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Heinrich Kirchner
am 12. Mai 1902 in Erlangen geboren, ist der Stadt Zeit seines Lebens
sehr verbunden gewesen. Seine Eltern, Margarete und Michael Kirchner,
besaßen hier ein Sägewerk und eine Schreinerei. H. Kirchner
studierte von 1924-1927 Bildhauerei in München an der Akademie der
Bildenden Künste, in Paris an der Ecole des Beaux Arts und an der
Académie Julian. 1932 wurde er Leiter der Werkstätte für
Bronzeguß an der Akademie der Bildenden Künste in München.
1952 wurde er dort Professor für Bildhauerei.
Heinrich Kirchner war Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der
Akademie der Schönen Künste München und Ehrenmitglied der
Akademie der Bildenden Künste München. Nach seiner Emeritierung
1970 zog Heinrich Kirchner nach Pavolding im Chiemgau, wo das Alterswerk
der Großskulpturen entstand, ab Mitte der siebziger Jahre mit dem
Wissen, dass sie in seiner Heimatstadt Erlangen ihre Aufstellung finden
würden. Heinrich Kirchner starb am 3. März 1984. Arbeiten von
Heinrich Kirchner befinden sich im privaten und öffentlichen Besitz
im In- und Ausland. In Deutschland ist er unter anderem vertreten in der
Nationalgalerie und im Museum des 20. Jahrhunderts Berlin, in der Staatsgalerie
München, in der Kunsthalle Hamburg, im Städelschen Kunstinstitut
Frankfurt sowie in den Museen der Städte Köln, Duisburg, Darmstadt
und Kiel. In der Städtischen Sammlung Erlangen ist das Lebenswerk
Heinrich Kirchners mit den Großskulpturen und seinen Kleinplastiken
belegt.
Entscheidend für die Arbeit von Heinrich Kirchner war die Auseinandersetzung
mit französischen Bildhauern des 19. Jahrhunderts, sowie die Begegnung
mit dem Expressionismus. Expressivität einerseits und Stilisierung
andererseits prägten sein Werk, das immer im Bereich des Figürlichen
blieb. Das verbindet Kirchner mit anderen bedeutenden süddeutschen
Bildhauern seiner Generation. Den wichtigsten gedanklichen Hintergrund
bildete das christliche Glaubensgut, das für Heinrich Kirchner über
die kirchliche Auslegung hinaus vor allem seine humanen Überzeugungen
verkörperte.
Skulpturengarten Heinrich
Kirchner im Burgberggarten
Zugänge von Burgbergstraße und An den
Kellern
Der Skulpturengarten Heinrich Kirchner mit den Hauptwerken des Bildhauers
wurde am 12. Mai 1982, dem 80. Geburtstag Heinrich Kirchners, im Burgberggarten
in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Der Garten, der in seinen
wesentlichen Teilen im 19. Jahrhundert angelegt worden war, wurde 1974
der Stadt von der Siemens AG zur öffentlichen Nutzung überlassen.
Der Garten ist dem Werk eines einzigen Künstlers gewidmet. Das macht
seine Besonderheit unter den heutigen Skulpturenparks aus.
Bei der Aufstellung der 17 Bronze-Plastiken wurden die beiden verschiedenen
Garteneinheiten des Villen- und des Obstgartens mit den zwei Abschnitten
im Lebenswerk Heinrich Kirchners in eine Beziehung gebracht. Im parkähnlichen
Teil des Burgberggartens wurden die älteren, weniger monumentalen
Plastiken aus der Zeit zwischen 1935 und 1972 zu Gruppen und Solitären
aufgestellt. Das steilere und offenere Gelände des Nutzgartens wird
durch die monumentalen Plastiken der letzten Lebensjahre Kirchners, die
zwischen 1974 und 1980 entstanden, geprägt.
Es sind: die „Sitzende“ (1935), „Wanderer Abraham“
(1957), „Mann mit Pferd“ oder auch: „Der 7. Schöpfungstag“
(1963), „Neuer Adam“ (1963), „Moses“ (1968), „Jonas-Relief“
(1971), „Jesaias“ (1972), die Dreiergruppe „Bild des
Hoffens“ (1974), „Mann im Boot“ (1977), „Wächter
im Garten Eden“ (1978), „Prometheus“ (1979/80), „Schlanke
Gestalt“, „Verkünder“ und „Friedensbote“,
die zur 1980/81 entstandenen „Gruppe der Begegnung“ gehören
und der „Schreitende“ 1981/82.
Die Werke setzen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Verhältnis
des Menschen zur Natur und zur Schöpfung auseinander. Zugleich wollte
Heinrich Kirchner die „Brüder der Bäume“, wie er
insbesondere seine späten Skulpturen nannte, auch als Mahner angesichts
der immer bedrohlicher werdenden Zerstörung der Natur verstehen.
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