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Don Quichotte - Der Kampf gegen die Bedrohung
Der Kampf gegen die
Bedrohung (Don Quichotte
de la Mancha, 1956/57)


 


2. Pressemeldung vom 16. Februar 2004

13. März – 30. Mai 2004
Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer
Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 12. März, 20.30 Uhr

Städtische Galerie Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1, und media.art.zentrum, Helmstraße 1, 91054 Erlangen
Tel. 0 91 31/86 25 33 (Galerie) und 86 27 35 (Sekretariat), Fax 86 21 17
E-Mail: galerie@stadt.erlangen.de, Internet: www.staedtische-galerie-erlangen.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 10-17 Uhr; Samstag, 17. April und Samstag, 8. Mai: 10-22 Uhr; Sonntag, 16. Mai: 10-21 Uhr
Führungen: sonntags 15 Uhr; Samstag, 17. April und Samstag, 8. Mai: 12 Uhr

Die Ausstellung
Salvador Dalí, geboren am 11. Mai 1904 in Figueras/Katalonien/Spanien, gestorben am 23. Januar 1989, wäre 2004 hundert Jahre alt geworden. Mit einer Reihe unterschiedlicher Ausstellungen wurde und wird der große spanische Künstler zu seinem runden Geburtstag geehrt.

Die Städtische Galerie Erlangen fokussiert den Blick auf einen klar umrissenen, paradoxerweise in seiner Gesamtheit zu wenig bekannten Ausschnitt aus Dalís Werk, die Druckgrafik, die in großen Zyklen, Mappenwerken und Büchern insbesondere zu Werken der Weltliteratur erschienen ist.
Schon früh hatte Dalí für sich entdeckt, dass die Druckgrafik einzigartige Möglichkeiten bot, viele Menschen mit seinen Ideen und seiner Kunst zu erreichen. Viele seiner Druckgrafiken gehören zu den meistverkauften, aber auch meistgefälschten Objekten des internationalen Kunstmarktes. Mittlerweile jedoch wurde das druckgrafische Werk Dalís systematisch katalogisiert. Die meisten Fälschungen wurden als solche erkannt und sind jetzt leicht zu identifizieren.

Im Mittelpunkt von Dalís Werk steht das Bemühen um die systematische Erkenntnis und Erschließung der Welten des Unbewussten, der Träume, der Wünsche, des Deliriums, der mystischen Visionen und letztlich der Selbsterkenntnis, auch und gerade im Überschreiten von gesellschaftlichen Normen. Zur Erweiterung seines Horizonts suchte Dalí dabei die Begegnung, Freundschaft und Zusammenarbeit mit Künstlern und Wissenschaftlern seiner Zeit wie mit den Schriftstellern André Breton und Federico García Lorca, dem Filmemacher Luis Buñuel und dem Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud.

Die Neugier auf die Welt und ihre Erscheinungen bestimmte auch sein Interesse an den großen Themen der Weltliteratur, der Kunst und der Kultur, wie sie in seinen druckgrafischen Zyklen zum Ausdruck kommt. So illustrierte er unter anderem die mittelalterliche Grals-Legende, Dantes „Göttliche Komödie“, Ronsards Sonette „Les Amours de Cassandre“, Rabelais’ Roman „Pantagruel“, Boccaccios „Decamerone“, Goethes „Faust“, Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ ebenso wie die Autobiografie des italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini, Gedichte von Tristan Corbière und Casanovas Memoiren. Er schuf Variationen zu den „Caprichos“ von Goya und Lithografien zur Oper „Carmen“ nach dem Text von Prosper Mérimée. Seine Lithografien zu Cervantes’ großem Roman-Epos „Don Quijote“ wurden zu seinem wohl bekanntesten Zyklus.

Mit seinem druckgrafischen Werk reiht sich Dalí ein in die Riege der europäischen „Großkünstler“ in der Tradition von Dürer und seinen Holzschnitten, Rembrandt und seinen Radierungen, Picasso und seinen Lithografien. Seine druckgrafischen Werke entstanden nach aufwändigen Vorarbeiten. Er beschäftigte die besten Drucker seiner Zeit und erschloss mit seinen faszinierenden Experimenten bis weit über seine Zeit hinausreichendes Neuland.

Rund 570 Exponate einschließlich der vielen von Dalí geschriebenen und illustrierten Originalbücher umfasst diese Schau, die einer der in Europa größten Sammlungen von Dalís Druckgrafik entstammt. Sie zeigt jeweils nur komplette Werke und bietet eine einzigartige Möglichkeit, Dalí neu und wieder zu entdecken.

Dazu werden im media.art.zentrum weitgehend unveröffentlichte Fotografien von Václav Chochola, Prag, und Werner Kohn, Bamberg, von Salvador Dalí gezeigt.

Zeitgleich findet im Stadtmuseum Erlangen die Ausstellung „Himmel und Hölle. Dantes Göttliche Komödie in der modernen Kunst“ statt. Die Städtische Galerie Erlangen liefert hierzu als Leihgabe aus ihrer Ausstellung den Dante-Zyklus von Salvador Dalí.

Zum 100. Geburtstag von Salvador Dalí am 11. Mai 2004 erscheint der Essay-Band
„Salvador Dalí – Facetten eines Jahrhundertkünstlers“ (Herausgeber: Städtische Galerie Erlangen).

Zum Internationalen Museumstag am 16. Mai

Sonntag, 16. Mai, 10-21 Uhr
Sonderöffnungszeiten und freier Eintritt zur Ausstellung

Sonntag, 16. Mai, 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung „Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer“
Eintritt frei!

Sonntag, 16. Mai, 19 Uhr
„’Gott sein’ – Eine kosmogonische Tragödie in Tönen“
Vortrag von Adrian La Salvia mit Musikbeispielen aus der Oper „Etre Dieu“ von Salvador Dalí und Igor Wakhevitch
Eintritt frei!

Die Jugendkunstschule in der Städtischen Galerie Erlangen

Samstag, 27. März
Dalí – ein Meister der Illusion und Phantasie
für Kinder ab 6 Jahren

Samstag, 24. April
Dalí – Workshop. Dalís Carmen-Bilder und die tragische spanische Liebesgeschichte der Oper „Carmen“
für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche

Samstag, 8. Mai
Dalí und der Ritter von der traurigen Gestalt
für Kinder ab 9 Jahren und Jugendliche

jeweils 10.00-16.30 Uhr
Städtische Galerie Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1, Erlangen
Gebühr 7,50 Euro
Materialkostenzuschuss 5 Euro
Veranstalter: Jugendkunstschule Erlangen (Tel. 0 91 31/86 28 12)

Dalí – Kompakt
Facetten eines Jahrhundertkünstlers

Samstags-Symposien mit zwei Vorabenden
Freitag / Samstag, 16. / 17. April 2004 und Freitag / Samstag, 7. / 8. Mai 2004
Orangerie im Schlossgarten der Universität, media.art.zentrum und Kulturzentrum E-Werk, Erlangen

Dalí schillert. Sein Leben und sein Werk umfassen den Maler, Grafiker, Illustrator, Bildhauer und Bühnenbildner, zugleich den Essayisten, Dichter, Drehbuchautor und Performance-Künstler, den Librettisten und Provokateur. Den Mystiker, Opportunisten, Pornografen und Geschäftemacher.
Kurz: Dalí ist der Künstler als Regisseur seiner eigenen Genialität.
In diesem Facettenreichtum wurde er kaum jemals diskutiert. Das geschieht nun „kompakt“ im Begleitprogramm zur Ausstellung „Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer“ der Städtischen Galerie Erlangen. In Symposien an zwei Samstagen mit Vorabenden werden seine Beziehungen zu Literatur, Film, Bühne, Kunstgeschichte, Psychoanalyse, Religion und Politik zum Gegenstand von Vorträgen, Diskussionen, Gesprächen, Projektionen und Performances.

Veranstalter
Städtische Galerie Erlangen
in Zusammenarbeit mit
dem Institut für Romanistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
dem Kulturzentrum E-Werk
und der Evangelischen Stadtakademie Erlangen

Dalí – Kompakt I

Vorabend
Freitag, 16. April, ab 21.00 Uhr, media.art.zentrum, Helmstraße 1, Erlangen
Der Schnitt in den Blick – Salvador Dalí und der Film
Lange Filmnacht. Dalí und Buñuel, Slapstick, Babaouo, Hitchcock, Disney, der heilige Antonius u.a. vorgestellt von Herbert Heinzelmann

Samstags-Symposion
Samstag, 17. April, 13.00 bis ca. 24.00 Uhr, Orangerie im Schlossgarten der Universität, Erlangen

11 Uhr, Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, Erlangen
Führung durch die Ausstellung „Himmel und Hölle – Dantes Göttliche Komödie in der modernen Kunst“

12 Uhr, Städtische Galerie Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1, Erlangen
Führung durch die Ausstellung „Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer“

13.00 Uhr
„Ich bin ein Rhinozeros, aber eines mit Schnurrbart“
Dalí als Autor, Leser und Illustrator
Vortrag von Wolfgang Everling

14.00 Uhr
Ausfahrt ins Ziellose
Der Gral als Phänomen der Kulturgeschichte
Vortrag von Herbert Heinzelmann

15.15 Uhr
Goya – Dalí und der Schlaf der Vernunft
Vortrag von Kurt Ruppert

16.00 Uhr
Dalí und Dante
Der Künstler als Illustrator und Visionär
Vortrag von Wieland Schmied

17.00 Uhr
„Wie kitschig ist Salvador Dalí?“ – Geschmackssachen
Podiumsdiskussion mit Hans-Dieter Gelfert, Wieland Schmied, Olaf Weber
Moderation: Adrian La Salvia

18.00 Uhr Pause

19.00 Uhr
„Hinter den Spiegeln“
Abbild, Zerrbild, Selbstbild – Reflexion als Erkenntnis
Vortrag von Detlev Hapke

20.00 Uhr
„Ich wurde zweimal geboren“
Das Ersatzkind Salvador Dalí
Vortrag von Ingrid Thumm-Kuhl

21.15 Uhr
Die Ekstasen des Narziss
Tiefenpsychologie eines Genies
Gespräch mit Detlev Hapke, Ingrid Thumm-Kuhl
Moderation: August Ruhs

22.00 Uhr
„Schön wie die unvermutete Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“
Dalí und Lautréamont
Vortrag von Adrian La Salvia

23.00 Uhr
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror
Performance mit David Moss und Gerhard Falkner
Uraufführung des Auftragswerks

Zwischen-Lesungen
Johannes Blum, Patricia Litten und Petra Nacke

Dalí – Kompakt II

Vorabend
Freitag, 7. Mai, ab 20.30 Uhr, Kulturzentrum E-Werk, Kellerbühne, Fuchsenwiese 1, Erlangen
Die Gesichter der Carmen. Verführung – Verfall – Vernichtung
Lange Filmnacht mit Ausschnitten aus Carmen-Filmen von Lubitsch, Feyder, Saura, Rosi, Godard u.a.
mit Flamenco "la rubia" y amigos und mit Texten von Lorca, gelesen von Petra Nacke
Moderation: Herbert Heinzelmann. Gastronomie: spanische Spezialitäten.

Samstags-Symposion
Samstag, 8. Mai, 13.00 bis ca. 24.00 Uhr, Orangerie im Schlossgarten der Universität, Erlangen

11.00 Uhr, Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, Erlangen
Führung durch die Ausstellung „Himmel und Hölle – Dantes Göttliche Komödie in der modernen Kunst“

12.00 Uhr, Städtische Galerie Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1, Erlangen
Führung durch die Ausstellung „Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer“

13.00 Uhr
Kunst und Literatur – ein fließender Übergang
Vortrag von Heinz-Norbert Jocks

14.00 Uhr
Kontrollierte Delirien
Literarische Einflüsse in Dalís Werk
Vortrag von Karina Liebe-Kreutzner

15.15 Uhr
Die Bühne bin ich
Theaterarbeit und Selbst-Darstellung bei Salvador Dalí
Vortrag von Henri Schoenmakers
und anschließendes Gespräch mit Herbert Heinzelmann

16.00 Uhr
Avida Dollars (Dollarjäger)?
Bretons Parteidisziplin und Dalís kapitaler Aufstand
Vortrag von Michael Scholz-Hänsel

17.00 Uhr
Dalí und die Engel
Vortrag von Ellen Stubbe

18.00 Uhr Pause

19.00 Uhr
Fleischeslust und Frömmigkeit
Ein Freigeist konvertiert zum Katholizismus
Vortrag von Hans-Peter Weigel

20.00 Uhr
„Masturbation, Autosodomie und andere Befleckungen“
Das Obszöne bei Salvador Dalí
Vortrag von Gerburg Treusch-Dieter

21.15 Uhr
„Der Sexappeal der Madonna beim Abendläuten“
Politik, Pornografie und Religiosität bei Salvador Dalí
Podiumsdiskussion mit Thomas Duttenhöfer, Heinz Ess, Michael Scholz-Hänsel, Ellen Stubbe, Gerburg Treusch-Dieter, Hans-Peter Weigel
Moderation: Herbert Heinzelmann

23.00 Uhr
DU ARCHITEKTONISCH LIBIDINÖSE ÍLLUMINATION
oder: Dein Arsch Leuchtet Ímmer
Performance von und mit Patricia Litten und Johannes Blum

Zwischen-Lesungen
Johannes Blum, Patricia Litten und Petra Nacke


Referenten und Künstler „Dalí – Kompakt“

Johannes Blum
Literatur- und Sprachwissenschaftler. Dramaturg Oper Nürnberg und Theater Erlangen. Arbeiten als freier Dramaturg, Projekte u.a. zu Heiner Müller, Alexander Kluge. Lebt in Nürnberg.

Thomas Duttenhöfer
Geboren 1950 in Speyer. Studium der Bildhauerei in Wiesbaden, St. Martins School of Art, London. 1995-2003 Professur Fachhochschule Trier, ab 2003 Professor in Mannheim. Lebt in Darmstadt.

Heinz Ess
Geboren 1953. Facharzt und Allgemeinmediziner. Lange Jahre Nachbar von Salvador Dalí in Port Lligat. Freundschaft mit Dalís Privatsekretär John Moore. Kenner der Werke Dalís. 1991 Gründung und Präsident der ersten Deutsch-Rumänischen Stiftung für Studenten Fundatia „Kronstadt“. Vermittlung von Ausstellungen zur Finanzierung dieser Stiftung. Lebt im Saarland.

Wolfgang Everling
Studium der Mathematik bis zur Promotion 1956; Anwendungen der Mathematik auf elektronischen Rechenanlagen bei IBM; seit 1975 Professor für Informatik an der Universität Bonn; Emeritus, seither insbesondere Beschäftigung mit Dalí und seinem Werk.

Gerhard Falkner
Geboren 1951. Lebt bei Nürnberg. Gedichte. Theaterstücke, Übersetzungen. Einer der bedeutendsten Lyriker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Herausgeber von Anthologien zur deutschen, amerikanischen und ungarischen Lyrik.

Hans-Dieter Gelfert
Bis 2000 Professor für Englische Literaturwissenschaft und Landeskunde an der Freien Universität Berlin. German-British Forum Award 1996. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Was ist Kitsch? Göttingen 2000.

Detlev Hapke
Geboren 1945. Verwaltungslehre, Studium der Theologie, missionarische Auslandsarbeit in Kenia. Seit 1990 Polizeiseelsorger in Nordbayern.

Herbert Heinzelmann
1947 geboren in Berching. Lebt in Nürnberg. Lange Feuilletonredakteur, jetzt freischaffend als Publizist, Medienpädagoge, Lehrbeauftragter.

Heinz-Norbert Jocks
Geboren 1955 in Düsseldorf. Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie. Kunstkritiker und Publizist, Herausgeber von Themenheften und der Zeitschrift „Kunstforum“. Spezialgebiete: Übergänge von Kunst, Literatur und Theater. Lebt in Düsseldorf.

Adrian La Salvia
Geboren in Dresden. Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Romanistik der Universität Erlangen. Arbeiten zur italienischen und französischen Literatur und bildenden Kunst. Habilprojekt über Eugène Ionesco und das Theater des Absurden. Herausgeber zeitgenössischer Künstlerpressendrucke.

Karina Liebe-Kreutzner
Geboren 1974 in Graz. Studium der Kunstgeschichte und der Romanistik. Promovierte Kunsthistorikerin, Dissertations-Thema „Salvador Dalí – Der literarische Einfluss in seinem Werk“. Ausstellungs- und Architektur-Projekte. Lebt in Malaga, Spanien.

Patricia Litten
Schauspielerin. Engagements u.a. am Schauspiel Frankfurt, Schillertheater Berlin, Städtische Bühnen Nürnberg, Krefeld. Seit 1998 freiberufliche Engagements, Projekte und Performances. Lebt in Nürnberg.

David Moss
Einer der innovativsten Sänger und Percussionisten der zeitgenössischen Musik. Auftritte jüngst u.a. mit dem Ensemble Modern, Frankfurt, mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle, in Olga Neuwirths Oper „Lost Highway“ beim Steirischen Herbst in Graz, bei den Salzburger Festspielen in Hans Neuenfels Inszenierung der „Fledermaus“ als Prinz Orlovsky. Kompositionen und Auftritte mit dem Arditti-Streichquartett u.v.m.

Petra Nacke
Geboren in Schleswig-Holstein. Studium der Theaterwissenschaft und Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz. Freie Arbeit als Autorin, Moderatorin und Sängerin. Kulturförderpreisträgerin der Stadt Nürnberg.

August Ruhs
Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychoanalytiker, stellvertretender Leiter der Wiener Universitätsklinik für Tiefenpsychologie und Psychotherapie. Letzte Publikation: „Der Vorhang des Parrhasios – Schriften zur Kulturtheorie der Psychoanalyse", Wien 2003.

Kurt Ruppert
Geboren 1946 in Bamberg. Dissertation über „Das Herrscherbild des frühen Mittelalters“, 1974. Kunsthistoriker an der Universität Eichstätt. Zahlreiche Publikationen, u.a. Les caprices de Goya de Dalí, München 1999; Salvador Dalí: Dante Alighieri. Die göttliche Komödie / hrsg. von Luitgar Göller, 1999.

Wieland Schmied
Geboren 1929 in Frankfurt am Main. Lebt in München. Professor an der Akademie der Bildenden Künste München 1986-1994. Leitung beziehungsweise Kustos von u.a. Kestner-Gesellschaft Hannover, Nationalgalerie der Staatlichen Museen in Berlin, des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Einer der bedeutendsten und einflussreichsten Kunstkritiker und -publizisten der Gegenwart.

Henri Schoenmakers
Geboren 1944, seit 1984 Professor für Theaterwissenschaft an der Universität Utrecht, seit 2000 Inhaber des Lehrstuhls für Theater- und Medienwissenschaft an der Universität Erlangen.

Michael Scholz-Hänsel
Geboren 1955 in Berlin. 1984 Promotion Universität Hamburg. 1987-1993 Hochschulassistent in Marburg. 1996 Habilitation in Marburg. Seit 1996 Vertretungsprofessuren in Marburg, Leipzig, Heidelberg und Tübingen. 1999-2002 Teilnahme am Programm „Cultural Exchange in Europe, 1400–1700" der European Science Foundation. Lebt in Leipzig.

Ellen Stubbe
Professorin an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich. Arbeitsgebiet Praktische Theologie mit Schwerpunkt in der Religionspsychologie. Im Spannungsfeld zwischen Theologie und Psychologie Deutung von Kunst. Habilitation um Deutung von Engel-Motiven, auch im Schaffen von Salvador Dalí.

Ingrid Thumm-Kuhl
Geboren in Fürth. Studium der Psychologie in Erlangen. Psychologische Therapeutin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychoanalytikerin.

Gerburg Treusch-Dieter
Geboren in Stuttgart. Nach Engagements als Schauspielerin in Stuttgart, Graz, Hannover Studium der Allgemeinen Sozialwissenschaft. Lehrte und lehrt Soziologie und Kultursoziologie an den Universitäten in Innsbruck, Wien, Berlin. Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Freitag“.

Olaf Weber
Geboren 1943 in Dresden. Studium der Architektur in Weimar. 1993 Gründungsmitglied der neuen Fakultät für Gestaltung an der Bauhausuniversität Weimar, dort Professor für Ästhetik.

Hans-Peter Weigel
Studium der Theologie in Tübingen, Priester der Erzdiözese Bamberg. Freier Autor für den Bayerischen Rundfunk, Rundfunk- und Fernsehbeauftragter der Erzdiözese Bamberg, seit 2003 Künstler- und Akademieseelsorger.

Informationen

Ausstellung
13. März – 30. Mai 2004
Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer
Städtische Galerie Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1, und media.art.zentrum, Helmstraße 1, 91054 Erlangen
Tel. 0 91 31/86 25 33 (Galerie) und 86 27 35 (Sekretariat), Fax 0 91 31/86 21 17
E-Mail galerie@stadt.erlangen.de, Internet www.staedtische-galerie-erlangen.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 10-17 Uhr; Samstag, 17. April und Samstag, 8. Mai: 10-22 Uhr; Sonntag, 16. Mai: 10-21 Uhr
Führungen: sonntags 15 Uhr; Samstag, 17. April und Samstag, 8. Mai: 12 Uhr
Eintritt: 6 / erm. 4,50 Euro auch bei Vorlage der Eintrittskarte zur Ausstellung „Himmel und Hölle“ des Stadtmuseums

Dalí – Kompakt: Eintrittspreise und Kartenvorverkauf

Freitag, 16. April, ab 21.00 Uhr, media.art.zentrum
Der Schnitt in den Blick – Salvador Dalí und der Film
Eintritt: 3 / erm. 2 Euro (nur Abendkasse)

Samstag, 17. April, und Samstag, 8. Mai, 13.00 bis ca. 23.00 Uhr
Samstagssymposien in der Orangerie
Tagesticket: 15 / erm. 12 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr

Samstag, 17. April, und Samstag, 8. Mai, jeweils 23.00 Uhr
Performances in der Orangerie
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror (Moss / Falkner)
DU ARCHITEKTONISCH LIBIDINÖSE ÍLLUMINATION (Litten / Blum)
Eintritt: jeweils 8 / erm. 6 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr

Freitag, 7. Mai, 20.30 Uhr, Kulturzentrum E-Werk
Die Gesichter der Carmen. Verführung – Verfall – Vernichtung
Eintritt: 9,80 / erm. 7,60 Euro inkl. Vorverkaufsgebühr

Kartenvorverkauf ab 13. März an den ticket-online-Vorverkaufsstellen im Großraum Erlangen-Nürnberg-Fürth, unter www.e-werk.de, www.staedtische-galerie-erlangen.de, an den Tages- sowie Abendkassen jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn

Veranstaltungsorte
Städtische Galerie Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1, 91054 Erlangen
media.art.zentrum, Helmstraße 1, 91054 Erlangen
Orangerie im Schlossgarten der Universität, Schlossgarten 1, 91054 Erlangen
Kulturzentrum E-Werk, Kellerbühne, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen
Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, 91054 Erlangen

Änderungen vorbehalten!

 

 

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Don Quichotte - Die Aura des Cervantes
Die Aura des Cervantes
(Don Quichotte de la
Mancha, 1956/57)

1. Pressemeldung vom 16. Januar 2004

Dante und Dalí
Weltliteratur im Spiegel moderner Kunst
Zwei Ausstellungen in Erlangen, 13. März – 30. Mai 2004

Sehr geehrte Damen und Herren,
in dieser Vorabinformation möchten wir Sie auf das kulturelle Schwerpunktereignis der Stadt Erlangen im Frühjahr 2004 aufmerksam machen.
In enger Zusammenarbeit haben die Städtische Galerie Erlangen, das Stadtmuseum Erlangen und das Institut für Romanistik der Universität Erlangen-Nürnberg anlässlich von Salvador Dalís 100. Geburtstag zwei sich ergänzende Ausstellungen konzipiert:

Salvador Dalí
Das grafische Abenteuer
Städtische Galerie Erlangen

und

Himmel und Hölle
Dantes Göttliche Komödie in der modernen Kunst
Stadtmuseum Erlangen

Beide Ausstellungen sind spiegelbildlich angelegt: der Umsetzung von Werken der Weltliteratur durch einen Künstler steht die bildkünstlerische Bearbeitung von Dantes Jenseitsreise durch verschiedene Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts gegenüber.

Die Ausstellung der Städtischen Galerie Erlangen präsentiert eine der größten europäischen Privatsammlungen der druckgrafischen Zyklen von Salvador Dalí, u. a. zu Goethes Faust, Cervantes’ Don Quijote, Rabelais’ Gargantua et Pantagruel und Lewis Carrolls Alice im Wunderland.

In der Ausstellung des Stadtmuseums sind neben dem umfangreichen Dante-Zyklus von Salvador Dalí prominente Künstler aus dem In- und Ausland vertreten, darunter Rodin, Böcklin, Lehmbruck, Munch, Rauschenberg und Lüpertz. Darüber hinaus wurden Künstler aus der Region eingeladen, den Eingangsbereich des Museums als begehbares Höllen-Environment zu gestalten.

Beide Institutionen planen umfangreiche Begleitprogramme mit Filmabenden, Theateraufführungen, Vorträgen, Konzerten und einem wissenschaftlichen Kolloquium. Die vertiefenden Begleitveranstaltungen der Städtischen Galerie unter dem (Arbeits-)Titel „Dalí Kompakt“ am 17. April und am 8. Mai sollen zum Dalí-Jahr in Deutschland einen besonderen Akzent setzen.

Zur Ausstellung des Stadtmuseums erscheint ein Katalog, zu Ausstellungs- und Rahmenprogramm der Städtischen Galerie Erlangen ein Essay-Band.

Rechtzeitig vor Ausstellungsbeginn erhalten Sie weiteres Informationsmaterial.
Falls Sie weitere Informationen sowie Bildmaterial benötigen, wenden Sie sich bitte an:
Städtische Galerie Erlangen Tel. 09131/86 27 35, Stadtmuseum Tel. 09131/86 24 08


Lisa Puyplat Thomas Engelhardt
Städtische Galerie Erlangen Stadtmuseum Erlangen

Anlage 1:
Dalí 100

Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer
13. März bis 30. Mai 2004

Salvador Dalí (geboren am 11. Mai 1904 in Figueras/Katalonien/Spanien, gestorben am 23. Januar 1989) wäre 2004 hundert Jahre alt geworden. Mit einer Reihe unterschiedlicher Ausstellungen wurde und wird der große spanische Künstler zu seinem runden Geburtstag geehrt.

Die Städtische Galerie Erlangen fokussiert den Blick auf einen klar umrissenen, paradoxerweise in seiner Gesamtheit zu wenig bekannten Ausschnitt aus Dalis Werk, die Druckgrafik, die in Serien, Mappenwerken und Büchern insbesondere zu großen Werken der Weltliteratur erschienen ist.
Schon früh hatte Dalí für sich entdeckt, dass die Druckgrafik einzigartige Möglichkeiten bot, viele Menschen mit seinen Ideen und seiner Kunst zu erreichen. Doch viele seiner Druckgrafiken gehören zwar zu den meist verkauften, aber auch meistgefälschten Objekten des internationalen Kunstmarktes. Mittlerweile jedoch wurde das druckgrafische Werk Dalís systematisch katalogisiert. Die meisten Fälschungen wurden als solche erkannt und sind jetzt leicht zu identifizieren.

Im Mittelpunkt von Dalís Werk steht das Bemühen um die systematische Erkenntnis und Erschließung der Welten des Unbewussten, der Träume, der Wünsche, des Deliriums, der mystischen Visionen und letztlich der Selbsterkenntnis, auch und gerade im Überschreiten von gesellschaftlichen Normen. Zur Erweiterung seines Horizonts suchte Dalí dabei die Begegnung, Freundschaft und Zusammenarbeit mit Künstlern und Wissenschaftlern seiner Zeit wie mit den Schriftstellern André Breton und Federico García Lorca, dem Filmemacher Luis Buñuel und dem Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud.

Die Neugier auf die Welt und ihre Erscheinungen bestimmte auch sein Interesse an den großen Themen der Weltliteratur, der Kunst und der Kultur, wie sie in seinen großen druckgrafischen Zyklen zum Ausdruck kommt. So illustrierte er unter anderem die mittelalterliche Grals-Legende, Dantes „Göttliche Komödie“ , Ronsards Sonette „Les Amours de Cassandre“, Rabelais’ Roman „Pantagruel“, Boccaccios „Decamerone“, Goethes „Faust“, Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ ebenso wie die Autobiografie des italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini, Gedichte von Tristan Corbière und Casanovas Memoiren. Er schuf Variationen zu den „Caprichos“ von Goya und Lithografien zur Oper „Carmen“ nach dem Text von Prosper Mérimée. Seine Lithografien zu Cervantes’ großem Roman-Epos „Don Quijote“ wurden zu seinem wohl bekanntesten Zyklus.

Mit seinem druckgrafischen Werk reiht sich Dalí ein in die Riege der europäischen „Großkünstler“ in der Tradition von Dürer und seinen Holzschnitten, Rembrandt und seinen Radierungen, Picasso und seinen Lithografien. Seine druckgrafischen Werke entstanden nach aufwendigen Vorarbeiten. Er beschäftigte die besten Graveure seiner Zeit und erschloss mit seinen faszinierenden Experimenten bis weit über seine Zeit hinaus reichendes Neuland.

Rund 570 Exponate einschließlich der vielen von Dalí geschriebenen und illustrierten Originalbücher umfasst diese Schau. Sie entstammt einer der in Europa größten Sammlungen von Dalís Druckgrafik. Sie zeigt jeweils nur komplette Werke und bietet eine einzigartige Möglichkeit, Dalí neu und wieder zu entdecken.

In der Ausstellung unter anderem gezeigte Zyklen und Werke

- La Conquête de L’Irrationnel, 1935
- Les métamorphoses érotiques, 1940/1968
- The Autobiography of Benvenuto Cellini, 1948
- Don Quichotte de la Manche (Don Quijote de la Mancha), 1956/57
- La Divine Comédie (Die göttliche Komödie), 1960
- Le mythe tragique de l’angélus de Millet, 1963
- Mémoires de Casanova (Casanovas Erinnerungen), 1967
- Les Amours de Cassandre (Liebesgedichte auf Cassandre) – Illustrationen zu Pierre de Ronsards „Liebesgedichte“, 1968
- Faust – La Nuit de Walpurgis (Walpurgisnacht), 1968/69
- Alice’s Adventures in Wonderland (Alice im Wunderland), 1969
- Carmen, 1970
- Le Décameron (Der Decamerone), 1972
- Les songes drolatiques de Pantagruel (Pantagruels dreiste Träume), 1973
- Dix Recettes d’Immortalité (Zehn Wege zur Unsterblichkeit), 1973
- La Quête du Graal (Die Suche nach dem Gral), 1974
- Visions de Quevedo (Quevedos Visionen), 1975
- Les Caprices de Goya de Dalí (Goyas „Caprichos“ von Dalí), 1977
- Babaou, 1978/79

Dazu werden weitgehend unveröffentlichte Fotografien von Vaclav Chocola, Prag, und Werner Kohn, Bamberg, von Salvador Dalí gezeigt.

Anlage 2:
„Dalí – Kompakt“ (Arbeitstitel) 17. April und 8. Mai 2004

Das Begleitprogramm zur Ausstellung der Städtischen Galerie Erlangen soll das Bewusstsein für den geistigen Horizont des großen Spaniers vor dem gesellschaftlichen Diskurs seiner und unserer Zeit schärfen.
Es konzentriert sich auf zwei „Kompakt-Samstage“ am 17. April und am 8. Mai 2004.
Das Programm gliedert sich mit Vorträgen, Diskussionen, Filmen und Performances um die Motivgeschichte und um den ästhetischen Diskurs der präsentierten grafischen Zyklen im Rahmen von Dalís Gesamtkunstwerk.

Die Themen sind u.a.:
- Dalí – ein inszeniertes Leben
- Dalí und die Mythen des Abendlandes
- Don Quichotte, Faust, die Suche nach dem Gral und kein Ende
- Zwischen Religion, Eros und Pornografie
- Casanova, Decamerone, und die erotischen Metamorphosen
- Dalí und der Kitsch

Zu den Referenten zählen u.a.:
Thomas Duttenhöfer, Wolfgang Everling, Gerhard Falkner mit David Moss, Detlev Hapke, Herbert Heinzelmann, Heinz-Norbert Jocks, Adrian La Salvia, August Ruhs, Kurt Ruppert, Wieland Schmied, Henri Schoenmakers, Ellen Stubbe, Gerburg Treusch-Dieter, Ingrid Thumm-Kuhl, Olaf Weber, Hans-Peter Weigel u.a.

Außerdem: Präsentationen der gemeinsam mit Luis Buñuel entstandenen Filme „L’âge d’or“ und „Un Chien Andalou“; Video-Dokumentationen zu Dalís Leben und Audio-Aufnahmen mit der Stimme Dalís, sowie als Wiederentdeckung eine Einführung in die einzige Oper Dalís.

Am 11. Mai 2004, zum 100. Geburtstag von Salvador Dalí, erscheint der von der Städtischen Galerie Erlangen herausgegebene Band mit Essays zum Werk Dalís.

 
 
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