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Pressemeldung vom 6. April 2004
(auch als PDF-Download 41 kB)
Symposion Dalí –
Kompakt I – Facetten eines Jahrhundertkünstlers
Freitag, 16. April, 21 Uhr und Samstag, 17. April, 13–24
Uhr
Die laufende Ausstellung der Städtischen Galerie Erlangen
„Salvador Dalí – Das grafische Abenteuer“ wird
begleitet von einem hochrangig besetzten Symposion in zwei Teilen. Der
erste Teil von „Dalí – Kompakt – Facetten eines
Jahrhundertkünstlers“ findet bereits am Samstag nach Ostern,
am 17. April statt. Ergänzende Informationen dazu finden Sie im beiliegenden
Zeitplan. Der zweite Teil folgt einen Monat später, am Samstag, 8.
Mai. Auf beide Termine möchten wir Sie insbesondere aufmerksam machen.
Bereits die Ausstellung fokussiert den Blick auf Dalí
im Jahr seines hundertsten Geburtstages auf einen klar umrissenen, paradoxerweise
jedoch in seiner Gesamtheit zu wenig bekannten Ausschnitt aus seinem Werk,
auf die Druckgrafik, die in großen Zyklen, Mappenwerken und Büchern
insbesondere zu Werken der Weltliteratur erschienen ist.
Auch das begleitende Symposion präsentiert einen Dalí, wie
er in den in diesem Jahr durchgeführten Ver-anstaltungen vielleicht
zu wenig in den Mittelpunkt gerückt wird: Der Dalí-Diskurs
der Städtischen Galerie Erlangen will neue Zugänge zu einem
Künstler öffnen, dessen Bilder zwar zum Allgemeingut des 20.
Jahrhunderts geworden sind, dessen Bedeutung jedoch aus unterschiedlichen
Gründen vielfachen Fehlurteilen ausgesetzt war.
Denn Dalí schillert. Sein Leben und sein Werk umfassen den Maler,
Grafiker, Illustrator, Bildhauer und Bühnenbildner, zugleich den
Essayisten, Dichter, Drehbuchautor und Performance-Künstler, den
Librettisten und Provokateur. Den Mystiker, Opportunisten, Pornografen
und Geschäftemacher. In den Symposien „Dalí –
Kompakt I und II“ an zwei Samstagen mit Vorabenden werden seine
Beziehungen zu Literatur, Film, Bühne, Kunstgeschichte, Psychoanalyse,
Religion und Politik zum Gegenstand von Vorträgen, Gesprächen,
Projektionen und Performances mit hochrangigen Experten und Künstlern.
Der Vorabend des ersten Samstags-Symposions, Freitag 16.
April, ist im media.art.zentrum, Helmstraße 1, direkt neben der
Städtischen Galerie Erlangen, Dalí und dem Film gewidmet.
„Der Schnitt in den Blick“ heißt die lange Filmnacht
mit dem Nürnberger Medienexperten Herbert Heinzelmann. Selten zu
sehende Filme und Filmausschnitte von Buñuel, Hitchcock und Dalí
selbst stehen neben anderem auf dem Programm.
Das Symposion, Samstag 17. April, in der Orangerie im Schlossgarten
der Universität beginnt um 13 Uhr und endet gegen Mitternacht. Im
Mittelpunkt steht das bildnerische Werk, so wie es auch die Ausstellung
vermittelt, und Dalís besondere, vielleicht neurotische Persönlichkeitsstruktur.
Der Mathematiker und Informatiker Wolfgang Everling, bis zu seiner Emeritierung
2002 Professor an der Uni Bonn, widmet sich mit der seiner Fachrichtung
eigenen Systematik dem Zusammenhang von Texten und Bildern Dalís.
„Ich bin ein Rhinozeros, aber eines mit Schnurrbart“ ist der
Titel seines Vortrags.
Herbert Heinzelmann beleuchtet den Gral als Phänomen der Kunstgeschichte,
und Wieland Schmied, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen
Künste und als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Kunstkritiker
und -publizisten der Gegenwart auch ausgewiesener Dalí-Experte,
untersucht das Verhältnis von Dalí und Dante.
„Wie kitschig ist Salvador Dalí?“ lautet die Frage
des Podiums mit dem Anglisten und Landeskundler Hans-Dieter Gelfert, lange
Jahre an der Freien Universität Berlin, mit Olaf Weber, Professor
für Ästhetik an der Bauhaus-Universität Weimar und mit
Wieland Schmied. Die Moderation hat der Erlanger Romanist Adrian La Salvia,
der am späteren Abend auch die Beziehung von Dalí zu dem surrealistischen
Lyriker Lautréamont beleuchtet, der derzeit nicht nur in Frankreich
wieder sehr en vogue ist.
Der Persönlichkeitsstruktur Dalís gelten die Vorträge
des Theologen Detlev Hapke „Hinter den Spiegeln – Abbild,
Zerrbild, Selbstbild. Reflexion als Erkenntnis“, der Psychologin
und Psychoanalytikerin Ingrid Thumm-Kuhl „Ich wurde zweimal geboren
– Der Identitätskonflikt des Ersatzkindes Salvador Dalí“
mit dem von August Ruhs, stellvertretendem Leiter der Wiener Universitätsklinik
für Tiefenpsychologie und Psychotherapie, moderierten Gespräch
„Die Ekstasen des Narziss – Tiefenpsychologie eines Genies“.
Das erste Samstags-Symposion endet mit einer Performance der Extraklasse:
David Moss, einer der innovativsten Musiker der Gegenwart, Auftritte u.a.
mit den Berliner Philharmonikern, dem Ensemble Modern, mit dem Arditti-Streichquartett,
und bei den Salzburger Festspielen, gestaltet zusammen mit dem Lyriker
Gerhard Falkner in Falkners Neuübersetzung von „Lautréamonts
Gesängen des Maldoror“. Diese Uraufführung eines Auftragswerkes
der Stadt Erlangen dürfte eine Perle nicht nur für Dalí-Kenner,
sondern gerade auch für Musik- und Literatur-Liebhaber sein.
Der Vorverkauf an den ticket-online-Vorverkaufsstellen im
Großraum hat begonnen.
Fotos von Wieland Schmied, David Moss und Gerhard Falkner,
August Ruhs und Olaf Weber können Sie anfordern unter galerie@stadt.erlangen.de
Veranstalter: Städtische Galerie Erlangen in Zusammenarbeit
mit dem Institut für Romanistik der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg, dem Kulturzentrum E-Werk und der Evangelischen
Stadtakademie Erlangen.
Das Symposion wird unterstützt von der Hypo-Kulturstiftung.
Vorabend
Freitag, 16. April
ab 21.00 Uhr, media.art.zentrum, Helmstraße 1, Erlangen
Der Schnitt in den Blick – Salvador Dalí und der Film
Lange Filmnacht: Dalí und Buñuel, Slapstick, Babaouo, Hitchcock,
Disney, der heilige Antonius u. a. vorgestellt von Herbert Heinzelmann,
Medienexperte, Nürnberg
Samstags-Symposion
Samstag, 17. April, 13.00 – ca. 24.00 Uhr, Orangerie im Schlossgarten
der Universität, Erlangen
13.00 Uhr
„Ich bin ein Rhinozeros, aber eines mit Schnurrbart“
Dalí als Autor, Leser und Illustrator
Vortrag von Professor Wolfgang Everling
14.00 Uhr
Ausfahrt ins Ziellose
Der Gral als Phänomen der Kulturgeschichte
Vortrag von Herbert Heinzelmann, Nürnberg
15.15 Uhr
Goya – Dalí und der Schlaf der Vernunft
Vortrag von Dr. Kurt Ruppert, Bamberg
16.00 Uhr
„Dalí und Dante“
Der Künstler als Illustrator und Visionär
Vortrag von Professor Wieland Schmied, München
17.00 Uhr
„Wie kitschig ist Salvador Dalí?“ – Geschmackssachen
Podiumsdiskussion mit Professor Hans-Dieter Gelfert, Berlin, Professor
Wieland Schmied, München, Professor Olaf Weber, Bauhausuniversität
Weimar
Moderation: Dr. Adrian La Salvia, Universität Erlangen-Nürnberg
19.00 Uhr
„Hinter den Spiegeln“
Abbild, Zerrbild, Selbstbild – Reflexion als Erkenntnis
Vortrag von Detlev Hapke, Nürnberg
20.00 Uhr
„Ich wurde zweimal geboren“
Das Ersatzkind Salvador Dalí
Vortrag von Ingrid Thumm-Kuhl, Nürnberg
21.15 Uhr
Die Ekstasen des Narziss
Tiefenpsychologie eines Genies
Gespräch mit Detlev Hapke, Ingrid Thumm-Kuhl
Moderation: Dr. August Ruhs, Universitätsklinik Wien
22.00 Uhr
„Schön wie die unvermutete Begegnung einer Nähmaschine
und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“
Dalí und Lautréamont
Vortrag von Dr. Adrian La Salvia, Universität Erlangen-Nürnberg
23.00 Uhr
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror
Performance mit David Moss und Gerhard Falkner
Uraufführung des Auftragswerks
Zwischenlesungen: Johannes Blum, Patricia Litten,
Petra Nacke
Kurzführungen
Samstag, 17. April, 11 Uhr: Himmel und Hölle. Stadtmuseum Erlangen
Samstag, 17. April, 12 Uhr: Salvador Dalí – Das grafische
Abenteuer. Städtische Galerie Erlangen
Hinweis:
Dali Kompakt II – Samstags-Symposion mit Vorabend Freitag, 7. und
Samstag, 8. Mai
Mit freundlichen Grüßen
Lisa Puyplat
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