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Ben Vautier
Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen
- Mappe o. T.
- art d'attitude de Ben
- art is a question of signature
- Kunst
- Ben Dieu
- tout Ben
- Gestes
Künstlerzitat
„Totale Kunst ist, irgendeine einfache oder komplizierte, sichtbare
oder unbedeutende Handlung auszuführen, zu sagen ‚Dies ist
Kunst’, es zu signieren oder nicht zu signieren.
Totale Kunst ist es, alle Wörter (lieben, schlafen, singen, schreien,
machen, spucken, legen, stehlen, usw.) als Kunstwerk auszuführen.
Totale Kunst ist ihre Definition der Kunst und auch das Gegenteil.
Totale Kunst ist, etwas anderes zu finden als das, was ich als totale
Kunst betrachte.“
Ben Vautier 1965
Biografie
Geboren wurde 1935 Ben Vautier in Neapel. Nach Jahren wechselnder Aufenthaltsorte
in verschiedenen Ländern lässt sich die Familie Vautier 1949
in Nizza nieder. Angeregt durch Yves Klein, Marcel Duchamp und die Nouveaux
Realistes beginnt Ben Vautier, einen an Dada angelehnten, persönlichen
künstlerischen Stil zu entwickeln. Ende der 50er Jahre schafft er
Werke, die Jahre vor Andy Warhol das Motiv einer stark vereinfachten Banane
variieren. Weiterhin entstehen aus einer Vielzahl von Einzelteilen zusammengesetzte
Gebilde, die an die Maschinen Jean Tinguelys erinnern.
Eine wichtige Rolle spielen bereits die jetzt mit greller pastoser Farbe
in Schreibschrift auf das Objekt aufgetragenen Anweisungen und Erklärungen,
die zum Markenzeichen Ben Vautiers werden. In den Jahren 1958 bis 1973
betreibt der Künstler einen Plattenladen in Nizza, das „Magazin",
der auf Grund seiner gestalteten Fassade und Inneneinrichtung Aufsehen
erregt. Vautier gründet im Jahr 1959 die Zeitschrift „Ben Dieu",
im folgenden Jahr findet im sogenannten Laboratoire 32 im ersten Stock
seines Geschäftes die erste Einzelausstellung „Rien et tout“
statt. Ausgehend von Duchamps „Readymades" und der Erkenntnis,
dass sich ein Kunstwerk lediglich durch die Künstlersignatur zu erkennen
gibt, signiert Vautier bis zum Jahr 1962 alles, was ihm in die Hände
gerät, darunter auch Werke anderer Künstler und seinen eigenen
Körper. Diese Aktion endet mit einer Erklärung Vautiers, fortan
nichts mehr signieren zu wollen. Neben Al Hansen, John Cage u.a. gehört
auch Ben Vautier zu den führenden Mitgliedern der Fluxus-Bewegung.
Er präsentiert sich auf internationalen Fluxus-Festivals und tritt
durch viele Auftritte und Performances in Erscheinung. Später wird
er zum Mentor der jungen „Figuration libre", der er im Jahr
1981 in einem Artikel für die Zeitschrift „Flash Art"
auch den Namen gibt. In der folgenden Schaffensphase entstehen Acrylbilder,
auf denen Vautier Schrift und Comic-Elemente kombiniert. Die 90er Jahre
werden durch diverse Werkgruppen bestimmt: Die Serie der „totems",
Skulpturen, die sich aus unterschiedlichen, zu Pfählen montierten
Gebrauchsgegenständen zusammensetzen und 1991 die „oiseaux",
Materialassemblagen von vogelähnlicher Gestalt. Weiterhin fertigt
Vautier Kompilationen aus seit den 60er Jahren entstandenen „Ben"-Objekten
zusammen, er montiert diese auf unterschiedliche Bildträger und kommentiert
sie.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
Galerie René Block, Berlin 1971
Stedeljik Museum, Amsterdam 1973
Kunstverein Bremen 1976
DAAD, Berlin 1979
Städtische Galerie Erlangen 1985
Kunstverein Bonn 1994
Musée Solothurn 1996
Staatliches Museum, Schwerin 2001
Ben Vautier, Koblenz 2002
Ben Vautier – Le Bizart Baz’art Musée d’Art Contemporain,
Lyon 2004
Gruppenausstellungen
Misfits Fair, London 1962
documenta 5, Kassel 1972
Guggenheim Museum, New York 1973
46. Biennale Venedig 1995, 1995
4. Istanbul Biennial, 1995
CHRONOS & KAIROS, Kunsthalle Fridericianum, Kassel 1999
Das fünfte Element – Geld oder Kunst, Kunsthalle Düsseldorf
2000
Einräumen, Kunsthalle Hamburg 2000
Fluxus und Freunde 2002, Neues Museum Weserburg, Bremen 2002
Fluxus in Deutschland, Kunsthalle Fridericianum, Kassel 2002
out of print, Städtische Galerie Erlangen 2003
Characters – Werke aus der Sammlung, Kunstmuseum Luzern 2005
Ben Vautier/Ben Patterson, Galerie Schüppenhauer, Köln 2005
SUPPORT 3 – Fluxus, Happening, Konzeptkunst, Neue Galerie, Graz
2005/2006
Fluxus in Deutschland, Goethe-Institut São Paulo 2006
Im Anfang war das Wort ..., Haus der Kunst, München 2006
Swiss Made 2, Kunstmuseum Wolfsburg 2007
Evidence of Movement, Getty Museum, Los Angeles 2007
Im Wort, Kunsthalle Göppingen 2007
Paradise Now! Essential French, Tate Modern, London 2008
FLUXUS EAST, Ludwig Museum Budapest 2008
Bibliografie (Auswahl)
Fischer, Karl Manfred (Hg.): Ben Vautier. Zu viel Kunst, Katalog der Ausstellung
Städtische Galerie Erlangen, 2. erweiterte Auflage, Erlangen 1993
Brackmann, Mara (Hg.): Ben Vautier – ist das Nichts wichtig?, Katalog
der Ausstellung Staatliches Museum Schwerin, Ludwig Museum Deutschherrenhaus
Koblenz, Schwerin, Koblenz 2001
Stand: 5.11.2008
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