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Josua Reichert

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

Künstlerzitat
„Wer weiß heute noch, was ein Einblattdruck ist? Dieses Zwischending, halb Plakat, halb Flugblatt, ein bißchen auch Anschlagzettel, Postwurfsendung, Aufruf, hat innerhalb meiner Arbeit einen besonderen Stellenwert.“
Josua Reichert 1995

Biografie
Geboren 1937 in Stuttgart. Lebt und arbeitet in Haidholzen/Oberbayern. 1956/57 arbeitet Reichert in einer Druckerei. 1959 Studium bei Professor HAP Grieshaber an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. 1960 hat Reichert sein erstes Atelier in Stuttgart. Ein Jahr später verlegt er dieses nach München. 1964 erhält er ein Stipendium der Geschwister-Boehringer-Ingelheim-Stiftung zur Förderung der Geisteswissenschaften und zwei Jahre später ein Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. 1967 Preis der Biennale São Paulo. 1970 Gastdozent an der Gerrit-Rietveld-Akademie in Amsterdam, 1999 Antiquaria-Preis Ludwigsburg. Reichert bezeichnet sich selbst als Typografen, als Drucker. Der Buchstabe, das Alphabet, das Wort, das Gedicht sind für ihn bildkünstlerische Träger von Botschaften. Die meisten farbintensiven, streng gebauten Text- und Typenbilder schließen das freie Spiel mit Formen nicht aus. Der Begriff „poesia typographica“ umfasst sowohl eine Werkgruppe als auch Reicherts gesamte Tätigkeit, zu der ferner Stempeldrucke, Collagen, Einblattdrucke, „Der Haidholzer Psalter", Handdrucke, Schrift-Bilder (die umfangreichste der Werkgruppen) sowie Mappenwerke, Codices, Bücher, Faltbögen gehören. Viele Druckformen werden mit dem Löffel als Werkzeug direkt auf den Bildträger abgerieben. Die Werkgruppe der Plakate gibt als ein Wegehandbuch der Ausstellungen biografischen Aufschluss. Das Werkverzeichnis benennt über 800 Positionen. Vor allem mit seinen zahlreichen Arbeiten für öffentliche Gebäude versucht der Künstler, Aufklärerisch-Poetisches in den Alltag einzubringen.

Ausstellungen (Auswahl)
Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1962
Museum Bochum 1962
Museum Ulm 1965
Stedelijk Museum, Amsterdam 1966
Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Oldenburg 1970
Leopold-Hoesch-Museum, Düren 1972
Landesmuseum Linz 1984
Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen 1995
Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 1998
Joods Historisch Museum, Amsterdam 2000
galerie der berliner grafikpresse, Berlin 2002
Galerie Defet im „zumikon“, Nürnberg 2002
Rathaus Krailing 2003

Bibliografie (Auswahl)
Württembergische Landesbibliothek (Hg.): Die Stuttgarter Drucke von Josua Reichert, Stuttgart 1972
Reichert, Josua: Der Haidholzener Psalter, München 1988
Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen (Hg.): Josua Reichert – Handdrucke 1971–1994, Reutlingen 1995
Pfäfflin, W., Maurice, K. (Hg.): Josua Reichert. Werkverzeichnis 1959–1995, Ostfildern 1997
Prinz, I.: Josua Reichert im Arithmeum, 2000
Reichert, Josua: Das kleinste Buch der Welt; Josua Reicherts Bilder ABC, Leipzig 2002
Kemp, F.: Einmal für immer, Oreos Verlag 2004

Stand: 5.11.2008