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Dieter Roth

Containers Die Ro Pe Pr Por

1972
Multiple
signiert
Exemplar 30 von 85 und 10 Künstlerexemplare
33-teilige Mappe mit verschiedenen Drucken (gefaltet, collagiert, gerissen) auf verschiedenen-farbigem Papier oder Bütten.
9 Farbradierungen, 3 Radierungen auf farbigem Bütten, 1 gefaltete Radierung, 1 mehrfarbiger Siebdruck
Verlag: Petersburg Press
erworben 1983

Inhalt der Mappe

1–9:
Bittburger
(Na, Fritze?) Lakritze
Bargold (Auspuff)
Klosettkastenfutilisten
Akte (Nudel)
Japanischer Kaffeechinese
Wasserhunde
Pickelparade
Schneller Wixe
r
Tiefdruck (Ätzung in Zink) und Collage (weiche Objekte und Drucksachen), rot auf weißem Bütten, mit Titelstempel
je 30 x 25 cm auf je 58 x 46 cm

10–12:
Beine – Herzen – Atlas
Tiefdruck (Kupferstich), auf farbigem Bütten, mit je einem Wasserzeichen
2 à 20 x 16 cm auf 32 x 44 cm
1 à 16 x 20 cm auf 47 x 58 cm

13, 14:
Große Trollis
Schablonendruck (Sieb), zwei mal fünf Farben (beidseitig bedruckt) auf weißem Papier
100 x 100 cm (gefaltet 50 x 13 cm)

15:
Riesentrolli
Tiefdruck (Ätzung, in vier Zinkplatten), auf weißem Bütten
90 x 94 cm auf 100 x 100 cm (gefaltet 34 x 34 cm)

16:
Abklatsch
(des Druckes Riesentrolli) auf Seidenpapier, collagiert
100 x 100 cm

17–18:
Schnelle Trollis
(zwei mal zwölf Abdrucke) Flachdruck (Offset), fünf Farben auf Klebepapier, gelocht (zwei Briefmarkenblöcke)
25 x 30,5 cm auf 31,5 x 57 cm

19–22:
Trolli
(Vier Drucke) Flachdruck (Offset), vier Farben auf weißem Papier collagiert (Klebestreifen)
ca. 55 x 75 cm

23–30:
Programm
Flachdruck (Offset) auf weißem Papier
32 x 23 cm

31–33:
Titel – Apfel – Inhaltsverzeichnis
Hochdruck (Handsatz-Texte und Zinkgravuren) auf Zeitungsdruck
15 x 30 cm (31), 32 x 66 cm (32), 55 x 38 cm (33)

Etiketten: je 1 Druck Nr.17 und Nr.13 (auf der Mappe), Filzstiftzeichnung von Dieter Roth (auf der Kassette), auf farbigem Papier

Zum Werk
„Dieter Roth produzierte 528 Drucke zwischen 1947 und 1998 und schuf damit eines der großartigsten und reichsten druckgraphischen Œuvres. Viele Graphiken erschienen in Unikatreihen, die er durch erfindungsreiche Manipulationen verschiedener Stadien der Druckgraphikprozesse kreierte, womit ihm eine erstaunliche Variationsbreite durch ganze Auflagen hindurch gelang.
Der Künstler benutzte alle bekannten Drucktechniken vom Linol- und Holzschnitt (Hochdruck), Radierung (Tiefdruck), Lithographie, Offset (Flachdruck). Siebdruck (Schablonendruck). Bis hin zu einigen bis dahin unbekannten wie ‚Pressung’ (Objekte, die durch vertikalen Druck flach wurden) oder ‚Quetschung’ (Objekte, die durch horizontalen Druck flach wurden). Oft kombinierte er unterschiedliche Techniken. Roths Kreativität und Einfallsreichtum trieb die Druckgraphik weit über ihre derzeitigen Grenzen, indem er auch mit Käse und Schokolade ‚druckte’. (...)
Roths wichtigstes Mappenwerk heißt ‚Containers’. In dieser aus 33 Blättern bestehenden Arbeit verbindet er viele seiner Drucktechniken und druckgraphischen Erfindungen aus den 60er Jahren. Selbst die Graphikmappe und sogar der Karton, in dem sie versandt oder verkauft wurde, bezieht er in die Arbeit ein: Jede Schachtel trägt ein silhouettenhaft stilisiertes Selbstportrait als Originalzeichnung.
Die ‚Container’ soll man sich als mit verschiedenen Dingen gefüllte Aquarien vorstellen, für deren Aufbewahrung ein Rollwagen, ein sogenannter ‚Trolli’, ähnlich einem Servierwagen. dient. Diese ‚Behälter’ führt er im Tiefdruck aus, indem er gleichzeitig mit dem Druck verschiedenes Naschwerk von Maurice Payne durch die Radierpresse quetschen lässt. Den Trolli lässt er bauen. Die Zeichnung dazu und die Fotos von dem Rollwagen dienen ihm wiederum als Ausgangsmaterial für Siebdrucke, Radierungen und Offsetdrucke. Die mit besonders dickem Farbauftrag gedruckten Siebdrucke lässt er falzen. Wodurch die Farbschichten aufbrechen. Die Offsetdrucke nach dem Foto lässt er verschiedenartig zerreißen und auf vier verschiedene Arten montieren. Außerdem lässt er perforierte Briefmarkenbögen mit dem Motiv des Motorradfahrers drucken, von denen er einen auf die Mappe kleben lässt, weitere liegen lose bei.
Durch die Arbeit mit der renommierten Londoner Petersburg Press, die in dieser Zeit Künstler wie Henry Moore, Marc Tobey, Jasper Jones, Richard Hamilton. Claes Oldenburg, Jim Dine, James Rosenquist und Frank Stella verlegen, bekommt sein Werk internationale Geltung.“
Dieter Roth. Druckgraphik. Catalogue Raisonné, bearbeitet von Dirk Dobke, Edition Hansjörg Mayer, Vertrieb Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2003

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Stand: 5.11.2008