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Martin Disler
Endless Modern Licking of Crashing Globe by
Black Doggie Time-Bomb
Und der Mond hackt das Loch in den Schiffsbauch
1981
Mappe mit 8 s/w Aquatinta-Radierungen, Vernis-mou,
Aussprengverfahren, Kaltnadel und Photoätzung,
einer Kassette „Nigger-Joint Cabaret“ und einem
Taschenmesser
Exemplar Nr. 36 von 49 signierten und nummerierten
Exemplaren
Peter Blum Edition
Größe: 56 x 75,4
Erworben 1983
Biografie
Geboren 1949 in Seewen, Solothurn (Schweiz). Gestorben 1996 in Genf. 1969
war er Pfleger in einer psychiatrischen Anstalt. 1970 wurde er Bühnenchef
und Theaterredakteur in Olten und erhielt den Grafikpreis des Kantons
Solothurn. 1973 hatte er mehrere Studienaufenthalte u. a. in Bologna,
Paris und New York. 1976/77 erhielt er das Kiefer-Hablitzel-Stipendium
und ging für einen Studienaufenthalt in die USA. Im Jahr 1985 verlieh
man ihm den Bremer Kunstpreis und 1987 den Preis der Zürcher Kunstgesellschaft.
Dislers im rauschhaften Arbeitsprozess entstehende Bilder sind eindringlich
und von ekstatisch-eruptiver Erregung. Aus seinen Werken spricht der Kampf
um körperlichen und seelischen Zusammenhalt. Er setzt sich mit archaischen
Kunstformen wie der Art brut auseinander, entzieht sich jedoch bewusst
jeder stilistischen Zuordnung. Unter den Künstlern seiner Generation
hat Disler einmal als „Vater der Neuen Wilden“ gegolten, weil
er lange vor den Ausstellungen „A New Spirit in Painting“
1979 in London, „Aperto '80“ in Venedig, „Avantguardia-Transavantguardia“
1982 in Rom, „docu-menta 7“ in Kassel oder „Zeitgeist“
1982 in Berlin als passionierter Maler, jenseits der Arte Povera und Konzeptkunst,
tätig gewesen ist. Er hat nie eine Akademie besucht und auch auf
stilistische Näherungen an nationale Vorbilder des Konstruktivismus
oder die internationale Minimal Art, Performance- und Videokunst verzichtet.
In den späten 70er Jahren hat er dafür neben der stetigen Auseinandersetzung
mit Romanfiguren, legendären Filmhelden und Rockmusikern eine Identifikation
mit Jackson Pollock gesucht. Seine Bilder erreichen um 1980 vorübergehend
Ähnlichkeiten mit den Darstellungen von Frauen und Landschaften bei
Willem de Kooning, wenngleich ihn dieser Künstler nicht außerordentlich
interessiert. (Nach Thomas Kellein)
Bibliografie / Ausstellungen
(Auswahl)
Disler, M.: Martin Disler, Bilder und Plastiken 1987, Ausstellungskatalog,
Kunsthaus Zürich 1988
Kellein, T.: Die Unmöglichkeit körperlichen und seelischen Zusammenhalts,
in: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 16,
München 1991
Disler, M.: Die letzten Aquarelle von Martin Disler, Ausstellungskatalog,
Kunstmuseum Basel 1997
Disler, M.: Der Maler, in: Martin Disler. Arbeiten für den langen
nassen Weg. Aquarelle 1972–1996, Ausstellungskatalog, Städtische
Galerie Ravensburg 2001
Einzelausstellungen
Invasion durch eine falsche Sprache, Kunsthalle Basel 1980
Stedelijk Museum, Amsterdam 1983
Museum für Gegenwartskunst, Basel 1983 (Wanderausstellung)
Museum Folkwang, Essen 1985
Bremer Kunstpreis, Kunsthalle Bremen 1985
Wiener Festwochen, Wiener Sezession, Wien 1986
Museu de Arte Moderna, São Paulo 1986
Kunstmuseum Solothurn 1991
Kunsthalle Emden 1995
Martin Disler – Die letzten Aquarelle, Bündner Kunstmuseum,
Chur 1999
Martin Disler, Galerie Marie-José van de Loo, München 2005
Gruppenausstellungen
Biennale des Jeunes, Paris 1975
Internationale Malerwochen, Steirischer Herbst, Joanneum, Graz 1977
Zeichentriennale der Jugend, Kunsthalle Nürnberg 1979
Nuove immagine, Triennale Mailand 1980
Aperto 80, Biennale Venedig 1980
Documenta 7, Kassel 1982
Künstlerräume, Kunstverein Hamburg 1983
New Art, The Tate Gallery, London 1983
Stand: 7.10.2005
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