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Konrad Balder Schäuffelen
Geschütztes Messer
1971
Objekt, Messer (Holz, Eisen) Papier, Isolierband
55,0 x 20,0 x 3,5 cm
erworben 1979
Zum Werk
Das „geschützte Messer“ als Aktionsobjekt. Solange es
nicht erhoben wird, bleibt es undurchsichtig. Es muß, soll seine
schützende Hülle fallen, gehandhabt werden. Seine Erscheinung
ist hinter Sprache bzw. hinter einem Sprachträger verborgen, nämlich
hinter den bunten Fragmenten der tendenz- und sentimentgeladenen Sprache
einer sich objektiv gerierenden Zeitschrift.
Das Messer ist schlecht aufzubewahren. Man könnte es hängen,
aber auch das ist nicht unbedenklich. Die Haltbarkeit des Objektes ist
begrenzt. Man kann das langsam sich freischaffende Messer später
wieder in Haus und Küche verwenden.
– „Die Kunst, ein Messer, zu Hand, haben“
Gegenstände, in die Hand zu nehmen... Aber kommt es darauf an? Es
sind keine Skulpturen, es geht nicht um Topografie. Das Material ist die
Sprache und der in ihr ausgedrückte Gedanke. Gedachtes als formbares
Material, Denkbares als Ergebnis. Wenn Kunst Verfremdung ist, Innovation
durch Abweichung von der Form, Anregung zum Anderssehen, Manifestation
des Ungewöhnlichen, dann ist die Sprache ein hervorragendes Rohmaterial.
Schon die geringfügige Abänderung führt zur Irritation.
Zerlegung und Neukombination baut neue Welten auf – absurd, tiefsinnig,
banal, vieldeutig, aber stets von überraschender stimulierender Intensität.
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Stand: 5.11.2008 |
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