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Franz Mon
Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen
Künstlerzitat
„Die naive Übereinstimmung von Wort und Sache, Ausdruck und
Wirklichkeit ist zerschlissen durch den tatsächlichen Gebrauch der
Sprache wie durch die unerhörte Kluft zwischen dem Faktischen dieser
Realität und den Worten, die damit fertig werden sollen.“
Franz Mon
Biografie
Franz Mon, 1926 in Frankfurt geboren und bis heute dort lebend, gehört
zu den bedeutendsten Vertretern der Konkreten Poesie. Nach dem Studium
der Germanistik, Geschichte und Philosophie Tätigkeit in einem Schulbuchverlag
(1955–91). Er schreibt verbale, visuelle und akustische Texte. Seine
visuellen Arbeiten wurden seit 1963 in Einzel- und Gruppenausstellungen
im In- und Ausland, u.a. auch 1970 auf der Biennale in Venedig, gezeigt.
Erste Publikation eines Gedichts 1951 in der Zeitschrift „meta“.
Die Verzweigung der poetischen Arbeiten in verbale, visuelle und akustische
gewann seit Anfang der 1960er Jahre an Kontur. Eine weitere theoretische
Fokussierung – auf das Phänomen Prinzip Collage – stützte
sich auf frühe Montagen mit Zeitungstexten und bestimmte weithin
die visuellen Arbeiten der 1960er Jahre. Phonetischen Sprechstücken
und einem ersten experimentellen Hörspiel Anfang der 1960er Jahre
folgten 1969–1996 insgesamt elf weitere Hörspiele, die alle
in eigener Regie realisiert wurden.
Franz Mon hat als Autor zeitlebens für ein schriftstellerisches Verfahren
des „Querstellens“ plädiert, was auf die Sprache, die
Sprachverwendung, vor allem aber immer wieder auf das „Reden“
bezogen ist. Mon, dessen Rolle für die publizistische Durchsetzung
der „Konkreten Poesie“ nicht hoch genug geschätzt werden
kann, plädierte frühzeitig für eine Überschreitung
der medialen Begrenzungen. So war er Mitherausgeber der Sammlung „movens“
(1960, mit Walter Höllerer und Manfred de la Motte), die Dichtung,
bildende Kunst, Musik und Architektur umfasst.
Franz Mon ist Mitglied der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung,
Darmstadt.
2003 bekam er die Goetheplakette der Stadt Frankfurt.
Ausstellungen (Auswahl)
documenta 8, 1987
Algorithmische Revolution. Zur Geschichte der interaktiven Kunst ZKM |
Museum für Neue Kunst & Medienmuseum, Karlsruhe 2004
X mal ICH. Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt 2007
Whenever It Starts It Is The Right Time, Strategien für eine unstetige
Zukunft. Frankfurter Kunstverein, 2007
ART ON AIR – „Radiokunst im Wandel“, Neues Museum Weserburg
Bremen 2008
Städtische Galerie Erlangen (zum 28. Poetenfest) 2008
Bibliografie (Auswahl)
artikulationen. Pfullingen: Neske, 1959
protokoll an der kette. 14 Gedichte. mit sechs Graphiken von Bernhard
Schultze. Köln: Galerie der Spiegel, 1961
Verläufe. Mit Lithographien von K.O. Götz. Stuttgart: Galerie
Müller, 1962
weiß wie weiß. mit Prägedrucken von Rolf Kissel. Bad
Homburg: Gulliver Presse, 1964
sehgänge. Berlin: W. Fietkau Verlag, 1964
ainmal nur das alphabet gebrauchen. Stuttgart: edition hansjörg mayer,
1967
Lesebuch. Neuwied und Berlin: Luchterhand, 1967
herzzero. Neuwied und Berlin: Luchterhand, 1968
Texte über Texte. Neuwied und Berlin: Luchterhand, 1970
aufenthaltsraum. mit Siebdrucken von Thomas Lenk. Duisburg: Guido Hildebrandt,
1972
maus im mehl. Frankfurt/M: Galerie Patio, 1976
fallen stellen. texte aus mehr als elf Jahren. Spenge: Verlag Klaus Ramm,
1981
hören ohne aufzuhören. Linz: neue texte, 1983
Es liegt noch näher. 9 Texte aus den 50ern. Spenge: Verlag Klaus
Ramm, 1985
Knöchel des Alphabets. 33 visuelle Texte. Offenbach: Hochschule für
Gestaltung, 1989
das wort auf der zunge. Texte aus vierzig Jahren. Berlin: Janus, 1991
Nach Omega undsoweiter. Spenge: Verlag Klaus Ramm, 1992
einsilbige eingriffe. Dreieich: Schierlingspresse, 1994
Gesammelte Texte – Bd 1 Essays. Berlin: Janus, 1994
Gesammelte Texte – Bd 2 Poetische Texte 1951–1970. Berlin:
Janus, 1995
Wörter voller worte. Spenge: Verlag Klaus Ramm, 1999
Freiflug für Fangfragen. 103 Alphabetgedichte m. 26 Versalcollagen
und 1 CD m. Lauttexten seit 1960
Stand: 5.11.2008
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