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Zur Städtischen Sammlung Erlangen

Die Städtische Sammlung umfasst derzeit einen Bestand von rund 4.500 Werken zur „Internationalen Kunst ab 1945“. Hinzu kommen Werke von Künstlern aus der Region und die Sammlungen „Heinrich Kirchner, das plastische Werk“ und „Oskar Koller, das druckgrafische Werk“. In der Zusammenschau bildet die Städtische Sammlung mit der bedeutenden Graphischen Sammlung der Erlanger Universitätsbibliothek, deren Sammlungsschwerpunkte zwischen dem 15. und 17. und dem 19. und frühen 20. Jahrhundert liegen, einen umfassenden Überblick über die grafische Kunst der Neuzeit.
Die Städtische Sammlung Erlangen besteht seit 1966. Zunächst war bis 1974 der Fotograf, Bildhauer und Grafiker Helmut Lederer mit dem Aufbau einer Sammlung beauftragt. In diesen Jahren erwarb er im Wesentlichen grafische Einzelblätter und punktuell Kleinplastiken, deren Bestand 1976, als Karl Manfred Fischer als Leiter der Städtischen Galerie auch Leiter der Sammlung wurde, bei rund 300 Arbeiten lag. Den Schwerpunkt der Sammlung stellen seitdem als ein wesentliches und eigenständiges Moment der Gegenwartskunst druckgrafische Mappenwerke, Serien, Künstlerbücher und Multiples, Fotografien, Werke der Neuen Medien von Protagonisten und Exponenten der deutschen und internationalen Kunstszene dar, sowie Medien der visuellen Kommunikation wie der Popularkultur. Seit 2003 ist Lisa Puyplat Leiterin der Städtischen Sammlung.
Der Gesamtbestand der Städtischen Sammlung ist magaziniert. Seit 25 Jahren jedoch ist die Errichtung eines Kunstmuseums für die Stadt in der Diskussion. Bereits 1977 wurde auf die Notwendigkeit von permanenten Schauräumen für die Städtische Sammlung hingewiesen. Karl Manfred Fischer legte 1985 ein Diskussionspapier zur Konzeption und Planung eines städtischen Kunstmuseums vor. Eine Fortschreibung dieser Konzeptidee für ein Museum für Kunst und Neue Medien wurde 1992 zwar im Kultur- und Freizeitausschuss einstimmig beschlossen mit dem Auftrag einer Weiterbearbeitung, Haushaltsmittel wurden dafür aber nicht bereitgestellt. Mit der 1999 in Aussicht gestellten und inzwischen vollzogenen Schenkung des so genannten Museumswinkels durch die Siemens AG ergaben sich neue Perspektiven. Als Grundlage hierfür wurde zunächst eine von Karl Manfred Fischer und Lisa Puyplat erarbeitete Ideenskizze für ein „Zentrum für Kunst, Kultur und Kommunikation“ vorgelegt, die auch die Städtische Sammlung berücksichtigte. Das 2002 durch das Kulturreferat der Stadt Erlangen abgewandelte Konzept für den „Museumswinkel“ zur Durchführung eines Architektenwettbewerbes sieht nun drei Säulen vor: Medizin und Gesundheit, Kunst und Kultur mit der Städtischen Sammlung, sowie Wissenschaft.

Zu den Tendenzen und Künstlern der Städtischen Sammlung zählen im Wesentlichen:
Informel und Tachismus und Nachfolger
Karl Bohrmann, Peter Brüning, Carl Buchheister, Adolf Frohner, Hans Fronius, Lucebert, Karl Otto Götz, Giorgio Griffa, Hans Hartung, Gerhard Hoehme, Hans Platschek, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Walter Stöhrer, Antonio Tàpies, Fred Thieler, Hann Trier, Günter Uecker, Emilio Vedova, Fritz Winter
Konstruktivismus und Konkrete Kunst
Josef Albers, Carlo Alfano, Max Bill, Erich Buchholz, Antonio Calderara, Walter Dexel, Helmut Dirnaicher, César Domela, Piero Dorazio, Ulrich Erben, Günter Fruhtrunk, Winfred Gaul, Rupprecht Geiger, Karl Gerstner, Raimund Girke, Hermann Glöckner, Jean Gorin, Camille Graeser, Rudolf Jahns, Julije Knifer, Thomas Lenk, Richard Paul Lohse, Almir Mavignier, François Morellet, Jan van Munster, Lew Nusberg, Georg Karl Pfahler, Otto Piene, Lothar Quinte, James Reineking, Diet Sayler, Jan Schonhooven, Heinrich Siepmann, Leon Polk Smith.
Pop-Art
Keith Haring, Robert Indiana, Allen Jones, Eduardo Paolozzi, Andy Warhol
Minimal-Art, Land-Art, Konzept-Kunst, Konzept-Malerei, Postmiminalismus
Robert Barry, Marcel Broodthaers, Christo, Hanne Darboven, Dan Flavin, Günther Förg, Jan Hafström, Peter Halley, Donald Judd, Fritz Klemm, Imi Knoebel, Joseph Kosuth, Jannis Konnellis, Barry Le Va, Sol LeWitt, Gerhard Merz, Robert Morris, Matt Mullican, Dennis Oppenheim, Blinky Palermo, Robert Rauschenberg, James Reineking, Fred Sandback, Alf Schuler, Frank Stella, Arthur Dieter Trantenroth, Richard Tuttle, Timm Ullrichs, Franz Erhard Walther
Arte Povera
Mario Merz, Giulio Paolino, Gilberto Zorio
Medien-Kunst, Fotokunst, Fotografie
John Baldessari, Bernhard Johannes Blume, Marius Boezem, Johannes Brus, Ger Dekkers, Günther Förg, Jean Louis Garnell, Jochen Gerz, Jack Goldstein, Hetum Gruber, Richard Hamilton, Robert Häusser, John Hilliard, Rut Himmelsbach, Peter Hutchinson, Jürgen Klauke, Ute Klophaus, André Kirchner, Sherrie Levine, Robert Longo, Christiane Möbus, Pieter Laurens Mol, Erwin Olaf, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Joseph Gallus Rittenberg, Haus-Rucker-Co, Thomas Ruff, Jacqueline Salmon, Laurie Simmons, Hermann de Vries
Kritische Kunst, realistische Kunst
Peter Ackermann, Dieter Asmus, Uwe Bremer, Vlassis Canniaris, Renato Guttuso, Alfred Hrdlicka, Horst Jansen, Peter Nagel, Wolf Vostell. Druckgrafik von Künstlern aus sechs ehemals sozialistischen Ländern: Bulgarien, Polen, UDSSR, Tschechoslowakei, Ungarn, Vietnam.
Neue Malerei, Neue Subjektivität
Georg Baselitz, Michael Buthe, Abraham David Christian, Martin Disler, Gotthard Graubner, Per Kirkeby, Dieter Krüll, Markus Lüpertz, Josef Felix Müller, A. R. Penck, Mimmo Paladino, Arnulf Rainer, Rütjer Rühle, Salomé, Cy Twombly
Objekt-Kunst, Fluxus und Nachfolger
Joseph Beuys, Henning Christiansen, Robert Filliou, Arthur Köpke, Oswald Oberhuber, Dieter Roth, Reiner Ruthenbeck, Ben Vautier
Kleinplastik, Objekte, Multiples und Bildhausgrafik
Horst Antes, Bodo Baumgarten, Joseph Beuys, Franz Bernhard, Miguel Berrocal, Emil Cimiotti, Klaus Peter Dencker, Eberhard Fiebig, Hermann Glöckner, Erich Hauser, Fritz Koenig, Alf Lechner, Wilhelm Loth, Ewald Mataré, Eduard Micus, François Morellet, Richard Mühlemeier, Wolfgang Nestler, Norbert Radermacher, Fritz Reuter, Günther F. Ries, Hans Rucker, Ulrich Rückriem, Reiner Ruthenbeck, Konrad Balder Schäuffelen, Alf Schuler, Rolf Szymanski, Arthur Dieter Trantenroth, Helmut Lederer
Künstlerbücher, Kunst und Literatur, Wortkunst
Daniel Buren, John Cage, Klaus Peter Dencker, Hans Peter Feldmann, Pierre Garnier, Rupprecht Geiger, Ludwig Gosewitz, Moritz Götze, Jörg Immendorff, Jiri Kolar, Helge Leiberg, Giulio Paolino, Josua Reichert, Valerie Scherstjanoi, Emmett Williams, Robert Wilson. Künstlerbücher in der Verbindung von Kunst und Literatur u. a.: Thomas Ranft/Ernst Jandl; Guntram Vesper/Hartwig Ebersbach; Gerhard Falkner/Peter Kampehl/Bernhard Prinz/Horst Münch/A. R. Penck.
Künstler regional/lokal
Peter Angermann, Gerhard Baumgärtel, Reiner Bergmann, Bernd Böhner, Toni Burghart, Kevin Coyne, Günter Dollhopf, Egon Eppich, Walter Förster, Otto Grau, Udo Kaller, Bernd Klötzer, Werner Knaupp, Helmut Lederer, Johan Lorbeer, Erich Malter, Herbert Martius, Georg Pöhlein, Rainer Pöhlitz, Michael Matthias Prechtl, Max Söllner, Ernst Weil, Walter Zimmermann
Die Sammlung „Heinrich Kirchner, das plastische Werk“
Das Lebenswerk des Bildhauers. Dazu zählen die Großplastiken im Burgberggarten und an anderen Orten der Stadt, sowie Kleinplastiken aus dem Nachlass.
Die Sammlung „Oskar Koller, das druckgrafische Werk“
Das druckgrafische Werk des Malers, das bereits in wesentlichen Teilen erworben werden konnte. In diesem Zusammenhang hat die Städtische Galerie/Städtische Sammlung Erlangen ein Œuvre-Verzeichnis des Druckgrafischen Werkes Oskar Kollers, das seine Arbeiten von 1950 bis 1995 umfasst, in einer zweibändigen Ausgabe herausgegeben.

 
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