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Walter Stöhrer
Horror Trip
1969
Serie mit 14 Radierungen auf Bütten
Exemplar Nr. 19 von 25 signierten, nummerierten und
datierten Exemplaren (+ I-IV)
Druck: manus presse
Größe: 76,5 x 65 cm
Erworben 1983
Biografie
Geboren 1937 in Stuttgart, gestorben 2000 in Scholderup bei Schleswig.
Studium an der Hochschule der Bildenden Künste in Karlsruhe bei HAP
Grieshaber. Zusammen mit Horst Antes, Dieter Krieg und Hans Baschang entwickelte
er die „Karlsruher Neue Figuration“ als Antwort auf den „Hirnkleister
des deutschen Informel“ und sein „Grau-in-Grau-Gemale“.
Er selbst verwandte für seine Arbeiten den Begriff „interpsychischer
Realismus“. 1959 Übersiedlung nach Berlin. Arbeit als Pressezeichner
für die „Badischen Neuesten Nachrichten“. Ab den frühen
1960ern bekannt für seine leidenschaftlich erregt wirkende informelle
Malweise. 1973 Paris Stipendium der Cité Internationale des Arts.1981–82
Gastprofessur an der Hochschule der Künste in Berlin. Ab 1984 Mitglied
der Akademie der Künste in
Berlin. Ab 1986 Professur an der Hochschule der Künste in Berlin.
Lebte und arbeitete in Berlin und Scholderup. Zahlreiche Auszeichnungen,
unter anderem 1964 Kritikerpreis der Stadt Berlin, 1977 Villa Romana-Preis,
Florenz. Seine abstrakte Malerei, die sich regelmäßig auf literarische
Vorlagen bezieht und immer wieder in inhaltlich-thematischen Gruppen entstand,
ist nur schwer in eine der kunsthistorischen Kategorien der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Stöhrers meist großformatige
Gemälde sind ausgeprägt expressiv gestisch und werden größtenteils
von den Grundfarben Rot, Gelb und Blau dominiert. Literatur bedeutete
ihm dabei auch immer Stoff, der ihm zum Thema wurde. „Wenn ich“,
so der Künstler, „ein Thema habe, dann bleibe ich dran.“
Und das am liebsten nahezu synchron an mehreren Bildern gleichzeitig,
woraus sich auch die vielen Zyklen zu einem Thema oder zu einer thematischen,
gleichwohl stets fragmentarisch bleibenden Sentenz erklären. Sentenzen
wie etwa die von Jean Paul, „Mache die Gegenwart zu keinem Mittel
der Zukunft“, die auch titelgebend für eine rauschhafte Folge
von Bildern war. „Ich laufe im Atelier umher“, so Stöhrer
zu seiner von Schüben geschüttelten Arbeitsweise, „mache
hier eine Notiz, hinterlasse da einen Strich, ähnlich wie Fautrier
gearbeitet hat“ (und der mit Cy Twombly und Francis Bacon auch das
Dreieck bildet, in dem sich Stöhrer in enger geistiger und künstlerisch-kollegialer
Verwandtschaft bewegt) „und komme bei jedem Bild dennoch mit tödlicher
Sicherheit an den Punkt zurück, an dem ich es verlassen habe.“
Bibliografie / Ausstellungen (Auswahl)
Schmidt, M.: Bericht zu den „Künstlergesprächen“
anlässlich der 500-Jahr-Feier der Universität
Tübingen, Tübingen 1978
Költzsch, G. W.: Dramaturgie des Bewusstseins. Zu den Arbeiten von
Walter Stöhrer, in: Kunstforum International 6, 1984
Schneider, E. (Hg.): Walter Stöhrer – neue und frühe Arbeiten,
Kunstverein Hannover, Hannover 1998
Rathke, C., Stöhrer, W.: Walter Stöhrer: Wörter mit Schlamm
gefüllt, Wörter mit Wehen geschmückt, Ausstellungskatalog,
Schleswig 2000
Ausstellungen (Auswahl)
Hessisches Landesmuseum, Darmstadt 1983
Kunsthalle Bremen 1983 (Katalog)
Kunstmuseum Düsseldorf 1984 (Katalog)
Saarland-Museum, Saarbrücken 1984
Kunsthalle, Kiel 1990 (Katalog)
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schleswig/Schloss Gottorf 1998
Walter Stöhrer. Radierung und Bild, Staatsgalerie Stuttgart 2005
Stand: 8.10.2005
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