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Beate Passow

Zähler - Nenner

1997
10 Farbfotografien
Cibachrom auf Aluminium mit geprägtem Passepartout
je 80 x 100 cm
Schenkung Hypo-Kulturstiftung München (4 Fotos) 2008
Schenkung Beate Passow (1 Foto) 2008
alle anderen Fotos zählen zu den „Wünschen“ der Städtischen Galerie Erlangen

Zum Werk
Das Fotoprojekt „Zähler–Nenner“ entstand 1995–1998 in Europa und Israel. Beate Passow besuchte Überlebende von Auschwitz mit ihrer Kamera. Auf den Fotos sind die mit Nummern tätowierten Unterarme der nun alt gewordenen Menschen zu sehen.
Auf den ersten Blick wirken die Arbeiten seriell, auf den zweiten Blick sind es Arbeiten mit einem subtilen Porträtcharakter. Handhaltung und Haut, Kleidung und Accessoires bringen das Individuelle und Einmalige zum Ausdruck, ohne es zur Schau zu stellen. In die Passepartouts sind die Initialen der Dargestellten und Beginn und Ende ihrer Gefangenschaft in Auschwitz eingeprägt. Passow gibt den zu zählbarem Material reduzierten Menschen ihre Individualität zurück.
In der Aneinanderreihung der Aufnahmen, so schreibt Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, wird der gemeinsame Nenner ablesbar. „Dieser Nenner führt uns auf den Grund der Entmenschlichung: Unmittelbarer noch als im Judenstern werden der Zwang, die Unterdrückung und Mechanisierung anschaulich gemacht, die selbst vor dem Menschen nicht einhielten. Das, was wir hier schauen können, vermittelt etwas vom Unglaublichsten. Der ersten Betroffenheit folgt eine Sprachlosigkeit. Es gibt eigentlich nicht mehr zu sagen als, seht euch das an. Und doch: In der Reihung, immer vor dem gleichen blaugrauen Karton, entsteht einerseits Vergleichbarkeit der manchmal hilflos wirkenden, gereckten Arme, andererseits werden sie für die Betrachtung nochmals einem starren Raster unterworfen, das durchaus auch als zwanghaft empfunden werden kann. Aus dem Einzelfall entsteht so die aufs Allgemeine zielende Aussage“.

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Stand: 5.11.2008