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Walter Tafelmaier

Boote

1993/2003–2008
24 Arbeiten aus einer Serie, Mischtechnik, v.a. Asphaltlack
verschiedene Formate
Leihgabe Walter Tafelmeier
(gehört zu den Wünschen der Städtischen Sammlung)

Zum Werk
Die Zeichnung ist das zentrale künstlerische Ausdrucksmittel Tafelmaiers. Zeichnungen mit Pilz- und Phallus-Formen entstanden in den Jahren 1966 bis 1969, zwischen 1968 und 1971 stand das Hand- und Handschuh-Thema im Vordergrund. Zwischen 1971 bis 1974 entstanden große realistische Bleistiftzeichnungen mit Hand-Handschuh-Berg-Landschafts-Motiven. Im Siebdruckverfahren gedruckte Fotos wurden mit Bleistift überzeichnet.
Ab 1976 entstanden Zeichnungen mit Kopie-Überzeichnungen. Dabei überarbeitet Tafelmaier die fotokopierten Zeichnungen. Durch das Überzeichnen und Auslöschen der Grundzeichnung auf Basis der Kopie entstehen neue Formen und Figuren, und damit immer neue Originale.
Die durch die Kopie mögliche Weiterbearbeitung bei Erhalt des Originals wurde ab Mitte der achtziger Jahre prägend für Walter Tafelmaiers zeichnerische Arbeit.
Zunehmend und bis heute zeichnet beziehungsweise malt Walter Tafelmaier mit Asphaltlack. Das braune Material, das normalerweise als Abdecklack für Radierplatten dient, wurde trotz dessen Giftigkeit im Laufe der Jahre ein nahezu unentbehrliches Malmittel für ihn. Er schätzt die materialimmanenten Nuancen des Asphaltes, die mit anderen Malfarben nicht zu erreichen sind. Es ist, neben sparsam verwendetem Weiß, das einzige Farbmittel, das er einsetzt.
Die vorliegenden Arbeiten gehören zu einer Serie mit Darstellungen von Booten, mit der er sich seit etwa 1986 immer wieder beschäftigt hat. Es handelt sich zum großen Teil um Übermalungen älterer Zeichnungen bzw. von Kopien eigener Zeichnungen, und von Postkarten, die als Einladungskarten für seine Ausstellungen gedient haben. Er aktualisiert auf diese Weise seine Werke immer wieder. Die ursprünglichen Motive, die zum Teil auch Boote waren, erneuern sich oft zu etwas völlig anderem.
„Ja, man spürt, dass den Zeichnungen etwas Existenzielles zugrunde liegt. Der Verweis auf die Krankheit, an der sein Vater gestorben und an der er selbst vor Jahren erkrankt ist, die Hinweise auf seine Vorliebe für das erhabene Gebirge gegenüber der panischen Angst vor der haltlosen Tiefe des Wassers, die Tafelmaier im Gespräch liefert, bestätigen das mit Nachdruck. Der Beginn der Schiffsserie fällt denn auch genau in das Jahr der Beerdigung seines Vaters, der seine Asche 1986 auf hoher See, also dort verstreuen ließ, wo er im Krieg als Marinesoldat im Einsatz war. Im Grunde reagiert Tafelmaier mit seiner Serie auch darauf, dass der Vater den Hinterbliebenen, also auch dem Sohn sein Grab als Ort der erinnernden Begegnung entzogen und damit weder eine Spur noch einen Gedenkstein hinterlassen hat. So sehr Schiffe auch mit dem Element des Wassers, das er wie der Teufel das Weihwasser fürchtet, verbunden sind, so sehr weiß Tafelmaier auch um deren Bedeutung als Arche Noah in der christlichen Mythologie. Zudem faszinieren ihn Schiffe wie Boote ganz einfach wegen ihrer formalen Schönheit. Drum sammelt er seit jeher alles. Was damit irgendwie zu tun hat. Mehr in bildlicher denn in plastischer Form, und heftet es so ab, wie es kommt, in seinen nach Motiven sortierten Leitzordnern ab.“
Heinz-Norbert Jocks
Zum Werk
Die Zeichnung ist das zentrale künstlerische Ausdrucksmittel Tafelmaiers. Zeichnungen mit Pilz- und Phallus-Formen entstanden in den Jahren 1966 bis 1969, zwischen 1968 und 1971 stand das Hand- und Handschuh-Thema im Vordergrund. Zwischen 1971 bis 1974 entstanden große realistische Bleistiftzeichnungen mit Hand-Handschuh-Berg-Landschafts-Motiven. Im Siebdruckverfahren gedruckte Fotos wurden mit Bleistift überzeichnet.
Ab 1976 entstanden Zeichnungen mit Kopie-Überzeichnungen. Dabei überarbeitet Tafelmaier die fotokopierten Zeichnungen. Durch das Überzeichnen und Auslöschen der Grundzeichnung auf Basis der Kopie entstehen neue Formen und Figuren, und damit immer neue Originale.
Die durch die Kopie mögliche Weiterbearbeitung bei Erhalt des Originals wurde ab Mitte der achtziger Jahre prägend für Walter Tafelmaiers zeichnerische Arbeit.
Zunehmend und bis heute zeichnet beziehungsweise malt Walter Tafelmaier mit Asphaltlack. Das braune Material, das normalerweise als Abdecklack für Radierplatten dient, wurde trotz dessen Giftigkeit im Laufe der Jahre ein nahezu unentbehrliches Malmittel für ihn. Er schätzt die materialimmanenten Nuancen des Asphaltes, die mit anderen Malfarben nicht zu erreichen sind. Es ist, neben sparsam verwendetem Weiß, das einzige Farbmittel, das er einsetzt.
Die vorliegenden Arbeiten gehören zu einer Serie mit Darstellungen von Booten, mit der er sich seit etwa 1986 immer wieder beschäftigt hat. Es handelt sich zum großen Teil um Übermalungen älterer Zeichnungen bzw. von Kopien eigener Zeichnungen, und von Postkarten, die als Einladungskarten für seine Ausstellungen gedient haben. Er aktualisiert auf diese Weise seine Werke immer wieder. Die ursprünglichen Motive, die zum Teil auch Boote waren, erneuern sich oft zu etwas völlig anderem.
„Ja, man spürt, dass den Zeichnungen etwas Existenzielles zugrunde liegt. Der Verweis auf die Krankheit, an der sein Vater gestorben und an der er selbst vor Jahren erkrankt ist, die Hinweise auf seine Vorliebe für das erhabene Gebirge gegenüber der panischen Angst vor der haltlosen Tiefe des Wassers, die Tafelmaier im Gespräch liefert, bestätigen das mit Nachdruck. Der Beginn der Schiffsserie fällt denn auch genau in das Jahr der Beerdigung seines Vaters, der seine Asche 1986 auf hoher See, also dort verstreuen ließ, wo er im Krieg als Marinesoldat im Einsatz war. Im Grunde reagiert Tafelmaier mit seiner Serie auch darauf, dass der Vater den Hinterbliebenen, also auch dem Sohn sein Grab als Ort der erinnernden Begegnung entzogen und damit weder eine Spur noch einen Gedenkstein hinterlassen hat. So sehr Schiffe auch mit dem Element des Wassers, das er wie der Teufel das Weihwasser fürchtet, verbunden sind, so sehr weiß Tafelmaier auch um deren Bedeutung als Arche Noah in der christlichen Mythologie. Zudem faszinieren ihn Schiffe wie Boote ganz einfach wegen ihrer formalen Schönheit. Drum sammelt er seit jeher alles. Was damit irgendwie zu tun hat. Mehr in bildlicher denn in plastischer Form, und heftet es so ab, wie es kommt, in seinen nach Motiven sortierten Leitzordnern ab.“
Heinz-Norbert Jocks

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Stand: 5.11.2008