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Pressemeldung vom 5. Juni 2009 Lebenszeichen. Heinrich Kirchner – Plastiken Städtische Galerie Erlangen, 20. Juni – 2. August 2009 Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 19. Juni 2009, 20 Uhr Unter dem Titel „Lebenszeichen. Heinrich Kirchner – Plastiken“ widmet die Städtische Galerie dem in Erlangen geborenen Künstler Heinrich Kirchner eine große retrospektive Ausstellung. Die Präsentation zeichnet anhand ausgewählter Exponate aus allen Schaffensperioden erstmals die künstlerische Entwicklung des Künstlers im Kontext der Weimarer Republik und des Faschismus sowie Nachkriegsdeutschlands nach. Es ist die erste umfassende Präsentation des Werks Kirchners, die sein Schaffen in historischer und kunsthistorischer Hinsicht durchleuchtet. Außerdem ist es die erste Ausstellung der neuen Leiterin der Städtischen Galerie, Dr. Claudia Emmert, die im Mai 2009 ihr neues Amt angetreten hat. „Dank der großzügigen Leihgaben aus dem Besitz der Erben Heinrich Kirchners sowie einiger Privatsammler konnten wir innerhalb weniger Wochen eine spannende umfassende Retrospektive des Künstlers auf die Beine stellen, die seine historisch und kunsthistorisch interessante künstlerische Entwicklung nachzeichnet. Beginnend mit frühen Werken aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts macht die Ausstellung Kirchners Suche nach einer neuen figurativen Formensprache in der Nachkriegszeit anschaulich, die vor allem in seinem Spätwerk eine iconhafte Eindringlichkeit erlangte“, so Claudia Emmert. Dazu wurden fünf Themenfelder herausgearbeitet, anhand derer die Veränderungen im Werk Kirchners anschaulich gemacht werden. Um den historischen Hintergrund zu beleuchten, wird die Ausstellung von einem facettenreichen Begleitprogramm umrahmt. Heinrich Kirchner zählt zu den Künstlern der „verlorenen
Generation“. 1936 von den Nationalsozialisten mit der Gestaltung
des Reichsadlers für den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig
beauftragt und ein Jahr später mit einem weiteren Reichsadler für
den Frankfurter Flughafen, wäre es für den Künstler ein
Leichtes gewesen, sich als Staatskünstler im Dritten Reich zu etablieren.
Doch Kirchner wollte nicht. Zu wichtig war ihm die Freiheit der Kunst,
zu bedeutend die von ihm geschätzten und im Dritten Reich als „entartet“
gebrandmarkten Künstlerkollegen Gerhard Marcks und Wilhelm Lehmbruck.
Bereits 1937 erteilte ihm die Reichskammer der bildenden Künste wegen
seiner schleppenden Auftragserfüllung einen Denkzettel: Sie beschlagnahmte
die damals im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen befindliche
Skulptur „Die kleine Paula“. Kirchner fühlte sich und
sein Werk bedroht und zog sich aus dem offiziellen Kunstbetrieb zurück.
Das sprühende Spätwerk des Künstlers gipfelt in der Skulptur des „Wanderers“, dem letzten Werk Heinrich Kirchners, welches im Rahmen der Ausstellung für den Erlanger „Heinrich Kirchner Skulpturengarten“ erworben werden soll.
Begleitprogramm zur Ausstellung Sonntag, 21. Juni, 11 bis 15.30 Uhr, Städtische Galerie Erlangen Donnerstag, 2. Juli 2009, 19 Uhr, Städtische Galerie Erlangen Freitag, 17. Juli 2009, 19 Uhr, Städtische Galerie Erlangen Samstag, 18. Juli 2009, 17 Uhr bis 19 Uhr / Treffpunkt: St. Xystus, Büchenbach Donnerstag, 23. Juli 2009, 19 Uhr, Städtische Galerie Erlangen Finissage, Sonntag, 2. August, 16 Uhr, Städtische Galerie Erlangen Biografische Angaben zu Heinrich Kirchner Biografische Angaben zu Dr. Claudia Emmert Öffnungszeiten: Di–Fr 11–19 Uhr, Sa+So 11–18 Uhr (Dieser Text hier auch als verarbeitbares Word-Dokument)
Städtische Galerie Erlangen, Museumswinkel, Luitpoldstraße
47, 91052 Erlangen
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