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Diet Sayler

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

Künstlerzitat
„Ist ein kreativer künstlerischer Prozess außerhalb seines subjektiven Charakters, ohne den es keinen freien Gedanken gibt, überhaupt vorstellbar?
Ich glaube, dass das künstlerische Prinzip Konstruktivität sehr viel reicher und vielschichtiger ist. Es enthält natürlich auch Irrationalität, Emotionalität, Geschichte und Identität. Daher muss nach meiner Meinung anstelle des entindividualisierten, anonymen Grundelements des Konkreten ein völlig neu ausgerichteter Grundbaustein treten. Dieses Element kann nur auf dem fragilen Gleichgewicht zwischen Rationalität und Intuition entstehen. Die künstlerische Intuition ist nicht frei von Emotion und sie enthält ausgeprägt das Individuelle, Identität. Um dieses so entstandene Grundelement von dem konkreten Element zu unterscheiden, habe ich es BASIS-Element genannt.
Identität entsteht individuell oder in der Gruppe. So oder so, die Identität, das Zeichen, trägt emotionale Energien in sich. Energien, die trennen oder verbinden. Es sind aber die Energien, die dem Konstruktiven entspringen und das Konstruktive mit Emotion erfüllen. Und Emotion ist ohne Identität unvorstellbar.“
Diet Sayler 1993

Biografie
Diet Sayler ist 1939 im westrumänischen Timisoara geboren und aufgewachsen. Er studierte dort von 1956 bis 1961 Hochbau an der Technischen Hochschule sowie Malerei. Zunächst waren seine Werke noch gegenständlicher Natur; ab 1963 waren es abstrakt-geometrische Monotypien, denen sein Schaffen galt, ab 1968 waren seine Bilder von Konstruktivität geprägt. Der Suprematist Kasimir Malewitsch übte einen wichtigen Einfluss aus.
Im Jahr 1968 siedelte er nach Bukarest um und stellte dort erstmals aus. In Pitesti zeigte er 1971 zwei begehbare kinetische Räume und ließ dort Musik von Johann Sebastian Bach und John Cage hören. Diet Saylers Kunst galt ganz generell, wie der Konstruktivismus und die abstrakte Kunst im von
Ceausescu regierten Rumänien, als subversiv und gefährlich. Die staatliche Doktrin verordnete den „Sozialistischen Realismus“. Informationen über das Kunstgeschehen im Ausland sickerten kaum ins Land ein. 1973 emigrierte Diet Sayler nach Deutschland, hatte fortan seinen Lebensmittelpunkt in Nürnberg. Neben Lehrtätigkeiten widmete er sich nun ausschließlich der bildenden Kunst als Künstler, Kurator und Theoretiker. Ein besonderes Verhältnis hat Sayler zu Italien, wo er sich von 1983 bis 1996 regelmäßig aufhielt und arbeitete.
Von 1992 bis 2005 war er Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Ausstellungen (Auswahl)
Neuer Berliner Kunstverein, 1990
Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, 1993
Institut für moderne Kunst und Kunsthaus Nürnberg 1994
Vasarely Muzeum Budapest 1994
Haus für konstruktive und konkrete Kunst Zürich 1995
Kettle’s Yard university of Cambridge 2000
Ely Cathedral, 2000
East West Gallery New York 2000
Palazzo Ducale Genua 2001
Städtische Galerie Erlangen 2008

Bibliografie (Auswahl)
diet sayler. Veränderung, Ausstellungskatalog Galerie Hermanns, München 1979
diet sayler. Linien, Ausstellungskatalog artforum, Frankfurt/M. 1982
sayler. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 1999
Walter Anderle (Hg.): Diet Sayler. Norigramme, Nürnberg 2001
sich ein bild machen von diet sayler, Nürnberg 2007

Stand: 5.11.2008