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Gotthard Graubner

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

Künstlerzitat
„Farbe wird erfahrbar durch ihre Nuance.“
Gotthard Graubner 1969

Biografie
Geboren 1930 in Erlbach. Lebt, lehrt und malt in Düsseldorf. 1947/48 besuchte er die Hochschule der Künste in Berlin sowie die Kunstakademien Dresden (1948–52) und Düsseldorf (1954–59). In den Jahren 1964/65 war er Kunsterzieher am Lessing-Gymnasium in Düsseldorf, 1969–72 Professor an der Kunstakademie in Hamburg, sowie 1976–97 an der Kunstakademie in Düsseldorf. 1988 plante er die Ausstattung des Amtssitzes des deutschen Bundespräsidenten in Berlin auf Schloß Bellevue. 1987 erhielt er den August-Macke-Preis der Stadt Meschede und 1988 den Norddeutschen Kunstpreis.
Graubner geht es um die „Verräumlichung“ und „Verkörperlichung“ der Farbe, die er seit 1969 mit eigenständig entwickelten Mitteln (Farb-Kissen, Farbraumkörper, Farb-Licht-Environments) und Techniken (staining) in immer neuen Variationen entfaltet. Durch das Tränken und Bemalen der Stoffkissen mit immer neuen Lagen von flüssigen, hochintensiven Acrylfarben entsteht eine fluktuierende, atmende Verdichtung, die zugleich farbige Ausdehnung in einen innerbildlichen Raum schafft. Die von ihm erreichte malerische Qualität ist ungewöhnlich und in der Malerei der Gegenwart singulär. Entscheidend für die Wirkung ist in unterschiedlicher Weise die Intensität der gestischen Malweise. Entstehen einerseits virtuose Farblandschaften, gelingen ihm andererseits ruhige zur Kontemplation einladende Bilder von großer Ruhe; vielfarbigen Werken stehen monochrome Bilder mit feinsten Farbnuancen gegenüber. Die Farbe verliert in Graubners Werk ihre traditionelle Gestalt zu Gunsten der Form und Farbigkeit des Farbkörpers. Gotthard Graubner scheint in seinem Werk unberührt zu sein von den Entwicklungen der Kunst der Gegenwart. Weder die in seiner direkten Umgebung entstandenen Bewegungen und Stilrichtungen des ZERO, der Konzept- oder Minimal Art, der Jungen Wilden oder das neue Erstarken naturalistischer Malerei in den 1990ern haben seine künstlerische Entwicklung beeinflusst. Graubner hat vielmehr den einmal eingeschlagenen Weg konsequent beschritten und seine technische wie künstlerische Kompetenz fortentwickelt.

Bibliografie (Auswahl)
Graubner, G.: Reflexionen über Malerei, in: Kestner-Gesellschaft, Hannover 1969
Gomringer, E.: Du tachisme à la couleur complexe, in: Werk 1963
Reuther, H.: Erinnerung und Einbildungskraft der Farben oder: Malerei als Synästhesie, in: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 16, München 1991
Güse, E.-G. (Hg.): Gotthard Graubner – Malerei, Ausstellungskatalog), Saarland Museum, Saarbrücken u.a., Saarbrücken/Köln 1995
Gotthard Graubner – Zeichnung, Gemäldegalerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum, Katalog, Dresden 2000
3d - die dritte dimension, Galerie Haas & Fuchs, Katalog, Berlin 2005

Ausstellungen
Einzelausstellungen

Kunstverein Mannheim 1970
Fifth Triennale – India, New Dehli 1982
Biennale, Pavillon der BRD, Venedig 1982
Gotthard Graubner – Zeichnung, Aquarell, Kunstmuseum Bonn 1986
Gotthard Graubner – Werke aus den Jahren 1963–1990, Galerie Schwarzer, Düsseldorf 1993
Gotthard Graubner – Neue Arbeiten, Galerie Karsten Greve, Köln 1998
Sächsische Akademie der Künste, Kupferstichkabinett, Staatliche Kunstsammlung Dresden 2000
Gotthard Graubner – Arbeiten auf Papier, Kestner Gesellschaft, Hannover 2003

Gruppenausstellungen
Documenta 4/6, Kassel 1968/77
Licht Bewegung Farbe, Kunsthalle Nürnberg 1967
Zeitgenössische deutsche Kunst, Nationalmuseum für Moderne Kunst, Tokio 1971
ZERO, Kunsthaus Zürich 1979
Biennale São Paulo 1979
Biennale Venedig 1982
German Art in the 20th Century Painting and Sculpture 1905–1985, Royal Academy of Arts, London 1985
Monet und die Moderne, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München 2002

Stand: 7.10.2005