| Hommage à Arthur Köpcke. 1928–1977
Portfolio mit 18 Blättern von verschiedenen Künstlern
Kopenhagen 1979
Verlag Barbara Wien
Exemplar 72 von 100
erworben 1996
Eric Andersen
Wastebasket
Offset in drei Farben auf Glanzkarton
Größe: 40,0 x 31,1 cm
Joseph Beuys
Wählt die Grünen
Offset in 4 Farben mit Original-Stempel
Größe: 42,0 x 39,8
George Brecht
Stamp out Stamping
weißer Karton mit 2 Stempeln bedruckt, montiert auf schwarzem Fotokarton
Größe: 42,0 x 29,7
Henning Christiansen
Yes! he is dead on the line
1979
Collage und Offset mit Original-Sticker
Größe: 29,8 x 42,0 cm
Henning Chistiansen
Stranger on the Shore Arthur Köpcke in memoriam
1978
Gedicht, Offset
Größe: 30,0 x 42,0 cm
Robert Filliou
Dessin sans Voir et sans Savoir: Imitating the Song of a Bird
Offset mit Collage und Stempel
Größe: 29,8 x 42,0 cm
Ludwig Gosewitz
Addi Köpcke 26.11.1928–20.10.1977
Offset, perforiert
Größe: 29,7 x 41,9 cm
Al Hansen
I saw Addi yesterday on West Broadway
1979
Puzzle in 3 Farben, montiert auf Fotokarton
Größe: 39,0 x 32,0 cm
Per Kirkeby
The Painter and his model
1979
Radierung und Lithografie auf Bütten
Größe: 48,1 x 38,1 cm
Bengt af Klingberg
Bootlifting for Addi
Offset, grün
Größe: 29,4 x 41,9 cm
Alison Knowles
Bruna Bönar (Brown Beans)
Offset montiert auf Karton
Größe: 41,2 x 31,0 cm
Bjørn Nørgaard
ohne Titel
1979
Radierung, Holzschnitt und Offset in 4 Farben
Größe: 32,0 x 37,9 cm
Nam June Paik
I learned from my sister how to open a piano – I learned from Köpcke how to close a piano
Offset mit Aufkleber
Größe: 31,0 x 42,0 cm
Tomas Schmit
Geschichte
1979
Offset, handkoloriert mit Aquarell
Größe: 29,8 x 42,0 cm
Daniel Spoerri
I do not want to participate
1979/80
Offset in 4 Farben mit Original-Stempel
Größe: 42,0 x 29,5 cm
Ben Vautier
Oh Ben you are stupid, you talk too much about art (Addi said that once to me)
Siebdruck mit s/w Original-Foto, montiert auf Karton
Größe: 40,0 x 39,7 cm
Wolf Vostell
Die Fluxisten sind die Falken der Kunstgeschichte
1980
Offset in 4 Farben
Größe: 40,2 x 28,5
Bob Watts
Cloud Music for Addie
1979
Offset in 4 Farben
Biografie
Arthur („Addi“) Köpcke, 1928 in Hamburg
geboren, war als Künstler weitgehend Autodidakt. Im Hamburg der Nachkriegszeit
beschäftigte er sich mit Malerei und Literatur, wobei die schriftstellerische
Arbeit im Zentrum seines Interesses stand. Ende 1957 siedelte er nach
Kopenhagen über, wo er gemeinsam mit seiner dänischen Frau Aase
(„Tut“) die Galerie Køpcke eröffnete. In den fünf
Jahren ihres Bestehens wurde die Galerie zur Anlaufstelle für internationale
Avantgardekunst (Informel, Nouveau Réalisme und Fluxus) in Dänemark
– einem Land, das kunstgeographisch an der Peripherie lag. Bei Köpcke
stellten Künstler wie Filliou, Manzoni, Roth, de Saint Phalle, Spoerri
und Williams zum Teil erstmals in Skandinavien aus. In dieser Zeit spielte
Köpcke eine interessante Doppelrolle als Kunstvermittler und Künstler.
Seine Zeit als Aktionskünstler begann 1962 mit dem „Festival
of Misfits“ (Oktober/November) in London. Köpcke war es, der
Fluxus nach Dänemark brachte: Dass das „Festum Fluxorum“
im November 1962 in der Kopenhagener Nikolaj Kirke stattfand, ergab sich
aus dem Engagement von Köpcke, der den Kontakt zu George Maciunas
über die Künstler seiner Galerie hergestellt hatte. Bis zur
Mitte der sechziger Jahre nahm Köpcke während der Fluxus-Tournee
durch Europa an den meisten großen Festivals teil (Paris, Düsseldorf,
Amsterdam, Scheveningen, Aachen etc.). An den in Dänemark stattfindenden
Fluxus-Veranstaltungen der sechziger Jahre war er u.a. beteiligt mit Eric
Andersen und Henning Christiansen. 1970 stand sein Fluxus-Stück „Music
while you work“ im Zentrum des „Festum Fluxorum“, das
von der Galerie Block im Berliner Forumtheater organisiert wurde. 1972/73
war Köpcke Gastprofessor an der Königlichen Akademie der Künste
in Kopenhagen. Köpckes umfangreiches Werk umfasst Tafel- und Rollbilder,
literarische Arbeiten, Objekte, Collagen, Assemblagen und Fluxus-Stücke.
Sein Schlüsselwerk, das „reading / work-pieces-manuscript“
entstand zwischen 1963 und 1965. Er starb 1965 in Kopenhagen.
Zitiert nach: Eine lange Geschichte mit vielen Knoten. Fluxus in Deutschland
1962–1994, Ausstellungskatalog, Stuttgart 1995
„Die Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert beinhaltet zwei verschiedene
Aspekte: die zurschaugestellte Wirklichkeit als Kunst der ‚bloßen
Objekte’ und als Kunst der ‚reinen Ideen’. Bezugnahmen
auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und die des Einzelnen setzten die
Fluxus-Leute aufs Programm; auch die Realität der Sprache und der
Zeichen insgesamt wurden als Mittel und als Gegenstand reflektiert und
thematisiert.
Die komplementären oder dialektischen Tendenzen haben zu Extremen
der Rhetorisierung geführt: einerseits zum Überschreiten der
Bildhaftigkeit, nämlich als Zeichen der Zeichen – und andererseits
zum Unterschreiten von Zeichenhaftigkeit überhaupt, indem Künstler
anzeigend nunmehr Handlungen ausführten, auf Sachen verwiesen oder
Dinge deklarierten, Ereignisse zur Schau stellten oder Ideen sich aneigneten
und vorwiesen. Mit dem Exemplarischen, der Präsentation und der Ostension,
läßt sich das Prinzip des Konkretismus kennzeichnen. (...)
Zu Beginn der 1960er Jahre bestimmte vor allem die Expansion des Geltungsanspruchs
von Kunst deren Verhältnisse und Bewegungen – einschließlich
der Anti-Kunst. Fluxus war eine dominierende Richtung: Erweitert wurden
die komponierbaren Materialien der Künste, das Repertoire von Mitteln
und Zeichenträgern – gebunden an die Sinne, ans Sehen, Hören,
Fühlen, an Materialien und Instrumentarien, und diese Ausweitung
klassisch-künstlerischen Terrains betraf auch die neuen Medien der
Reproduktion und Verteilung... ‚The Arts in Fusion’ –
‚Intermedia’: Integration der Künste und Grenzüberschreitungen
zwischen den Arten und Gattungen fand statt.“
zitiert nach: S. D. Sauerbier, Arthur Köpcke, in: Kritisches Lexikon
der Gegenwartskunst
zitiert nach: S. D. Sauerbier, Arthur Köpcke, in: Kritisches Lexikon
der Gegenwartskunst
Stand: 5.11.2008
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