu dieser freien Malerei wendet sich Close auch der Fotografie
zu und beginnt ab 1979 mit der Großbildpolaroidkamera zu experimentieren.
Ab 1981 verwendet er handgeschöpfte Papiermassen, die durch ein Gitter
gegossen ein Bildraster in genauen Graustufen ausfällen. 1980 setzt
Close auch wieder die Ölmalerei ein, zunächst mit dem Finger,
dann ab 1986 mit dem Pinsel. Die Maltechnik besteht aus abstrakten Kürzeln,
die sich erst aus großem Abstand zu dem porträtierten Gesicht
zusammensetzen. Im Unterschied zu den Vertretern des Fotorealismus ist
das Thema seiner Malerei weniger das Motiv als die spezielle Maltechnik
und der Prozess des Sehens, was ihn eher als Nachfahre des Neo-Impressionismus
und Vertreter des Hyperrealismus ausweist. Seit seiner Krankheit 1988
an den Rollstuhl gefesselt, kann Close aber mit Hilfe von Assistenten
intensiv weiterarbeiten.
Ausstellungen (Auswahl)
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Bibliografie (Auswahl)
Kern, Close, 1979
Danto, Close, 1993
Chuck Close – Retrospektive, Stuttgart 1994
John Guare, Chuck Close – Life and Work, 1988–1995, London
1995
Chuck Close/Paul Cadmus – In Dialogue, Philadelphia Museum of Art,
Philadelphia 1997
Stand: 5.10.2004
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