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Matt Mullican
Fünf Zeichen
2007
Zum Werk
Ein anschauliches Beispiel für ein Werk von Matt Mullican im öffentlichen
Raum bzw. Kunst am Bau, ist seit 2007 im Rathaus Erlangen zu sehen:
Matt Mullican hinterfragt die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen
Bild, Bedeutung und physischer Realität. Der Konzeptkünstler
hat für sich ein persönliches Signal- und Zeichensystem entwickelt,
das als eine Zusammenfassung der Welt in Form von wesentlichen Zeichen
oder Symbolen zu sehen ist, deren kontrollierte Vielfältigkeit Spiegel
einer unkontrollierten Komplexität ist. Mullican hat versucht, die
Vorgänge der Wahrnehmung zu verstehen und stellt dar, wie Zeichen
unsere Welt organisieren und wie sie ihre Systeme besser beschreiben können.
Dem künstlerischen Konzept liegt eine eigene Weltsicht zugrunde.
In Mullicans Kosmologie fungiert Farbe als Organisationssystem.
Im Eingangsfoyer des Rathauses ist gegenüber des Haupteinganges das
Werk „Fünf Zeichen“ zu sehen. Das Bildformat wird von
einem Wandstück zwischen zwei Gangöffnungen bestimmt, bzw. von
Decke und Fußboden. In regelmäßiger Reihung befinden
sich die „Fünf Zeichen“ als kreisförmige Symbole
auf weißem Untergrund. Die Farbflächen der Symbole, bei denen
der Kreis das zentrale Gestaltungselement ist, sind schwarz konturiert
und von intensiver klarer Farbigkeit. Die Symbole wirken flächig
und plakativ. Sie wirken monumental, sind einfach gestaltet und dennoch
bleibt ihr Sinn auf den ersten Blick verborgen, da sie rein der subjektiven
Vorstellung des Künstlers ersprechen. Der Besucher des Rathauses
aber sucht nach bekannten Symbolen, an denen er sich orientieren kann.
Matt Mullican hat den Farben eigene Bedeutungen zugewiesen:
Rot = Subjektivität
Schwarz = Sprache/Zeichen
Gelb= gestaltete Welt/Kunst
Blau = ungestaltete Welt/das Unbewusste
Grün = die Elemente
Mullicans Zeichen sind eine Übersetzung seiner Kosmologie in Metaphern
eines Universums, dessen Sinn sich aus der Zusammenschau vieler verschiedener
Dinge (Wahrnehmung, Subjektivität, Gefühle) ergibt, die Sprache
als Instrument der Kommunikation ist Grundlage für alles. Er versucht
subjektive Erfahrungen in objektive Zeichen zu übersetzen und so
einen Zugang zum Universellen zu finden.
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Stand: 5.11.2008 |
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