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Artur Dieter Trantenroth
Skulptur RO-D1-74/76
1974/76
Objekt
Tuch, Granitstab, Stoff
Größe geschlossen: 206 x 12 x 12 cm
Größe geöffnet: 412 x 216 x 12 cm
erworben 1987
Zum Werk
Die Arbeit Trantenroths ist eine eigenwillige Sprache des Fühlens;
ihr Wesen ist unmittelbar sinnlich in den Stücken zu erleben. Sie
verweisen auf keine außerhalb liegende Bedeutung, sondern setzen
durch die Wirkungen, die sie erzeugen, Wahrnehmungs- und dadurch Bewusstseinsprozesse
in Gang.
Bei den Arbeiten geht es weder um Aktion noch um Spuren eines Vorganges.
Die Dinge sind nicht „Momentaufnahmen“ eines Prozesses, sondern
räumlich artikulierte Zustände, in denen Ursache und Wirkung
in eine Wechselbeziehung treten. (...)
In der Positiv-Negativ-Wechselwirkung stellt sich ein bewegliches Raumbewusstsein
dar, das den Raum nicht als – bildhaft gesagt– überdimensionale
Schuhschachtel sieht, die mit den Dingen ausgefüllt wird, sondern
der zu erschaffen ist: das statische Raumverständnis gerät in
Bewegung. (...)
Ein anderer Gefühlsbereich der Arbeiten ist die Verletzlichkeit:
ein Stück ist z.B. geteilt und im Raum verteilt, seine Teile auseinandergeklappt
oder -gelegt bzw. zusammengelegt, es ist geöffnet oder geschlossen.
Dabei ist, wie oben schon erwähnt, nicht der Vorgang des Öffnens,
bzw. Schließens das Wesentliche, sondern im Geöffnetsein bzw.
Zusammengelegtsein wird die Verletzbarkeit oder der Schutz des In-sich-Zurückgezogenseins
sichtbar: Einerseits trennt, schneidet, „verletzt“ der Umraum
gleichsam die Einheit des Stückes, andererseits stellen Teile eines
Stückes im Zusammengelegtsein eine potentielle Kraft (wie eine geballte
Faust) dar: Die Plastik „verletzt“ umgekehrt auch den Umraum.
zitiert nach Sonja Klebe, in: Ausstellungskatalog
Nürnberg 2001
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Stand: 5.11.2008 |
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