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Ger Dekkers
dike and ascending road
1975
fünfteilige Farbfotosequenz auf Karton
Exemplar Nr. 2 von 30 signierten und nummerierten Exemplaren
Verlag: Edition Schellmann, München/New York
Zum Werk
„Gegenstand meiner Arbeit ist die Art und Weise, in der unsere Kultur
auf die Landschaft einwirkt“, sagt der Künstler selbst, und
Wolfgang Becker vermerkt: „Sehen wir die Fotografien des Ger Dekkers
vor diesem Hintergrund, so ist er ein Landschaftsmaler alter holländischer
Tradition. Er forscht nicht nach Ordnungen, die die Natur sich selber
schafft ... er porträtiert eine Natur, die der Mensch geordnet hat
und wertet diese Ordnung aus.“ Zum zweiten geht es bei Dekkers um
eine besondere Art der Wahrnehmung. Da wird nicht, wie in der Land Art,
in die Natur eingegriffen. Natur ist nicht, wie dort, eine Möglichkeit,
in utopischem, globalem Zugriff mit Massen, mit Raum und Zeit zu experimentieren.
Dekkers bildet ab, was er vorfindet. Nichts wird verändert, zurechtgerückt,
manipuliert. Und mehr noch: Die Art und Weise, wie ein Stück Realität
ausgewählt, vorgeführt und präsentiert wird, ist genau
so kühl, distanziert und künstlich wie der menschliche Eingriff,
der es zu dem gemacht hat, wie es sich jetzt darstellt. Die „Landscape
perceptions“, wie der Künstler seine Arbeiten nennt, spiegeln
formal perfekt die Entstehung und den Inhalt ihres Vorwurfs. Ger Dekkers
„sieht die Eingriffe des Menschen in die Natur mit dem gleichen
Ordnungssinn, der diese hervorgebracht hat. Er zeigt an seinen Ansichten
von geplanten, künstlichen Landschaften, dass selbst das Empfinden
für die Landschaft geordnet und künstlerisch vorgeprägt
ist.“
Die Einsicht, dass dies so nur mit einem Medium geschehen kann, das der
künstlerischen Intention entspricht, führt zu einer dritten
FeststelIung: Dekkers verwendet Fotografie. „Es sind nicht die Tricks,
die mir etwas bedeuten“, stellt der Künstler fest, „sondern
die Unwiderruflichkeit und die Unvermeidlichkeit der Fotografie.“
(...)
„Aufregend und sprechend ist nicht das Einzelfoto (das Gesehenes
registriert und daher einer vorkünstlerischen Phase angehört),
sondern die systematisch angelegte Abfolge, ein ästhetisches Produkt,
das seinerseits ästhetische Erscheinungsweisen zum Thema macht und
so Wahrnehmungsprobleme abhandelt, also nicht mehr bloße Registrierung
ist, vielmehr Ergebnis von konzeptueller Phantasie und zugleich Aufforderung
zur genaueren Wahrnehmung von Wirklichkeit.“
Diese vierte Eigentümlichkeit, nämlich die Verwendung des Prinzips
der Reihung, schließt die anderen drei zu einem Erscheinungsbild
zusammen, wie es in dieser Strenge selten das Œuvre eines Künstlers
auszeichnet. Dekkers arbeitet ausschließlich mit Sukzessionen.
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Stand: 5.10.2004 |
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