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Jochen Gerz
Rechtschreibung, ego. & cetera
1970
Mappe mit 12 Siebdrucken
Auflage: 150
copyright by Jochen Gerz
Verlag: Udo Breger, Göttingen
Größe: 29,5 x 29,5 cm
Time (1)
if you wish (2)
vergessen (3)
join the flag (4)
pour un langage (5)
now (6)
Rechtschreibung (7)
One word (8)
The medium (9)
Ego (10)
Life (11)
Nothing thing (12)
Biografie
Geboren 1940 in Berlin. Lebt in Paris und British Columbia/Kanada. Er
studierte Sinologie, Germanistik und Anglistik in Köln und Urgeschichte
in Basel und London. Um 1960 fertigte er erste literarische Arbeiten,
ab 1984 in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Bildhauerin Esther Shalev-Gerz.
Seit 1990 erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und trat eine Lehrtätigkeit
in Saarbrücken an. 1994 wurde er Professor in Leipzig. Er gewann
1996 den Deutschen Kritikerpreis, 1998 den Grand Prix National des Arts
Visuels in Paris und 1999 den Artistic Contribution Award beim Festival
of Films on Art in
Montreal. Er ist Mitglied der Kunstakademie in Berlin und seit 2000 Ehrenprofessor
an der Kunstakademie in Braunschweig.
Ausgehend von konkreter Poesie begann Gerz ab 1967/68, Worte mit Fotos
und Zeichen zusammenzufügen, um so den Betrachter zu selbständiger
Assoziation anzuregen. Mit Videoarbeiten und Performances (Aktionskunst)
entlarvt er die Scheinwelt der Medien und deren Vortäuschung objektiver
Wahrnehmung. Seine Werke siedelt er daher im Zwischenraum von Realität
und Reproduktion an. Aktionen und Environments im öffentlichen Raum
sowie Denkmäler belegen seine Forderung nach einer Kunst, die durch
Kommunikation entsteht: Sie veranlassen Passanten zur aktiven Auseinandersetzung
oder setzen auf Beteiligung via Internet. Diese Arbeiten sind prozessual
angelegt (Prozesskunst), da sie im historischen Fluss nur ein Zwischenergebnis
darstellen. Gerz hat außerdem zahlreiche Schriften zur Kunst veröffentlicht.
Als Motto für seine Kunst könnte unter anderem stehen: eine
Trinität der Kunst gegen die Kultur. Die von jedermann benutzbaren
Medien Bild, Text und Handeln einsetzen gegen den hochkulturellen Versuch,
das Leben von der Kunst abzutrennen, es in die Lade „Freizeitbewältigung“
abzulegen. Beim Fotografieren sucht Gerz keine Motive. Seine Fotografie
ist eine eher beiläufige. Er benutzt dieses Medium, wie andere es
auch tun. Die Erinnerung hat sich im Kopf in Erleben zu verwandeln. „In
dieser elementar einfachen Form“, schreibt Herbert Molderings, „widerspiegeln
seine Foto/Texte den gegenwärtig erreichten Grad der Durchdringung
des alltäglichen Lebens mit dessen endlos sich reproduzierenden Kopien.“
(nach Detlef Bluemler)
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
The French Wall, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1996
In case we meet, Centre Pompidou, Paris 2002
Wenn sie alleine waren, Museum Folkwang, Essen 2002
Gruppenausstellungen
36. Biennale Venedig 1976
Documenta 6/8, Kassel 1977/87
Biennale Sydney 1979, 1992
Kunst in der BRD 1945–85, Nationalgalerie Berlin 1985
Das 20. Jahrhundert, Nationalgalerie Berlin 1999
Künstlerisches Archiv, Akademie der Künste, Berlin 2005
Bibliografie
Schwarz, M. (Hg.): Jochen Gerz. Foto, Texte, The French Wall & Stücke,
Ausstellungskatalog,
Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1975
Friese, P. (Hg.): Jochen Gerz. Life After Humanism. Photo, Text 1988–1992,
Ausstellungskatalog, Neues Museum Weserburg u.a., Stuttgart 1992
Rattemeyer, V. (Hg.): Jochen Gerz. Get out of my lies. 18 Installationen
der siebziger Jahre,
Ausstellungskatalog, Museum Wiesbaden 1997
Gerz, J.: Wenn sie alleine waren. Foto, Text und Video 1969 bis 84, Göttingen
2002
Adkins, H.: Jochen Gerz – die Zeit der DDR / Akademie der Künste,
Köln 2005
Stand: 6.10.2005
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