Sie befinden sich hier: -->sammlung -->bestand  --> matt mullican

 


 

 

 

Matt Mullican

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

Künstlerzitat
„Nun hatte ich die ganze Aufspaltung, die Chart und all diese Zeichen. Und als ich die Zeichen auf Plakate und Flaggen setzte, fing es an, um den Kontext der Zeichen zu gehen; die Zeichen nicht getrennt von ihrer Umgebung, sondern materiell darin verwickelt. Ein Zeichen auf einem Briefumschlag zum Beispiel ist etwas ganz anderes als ein Zeichen auf einer Flagge, wegen seiner anderen Intentionen. Und ich kann meine ganze Sprache in alle diese verschiedenen Situationen stecken, die alle verschiedene Anschauungsweisen darstellen.“
Matt Mullican

Biografie
Matt Mullican wurde 1951 in Santa Monica, Kalifornien, geboren und studierte in den frühen siebziger Jahren am California Institute for the Arts. Sein Werk entzieht sich weitgehend gängigen Kunstkategorisierungen und Zuordnungen. Grundsätzlich hinterfragt Matt Mullican mit verschiedensten Ausdrucksmitteln die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Bild, Bedeutung und physischer Realität.
Ab den siebziger Jahren, der Frühphase seiner Auseinandersetzung mit Zeichensystemen und deren Funktion im Rahmen psychologisch bzw. kulturell determinierter Perzeptionsmechanismen, machte Mullican Performances. Mittels Hypnose lässt er sich z.B. in Innenräume, wie sie in Darstellungen von Piranesi zu sehen sind, versetzen, wobei er gleichzeitig eine verbale Beschreibung seiner Erfahrung in diesen Bildern vorträgt.
Im weiteren Verlauf seiner künstlerischen Explorationen entstehen von ihm als „Cosmology" bezeichnete Installationen, in denen er diagrammartig unterschiedlichste Zeichen und Darstellungsformen zu einem höchst komplexen persönlichen Sprachsystem ordnet. Seit den späten achtziger Jahren bedient sich Matt Mullican zur Entwicklung und Darstellung dieser „Cosmology" auch neuerer Technologien wie Computer und Internet. Im virtuellen Medienraum entstehen dabei städteartige Ordnungssysteme als Modelle kognitiver Perzeption bzw. als Modelle sich ändernder Sichtweisen auf unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen, die vom Künstler farblich symbolisiert werden.

Quelle: Kunsthaus Bregenz 1997, 50 Positionen zeitgenössischer internationaler Kunst

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen
Project Inc., Boston 1973
Artists Space, New York 1976
The Kitchen, New York 1979
Institut Franco-Américain, Rennes, Frankreich 1982
Institute of Contemporary Art, Boston 1983
Centre d’Art Contemporain, Genf 1984
The Everson Museum of Art, Syracuse, New York 1986
Michael Klein Incl., New York 1988
Museum of Modern Art, New York 1989
Portikus, Frankfurt am Main 1990
Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo 1991
Santa Barbara Museum of Art, Santa Barbara 1992
Neue Nationalgalerie Berlin 1995
Details From an Imaginary Universe, Städtische Galerie im Lenbachhaus & Kunstbau, München 1999
Fundación Antoni Tàpies, Barcelona 2000
Kunstmuseum St. Gallen 2001
more details from an imaginary universe (2001). MESEION – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen 2001
Matt Mullican under Hypnosis, 1996, Stedelijk van Abbe Museum, Eindhoven 2003
Museum Ludwig, Köln 2005
model architecture, Lentos Kunstmuseum Linz 2005
Kunst auf der Baustelle/Art in Architecture Project. MUSEION – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen 2006
Notating Cosmology. ProjecteSD, Barcelona 2008

Gruppenausstellungen
Project Inc., Boston 1974
documenta 7, Kassel 1982
Kunstmuseum Luzern 1983
Museum of Modern Art, New York 1985/1986
Skulptur Projekte Münster 1987
documenta 9, Kassel 1992
Binaera. 14 Interaktionen – Kunst und Technologie, Kunsthalle Wien, Wien 1993
New acquisitions for the collection 1994/95, Stedelijk van Abbe Museum, Eindhoven 1995
Framing The World. Neue Kunsthalle St. Gallen 1996
Under Capricorn – The World Over, Stedelijk Museum Amsterdam 1996
Matt Mullican & Lawrence Weiner, Stedelijk van Abbe Museum, Eindhoven 1997
documenta X, Kassel 1997
Künstlerinnen, Kunsthaus Bregenz 1997
Global World / Private Universe, Kunstmuseum St. Gallen 2004
FUNNY CUTS – Cartoons und Comics in der zeitgenössischen Kunst, Staatsgalerie Stuttgart 2004
Des Deux Côtés Du Rhin – Ambiance, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2005
Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM, Karlsruhe 2005
auszeit – Kunst und Nachhaltigkeit, Kunstmuseum St. Gallen 2007
Traces du Sacré, Centre Pompidou – Musée National d’Art Moderne, Paris 2008
Blasted Allegories – Werke aus der Sammlung Ringier. Kunstmuseum Luzern 2008

Bibliografie (Auswahl)
Zacharopoulos, Denys: Matt Mullican. Works 1972–1992, Köln 1993
Matt Mullican, Katalog der Ausstellung Neue Nationalgalerie Berlin 1995
Rollig, Stella (Hg.): Matt Mullican. Model architecture. Katalog der Ausstellung Lentos-Kunstmuseum Linz, Ostfildern 2006

Stand: 5.11.2008