Sie befinden sich hier: -->sammlung -->bestand  --> diet sayler --> farbcollagen

 

 

Diet Sayler

4 Farb-Collagen

1997
Größe 16 x 64 cm
Schenkung 1 Blatt und Option auf Schenkung eines 2. Blattes Diet Sayler 2008
erworben 2008 1 Blatt, Schenkungswunsch: letztes Blatt

Zum Werk
Im Zentrum des weißtonigen Papiers befindet sich ein einzelnes, aus farbigem Papier geschnittenes Rechteck, dessen Kontur Vor- und Rücksprünge aufweist. Dieses Element nennt Diet Sayler Basis-Element/Basic und ist fester Bestandteil seines Bildvokabulars. Vorliegende Arbeiten zählen zu
Saylers Werkgruppe Mono-Collagen.
Diet Sayler ist einer der Hauptvertreter der Konkreten Kunst und gleichzeitig einer ihrer Kritiker: die reine Lehre der Konkreten Kunst, basierend auf mathematischen Grundsätzen, empfindet er als zu dogmatisch, das Postulat der absoluten Objektivität ist für ihn gleichbedeutend mit dem Anspruch auf Unfehlbarkeit. Die Subjektivität des Künstlers ist außer Kraft gesetzt und somit seine persönliche Freiheit beschnitten. Auch begründet durch die eigene Biografie erkennt Sayler darin eine politische Dimension, nachprüfbar an den vielen autoritär und religiös indoktrinierten Regimes, in denen das Individuum unter der Gleichschaltung zu Gunsten des Staates zu leiden hat.
Seit Mitte der achtziger Jahre erarbeitete er eigene theoretische Ansätze, die Weiterführung und auch Gegenentwurf zu den Gesetzen der klassischen Konkreten Kunst sind. 1989 stellte er acht Thesen zum Begriff der Basis-Kunst vor. Er fordert von den konkret-konstruktivistischen Künstlern weniger Kopflastigkeit und mehr Hervorhebung von Emotion, Intuition und Ursprünglichkeit. Er fordert ein neues Verhältnis zwischen Sinnlichkeit und Vernunft, ein Gleichgewicht zwischen Denken und Empfinden. Er entwickelte zu diesem Zweck die Basis-Elemente (die Basics). Statt anonymer, objektiv-absoluter Grundformen (wie Kreis, Dreieck und Quadrat) benutzt er individuell geformte „Basis“-Elemente, die von einem quadratischen, meist aber rechteckigen Raster ausgehen. Das Rechteck bietet in der Variabilität der Seitenlängen viel Spielraum für Variationen. Die Anzahl der Felder im Raster geht von einer ungeraden Zahl aus. Innerhalb des Rasters entsteht durch intuitives Herausschneiden einzelner Teile das Grundelement/Basic. Das Basis-Element ist einerseits objektiv-konkret, andererseits ist es auch subjektiv. Subjektivität bestimmt die Farbwahl – im konkreten Manifest sind nur die reinen Grundfarben sowie Schwarz und Weiß vorgesehen. Die Basis-Elemente sind immer wiederkehrende Bildzeichen, die durch Verbindung zwischen Rationalität und Intuition Spannungsfelder schaffen.

Zur Biografie

Zu den Ausstellungen

Zur Bibliografie

Stand: 5.11.2008