|
|
|
Mario Merz
Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen
Künstlerzitat
„Der Augenblick und die Utopie müssen sich heute in aufeinanderfolgenden
Momenten verwirklichen (...) sehr präzis. Ich glaube, so entsteht
meine Arbeit.“
Mario Merz 1978
Biografie
Geboren 1925 in Mailand, gestorben 2003 in Turin. Lebte und arbeitete
zeit seines Lebens in Turin. Nach kurzem Medizinstudium an der Università
degli Studi in Turin wird er Mitglied der antifaschistischen Widerstandsgruppe
„Giustizia e Libertà“ (Gerechtigkeit und Freiheit).
1945 wird er in diesem Zusammenhang verhaftet und verbringt kurze Zeit
im Gefängnis. Nach einer Rom- und einer Paris-Reise widmet er sich
der Kunst. Zunächst malt er Ölbilder, zwischen 1960 und 1965
entstehen informelle Spiralbilder, ab 1966 wendet er sich jedoch von der
informellen Kunst ab und sucht in den Dingen selbst Metaphern für
den Zusammenhang Natur–Kultur. Er kombiniert Neonröhren und
Neonschrift mit alltäglichen Dingen wie Flaschen und Schirmen. Dabei
werden diese Ausdrucksträger eines neuen Kunstverständnisses,
das mit einfachen Materialien elementare Bedürfnisse zu artikulieren
sucht. Mario Merz wird zu den Hauptvertretern der Arte Povera gezählt.
Ab 1968 entstehen die Merz-typischen Iglus. Mit dem Iglu findet er eine
metaphorische Form für den Zusammenhang zwischen Innen und Außen,
für das Bergende und Schützende wie auch für das Vergängliche
und Flüchtige naturhafter Prozesse. Ab 1969 tauchen neben den Iglus
auch die Fibonacci-Zahlen wiederholt auf. 1977 kehrt er zur gestischen,
farbig intensiven Malerei zurück, verbindet sie jedoch mit Gegenständen,
den Fibonacci-Zahlen und anderen ikonografischen Motiven. Verheiratet
war Mario Merz mit Marisa Merz, ebenfalls eine Vertreterin der Arte Povera.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
Kunsthalle Basel 1975 (Katalog)
Museum Folkwang, Essen 1979 (Katalog)
Stedelijk Van Abbe Museum, Eindhoven 1980 (Katalog)
Kunsthalle Basel 1981 (Katalog)
Kunsthaus Zürich 1985 (Katalog)
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 1998
Museum Moderner Kunst, Frankfurt 2002
Gruppenausstellungen
documenta 5/6/7/9, Kassel 1972/77/82/92
36./37./38./39./44. Biennale Venedig 1972/76/78/80/86
The Last Picture Show: Artists Using Photography (1960–1982), MARCO.
Museo de Arte Contemporánea de Vigo, Vigo 2004
Fernsehgalerie Gerry Schum / videogalerie schum – Ready to shoot,
Norwich Galerie, Norwich 2005
„Real“, Städelsches Kunstinstitut und Städtische
Galerie, Frankfurt am Main 2008
Bibliografie
Szeemann, H. u. a. (Hg.): Mario Merz, Kunsthaus Zürich, Ausstellungskatalog,
Zürich 1985
Celant, G. (Hg.): Mario Merz, Solomon R. Guggenheim Museum, Ausstellungskatalog,
New York 1989
Domesle, A.: Leucht-Schrift-Kunst, Berlin 1998
Glas, A.: „Ikonographie des Bewusstseins“, zu den Motiven
Natur und Kultur bei Mario Merz.
Dissertation, München 1998
De Wird, G. (Hg.): Mario Merz: Die Katze, die durch meinen Garten geht,
ist mein Arzt, Kleve 2001
Eccher, D.: Mario Merz, 2003
Stand: 5.11.2008 |
|