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Hans Hartung
Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen
Biografie
Geboren 1904 in Leipzig, gestorben 1989 in Antibes. 1924–25 Studium
der Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Universität
Leipzig. 1935 übersiedelt er nach Paris und vier Jahre später
tritt er in die Fremdenlegion ein. 1945 kehrt er nach Paris zurück
und nimmt die französische Staatsbürgerschaft an. 1960 Großer
Internationaler Preis für Malerei, Biennale Venedig. 1970 Grand Prix
des Beaux-Arts, Paris. 1972/73 Umzug nach Antibes. Neben Fautrier, Wols
und Riopelle ist Hartung einer der wichtigsten Künstler der Ecole
de Paris, aus der das Informel als Gegenbewegung zum
Abstrakten Expressionismus hervorgeht. Seit den 20er Jahren leitet Hartung
seine Bildformen aus der systematischen Analyse von älterer und zeitgenössischer
Kunst ab. Farbe und Linie agieren in reiner Expressivität, wobei
Farbklang und Linienführung nicht der spontanen Äußerung
oder psychischen Befindlichkeit (Informel) entstammen, sondern Überlegungen
zur Formfindung aus der Bewegung. In diesen Jahren entstehen Bilder mit
schwebenden Farbfeldern, die von kalligrafischen Linienbündeln überlagert
werden. Die Linie (beruhend auf einem Blitzerlebnis in der Kindheit) erlangt
als impulsive Geste und zeichenhafte Expression enorme Bedeutung, die
Linie als Geste und als Fläche wird zum Hauptmotiv seiner Malerei
und Druckgrafik und spiegelt sich auch in den Plastiken. Die Polarisierung
der Gegensätze wird in den 30er Jahren von einer kalligrafischen
Zeichensprache mit energetisch gezogenen Linienbündeln und Lichtreflexen
abgelöst („G 1936–10", 1936). Die Gemälde nach
1945 zeichnen sich durch größere Kontrolle der Zeichenelemente
aus, die an Volumen gewinnen und stärker rhythmisiert werden („T
1956–9", 1956). In den sechziger Jahren entstehen nun monochrome
Farbflächen, in die Hartung Reihen paralleler Rillen einritzt, so
dass zur kalligrafischen noch eine plastische Qualität hinzukommt.
Im Spätwerk entstehen experimentelle Serien mit Grattage und Sprühtechniken.
Hans Hartung ist einer der wenigen Künstler, die ihr ganzes Leben
lang ausschließlich in informellen Formen gearbeitet haben.
Bibliografie / Ausstellungen
(Auswahl)
Grohmann, W.; Hartung, H.: Hans Hartung Aquarelle 1922, St. Gallen 1960
Gindertael, R.V.: Hans Hartung, Berlin 1962
Froning, H.: Hans Hartung. Werke aus fünf Jahrzehnten, Ausstellungskatalog,
Köln 1975
Haftmann, W. (Hg.): Hans Hartung, Retrospektive 1921–1973, Ausstellungskatalog,
Staatliche
Museen Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie Berlin 1975
Diederich, S. (Hg.).: Hans Hartung. So beschwor ich den Blitz, Ausstellungskatalog,
Museum Ludwig Köln 2004
Einzelausstellungen
Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1974
Hans Hartung, Retrospektive 1921–1973, Staatliche Museen Preußischer
Kulturbesitz, Nationalgalerie Berlin 1975 (Ausstellungskatalog)
Kunsthalle Düsseldorf 1981
Staatsgalerie Moderner Kunst, München 1981
Tate Britain, London 1996
Saarland Museum, Saarbrücken 1999
Hans Hartung, Frühe Zeichnungen – Späte Bilder, Museum
Ludwig, Köln 2004
Gruppenausstellungen
Documenta 1/2/3, Kassel 1955/59/64
Biennale Venedig 1960
Stand: 7.10.2005 |
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