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Bernd Klötzer
Isolation – Verbindung
1984/1992
Plastik
Kupfer, Gummi, Lehm
erworben 2008
Zum Werk
Wie Elektroden stecken zwei Halbkreise aus Kupferrundstab versetzt in
einem Block aus Lehm, von der Erde isoliert durch eine Gummiplatte.
Joachim Burmeister sieht in dieser Arbeit die Verkörperung von Einsamkeit:
„Klötzer demonstriert an seinem fast physikalischen Modell
pur, wie Einsamkeit funktioniert: einen Kreis wollen wir mit dem Nächsten
bilden, mit dem Partner, der Partnerin. Aber wir sind verschobene starre
Halbkreise! Spiegelbild sind wir dieser ‚Einsamkeitsmaschine’,
genau so müsste Klötzers Kunststück heißen!“
Bernd Klötzer kombiniert in seinen Plastiken verschiedene Materialien.
Er bedient sich ihrer unterschiedlichen physikalischen und chemischen
Eigenschaften, setzt sich mit ihnen auseinander und transferiert sie zu
einer eigenen Bedeutungsebene. Die Werkstoffe unterscheiden sich durch
ihr spezifisches Gewicht, ihre Struktur und die Bearbeitungsmöglichkeiten
ebenso wie in ihrer Haltbarkeit. Er stellt sie einander in der Widersprüchlichkeit
ihrer Eigenschaften gegenüber oder bringt sie miteinander ins Gleichgewicht,
wie zum Beispiel Eisen, Aluminium und Ton. Klötzers Frage am Anfang
seiner Tätigkeit als Plastiker 1976 „Was entsteht, wenn ich
gleichstarke, gleichlange Stangen Fe/Al (Eisen/Aluminium), gleichzeitig
einem mechanischen Druck aussetze?“ ist zu seinem Leitmotiv geworden.
Er formt seine Materialien nicht nur, er fühlt gleichsam mit ihnen.
Bernd Klötzer fügt seinen Titeln Handlungsanweisungen bei, die
wie ein gleichberechtigter Algorithmus wirken und das „Endprodukt“,
die Plastik erklären.
Durch das Zusammenspiel von Form und Materialien gelingt die bewusste
Wahrnehmung von Körper-Raum-Beziehungen und natürlichen physikalischen
und chemischen Phänomenen. Klötzers Arbeiten sind Kunstwerk
und Naturwerk gleichzeitig. „Er räumt gleichsam den Materialien
Anteil an der Gestaltung ein: und er greift andererseits gestaltend in
die den Materialien eigenen, natürlichen Verhaltensweisen und Vorgänge
ein. Es entsteht dabei zugleich eine eigentümliche Balance von fester,
gesicherter Zuständigkeit, auf die das Gestalten hindrängt,
und von Vorgang, in dem sich die Natürlichkeit der Materialien zu
entfalten sucht, eine Balance von Innehalten und Bewegung: Jeder Zustand
ist nichts für sich Isoliertes und endgültig Fixiertes, sondern
Situation im Rahmen eines unablässigen Vorgangs; jeder Vorgang aber
bringt auch stets wieder unablässig Zustandsformen hervor.“
Jürgen Morschel
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Stand: 5.11.2008 |
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