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Egon Eppich

ausgestellte Werke 2008

Vertikale Säule
1971/72
Objekt
50 x 8 x 5 cm
Inventarnummer 100 3445
Schenkung Inge Eppich 2006
Zwei z.T. schwarz bemalte Holzstelen auf weißer Platte (40 x 40 cm) geklebt. Abstand der Stelen zueinander 4 cm. Die Stelen wurden aus verschiedenförmigen Holzstäben zusammengefügt (Dreieck und Platten), so dass im Querschnitt eine schlüsselartige Form entsteht.

Ohne Titel
1965
Lithografie
48 x 64 cm
Inventarnummer 1220
Exemplar: Probedruck
Schenkung Marianne und Hansfried Defet

Ohne Titel
1965
Lithografie
48 x 64 cm
Inventarnummer 1219
Exemplar: Probedruck
Schenkung Marianne und Hansfried Defet

Ohne Titel
1969
Lithografie
50 x 65 cm
Inventarnummer 1186
Exemplar 26 von 30
Schenkung Marianne und Hansfried Defet

Ohne Titel
1961
Lithografie
50 x 65 cm
Inventarnummer 1187
Exemplar E.A.
Schenkung Marianne und Hansfried Defet

Ohne Titel
1969
Lithografie
50 x 65 cm
Inventarnummer 1185
Exemplar 28 von 30
Schenkung Marianne und Hansfried Defet

Ohne Titel
1969
Lithografie
43 x 54,5 cm
Inventarnummer 1212
Exemplar 2 von 19

Schenkung Marianne und Hansfried Defet

Zum Werk
Besonders beschäftigte den Künstler die Verarbeitung der geometrischen Figur des Kreises bzw. der Scheibe vorzüglich in der Lithografie, aber auch in Zeichnungen und Bildern. Als Beispiel dafür sei auf die „Räumliche Komposition“ von 1968 verwiesen. Das auf die rechteckige Leinwand gezogene Kreisrund ist in sich nicht geschlossen, sondern besteht aus zwei Halbkreisen, die in der Bildmitte geringfügig gegeneinander verschoben sind und damit eine Störung der symmetrischen Ausgewogenheit bewirken; so auch die Unebenheit der zentralen geometrischen Figuren. Das Bild steht in Widerspruch zur absoluten Symmetrie der „Targets“, der Zielscheibenmuster.
Horizontale Streifen oder „Linien“ – diese bedeutsame Entdeckung Egon Eppichs trat nach einem Jahrzehnt der Vorbereitung um 1968 in den Mittelpunkt seines Schaffens. Die Vorgeschichte ist überliefert: Bei seinem Freund, dem in Erlangen ansässigen Komponisten Werner Heider, der gleichzeitig mit Eppich 1957 den Förderpreis der Stadt Nürnberg erhielt, habe er Notenblätter gesehen, Partituren, die ihn als Grafik ansprachen. Die Lithografie „Landschaftspartitur“ von 1959, die Eppich selbst als seine erste bewusst abstrakte Arbeit bezeichnete, schenkt noch nicht dem Liniensystem der Noten die volle Aufmerksamkeit, sondern der Notation, ihrer dynamischen und rhythmischen Gliederung.
Zunehmend wichtig wurde für Egon Eppich in den letzten Jahren der ihm zugemessenen Schaffenszeit sein Einstieg in die dritte Dimension. Er empfand die ausschließliche Verweisung der Farbe auf die Fläche im Blick auf ihre raumhegenden Eigenschaften als Unzulänglichkeit und wünschte einen realen Raum zu schaffen. Er berichtet, dass die Bilder wie „Schwarz über blau und gelb“ ihn zur Plastik förmlich drängten: „Direkt auf das horizontale Streifensystem meiner Bilder folgte dann auch die erste vertikale, plastische Säule“ („in eigener Sache“). Es waren also nicht die Hochformate der vertikal gerichteten Farbbahnen, die den Künstler auf die plastische Säule verwiesen, wie schon vermutet wurde. Eppich hat vielmehr kurzerhand ein Stück seines „Streifensystems“ als Muster für eine entsprechende Holzleiste, die er bemalte, hergenommen und diese senkrecht auf einer Platte als „Vertikale Säule rot auf weiß“ montiert.
Dies lässt Rückschlüsse auf den schöpferischen Prozess bei Egon Eppich zu. Während „De Stijl“ die Grundelemente konstruktiver Gestaltung einer spekulativ-philosophisch begründeten Gesetzmäßigkeit zu entnehmen trachtete, wobei die horizontale Linie der Erdbahn um die Sonne, die vertikale aber der „Strahlbewegung der Erde, die im Mittelpunkt der Sonne ihren Ursprung hat“, entsprechen sollte – was eine willkürliche Vertauschung ausschließen musste –, konnte Eppich vierzig Jahre später ohne den Ballast solcher Gedankengänge unbefangen experimentieren.

Johann Adam Stupp 1987

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Stand: 5.11.2008