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Keith Haring

Ohne Titel

1982
Serie von 6 s/w Lithografien auf Bütten
Exemplar Nr. 40 von 40 signierten, nummerierten und datierten Exemplaren
Größe: 61 x 91 cm
Erworben 1984

Biografie
Geboren 1958 in Kutztown/Pennsylvania. Gestorben 1990 in New York. 1976–78 absolvierte Haring ein Studium an der School of Professional Art in Pittsburgh, ab 1978 an der School of Visual Arts in New York. Ab 1981 schloss er unter anderem Freundschaften mit Andy Warhol, Grace Jones, Jean-Michel Basquiat. Im Jahr 1982 ließ er 20.000 Plakate drucken, die er gratis bei der Anti-Atom-Demonstration im New Yorker Central Park verteilte und fertigte im selben Jahr ein Wandbild mit fluoreszierender Farbe auf einem Handballplatz in New York. 1986 bemalte er die Berliner Mauer auf 107 m. 1986–88 eröffnete er „Pop Shops“ in New York und Tokio und startete eine Kampagne gegen Rauschgift und Aids.
Um Entsprechungen zu Harings Graffiti-Kunst zu finden, muss man nicht bis zu den Höhlenmalerein von Lascaux zurückgehen, welche Archaik ihr auch immer eignet. Wandmalerei hat in Amerika eine eigene Tradition, sie bildete in den 30er Jahren einen eigenen Berufszweig. Später ganz anders reüssierende Leute wie de Kooning, Rivera, Stuart Davis oder Pollock haben sich damit neben dem täglichen Brot auch einige Fingerfertigkeiten erworben: die Ausmalungsprojekte sind in einer einfachen, klar verstehbaren, realistischen Sprache gehalten und sehen darin ihr demokratisches Selbstverständnis am besten realisiert. Haring ist ein Hauptvertreter der Graffitikunst, die ihren Höhepunkt in den 80er Jahren in New York erlebte. Der cartoonartige Stil seiner Bilder geht auf die Graffiti der illegalen Sprayerszene zurück. Formal stehen sie unter dem Eindruck der Pop Art. Aus den Symbolen der Massenkultur schuf Haring einfache, immer wiederkehrende Bildzeichen und Formeln. Die
„Ikonen“ des Pop, wie Haring seine comicartigen Figuren, Piktogramme und Signets nannte, waren auf rasche Verbreitung und universelle Anwendung angelegt. Konsequent präsentierte Haring seine Kunst z. B. auf Leuchttafeln, Plakatwänden, Mauern und Bauzäunen, wo sie durch ihre leuchtende Farbigkeit und die formelhafte Reduzierung auffielen. Durch die signifikanten Stilmittel wurden seine Figuren zu unverwechselbaren „Markenzeichen“, die neben heiteren Motiven auch problematische und bedrohliche Themen verarbeiteten, wobei u. a. Elemente der christlichen Ikonografie einbezogen wurden. So fungierten seine Bilder als zeitgenössische „Wandzeitungen“, die das Zeitgeschehen kommentierten und reflektierten.

Bibliografie / Ausstellungen (Auswahl)
Haring, K.: Stedelijk-Museum, Ausstellungskatalog, Amsterdam 1986
Gruen, J.: Keith Haring. Die autorisierte Biografie, München 1991
Köhnen, R.: Verbot und Übertretung: eine Virologie des Malens, in: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 28, München 1994
Celant, G. (Hg.): Keith Haring, München/New York 1997
Sauer, K.-L.: Keith Haring, Berlin 1999
Adriani, G. (Hg.): Keith Haring – heaven and hell, Ostfildern-Ruit 2001
Kolossa, A.: Keith Haring. 1958–1990. Ein Leben für die Kunst, Köln 2004

Einzelausstellungen
Hammarskjöld Plaza Sculpture Garden, New York 1986
Stedeljik Museum, Amsterdam 1986 (Katalog)
Museum of Modern Art, Ostende 1991
Installation of 13 sculptures on the Park Avenue Malls between 53rd and 74th Streets, New York 1997
Sculptures on the Kurfürstendamm, Berlin, Ludwig Forum Aachen 2000
New Wave Aztec, Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2004

Gruppenausstellungen
Documenta 7, Kassel 1982
Biennal 1983, Whitney Museum of American Art, New York 1983
Biennale, São Paulo 1983
Biennal III – The Human Condition, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco 1984
Aperto ’84, Biennale Venedig 1984
Museum of Modern Art, New York 1988
American Art in the Twentieth Century: Painting and Sculpture, Martin Gropius Bau, Berlin, Royal Academy, London 1993
Auffrischender Wind aus wechselnden Richtungen, Museum der Kunstsammlungen zu Weimar 1999
New Painting, The Museum of Art, Kochi (Japan) 2002
Moi! Self-Portraits of the 20th Century, Musée du Luxembourg, Paris, Galleria degli Uffizi, Florenz 2004

Stand: 6.10.2005

 
           
 
Ausstellungen der Städtischen Sammlung Erlangen:
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