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Arthur Köpcke
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1972
Kassette mit 72 Collagen
Stücke aus den Jahren 1958–1964
Piece No. 1 to Piece No. 129
Edition René Block, Berlin
Auflage 150 Exemplare
26,0 x 36,0 cm
erworben 1995
Zum Werk
Zwischen 1963 und 1965 entstand Arthur Köpckes Schlüsselwerk
reading / work-pieces-manuscript. Zu diesem Komplex zählt auch das
vorliegende Mappenwerk.
Jedes der schwarzen Blätter trägt den gleichen Satz als Überschrift:
"you can put each piece as a way of action for the rest of the pieces"
, jedes Blatt ist also als Handlungs- bzw. Gebrauchsanweisung für
den Rest der Blätter gemeint, nach dem Motto: „Fortsetzung
folgt“. Diese sind den weißen schreibmaschinengeschriebenen
Zetteln zu entnehmen, die dort angebracht sind. Das geschriebene Wort
hat die Funktion eines Bildes übernommen.
„Die ‚reading/work pieces’ von Köpcke sind eine
Sammlung von 129 Texten, Beschreibungen, Anweisungen und Plänen,
Skizzen, Schemata und Schaubildern, von Notationen und Partituren. (...)
Diese ‚pieces’ sind das Zentum von Köpckes Werk und die
Basis so vieler seiner Bilder und Objekte, Malereien und Zeichnungen,
seiner Montagen und Ereignisse. Tomas Schmit bezeichnete die ‚reading/work
pieces’ als ein ‚unentdecktes Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts’.
Publiziert wurden sie erst 1972 in der ‚continue’-Box, zuvor
kursierten nur Hektografien.“
(S.D. Sauerbier, Arthur Köpcke. in: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst)
Köpcke folgte dem Schema der wöchentlich erscheinenden Illustrierten
in vielen Reading/Work-Pieces. Mit ihnen wollte er auf Ich-Bezüge,
Funktionen von Parteien, alltagspolitischer oder epischer Art sowie auf
handwerkliche, schönschriftliche und geschmackliche Präsentationsformen
verzichten. Also ohne Diskrimination, schlußfolgerte er selbst und
hoffte auf Gewissheiten, mit denen sich ALLE beschäftigen könnten.
Die erstmals 1963 als ‚samples’ zu einem Manuskript zusammengestellten
Reading-Pieces/Work-Pieces/Reading/Work-Pieces waren dabei auch als Kunstwerke
gemeint.
„(...) Sein ‚Music while you work’ beispielsweise folgte
der Alltagsgewohnheit, sich bei der Arbeit mit Musik abzulenken. Er wollte
barsch nach dem Wozu fragen. ‚Find other versions’, hieß
es unmittelbar anschließend, denn nirgends verriet der Künstler
eine Lösung, das Warum und Weshalb. Was tun wir nicht alles, tagein
und tagaus, nicht erst seit dem Weltkriegsende, von dem wir uns gar keine
oder nur unzureichende Rechenschaft ablegen? ‚Biting your nails?’,
lautete ein Stück, das ausnahmsweise doch eine Antwort gab: ‚Go
on’. An anderer Stelle sollte ein Text gelesen und nach jedem siebten
Wort mit der Frage ‚Was ist das?’ unterbrochen und so mit
eigener Imagination gefüllt werden.“
(Arthur Köpcke. Bilder und Stücke. Ausst.kat. Berlin, Dortmund,
Den Haag 1987)
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Stand: 5.11.2008 |
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